Sozialwirtschaft: Schwierige Kollektivvertragsverhandlungen werden heute fortgesetzt

Streit um Arbeitszeitverkürzung und Pflegeberufe

Wien (OTS) - Unter schwierigen Vorzeichen steht die heutige Fortsetzung der Verhandlungen über die Lohn- und Gehaltserhöhungen im Sozial- und Gesundheitsbereich, hat doch die Gewerkschaftsseite eine Streikdrohung in den Raum gestellt. Streitpunkt dabei ist weniger die Gehaltserhöhung selbst -hier liegt das derzeitige Arbeitgeberangebot mit 2,25% schon deutlich über der Inflationsrate (Verhandlungsbasis 1,95%), sondern die Forderung der Arbeitnehmerseite nach einer 35-Stunden-Woche und einer besseren Bezahlung von Pflegekräften.

Walter Marschitz, Verhandlungsführer und Geschäftsführer der Sozialwirtschaft Österreich zeigt für die Forderung der Gewerkschaften nach Arbeitszeitverkürzung kein Verständnis. „In einer Branche, die jetzt schon mit einem Personalmangel, der sich durch die demografische Entwicklung noch verstärken wird kämpft, wäre eine Verknappung der Arbeitszeitressourcen unternehmerisch und sozialpolitisch fahrlässig“. „Da gäbe es andere Branchen, die sich dafür besser eignen würden. Nicht einmal der ÖGB selbst hat eine 35-Stunden-Woche, das wird schon seine Gründe haben“, so Marschitz.

Mehr Verständnis zeigt die Arbeitgeberseite für die Gewerkschaftsforderung nach einer besseren Bezahlung der Pflegekräfte. „Es stimmt, dass die öffentliche Hand hier mit zweierlei Maßstäben misst“, so SWÖ-Vorsitzender Erich Fenninger. „Während in einigen Bundesländern die Gehälter im öffentlichen Bereich erhöht werden, sollen gleichzeitig die privaten und gemeinnützigen Träger mit Kostensätzen abgespeist werden, die die Inflationsrate bei weitem nicht abdecken. Die Politik muss hier endlich Farbe bekennen. Entweder sie will auch in Zukunft eine flächendeckende Versorgung im Pflege- und Behindertenbereich, dann muss sie die Rahmenbedingungen für Fachkräfte im privaten und gemeinnützigen Bereich ebenso verbessern wie sie es in ihrem Bereich zum Teil bereits getan hat. An den Arbeitgebern wird dann eine Verbesserung für die Dienstnehmer nicht scheitern.“

Eigentlich sollten die Verhandlungen nach ursprünglichem Fahrplan spätestens heute abgeschlossen werden.

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