NEOS zu Faßmann: Besser Sozialarbeit im Kontext Schule stärken als Strafen erhöhen

Matthias Strolz: „Erhöhte Strafzahlungen greifen als Lösung bei "Schulschwänzen" zu kurz. Beratungslehrkräfte und mehr Sozialpädagogen wären sinnvoller“

Wien (OTS) - Irritiert reagiert Matthias Strolz, Bildungssprecher und Klubobmann der NEOS, auf die Ankündigung von Bundesminister Faßmann, die Strafen für „Schulschwänzer“ erhöhen zu wollen: „In einer sich ständig verändernden Gesellschaft sehen sich auch Jugendliche mit immer neuen Herausforderungen und Problemen konfrontiert. Damit einhergehend muss sich – in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen der öffentlichen Hand – auch die Schule mit diesen neuen Herausforderungen auseinandersetzen. Dies beinhaltet unter anderem auch das Angebot von Hilfestellungen bei persönlichen Problemen von Schülerinnen und Schülern. In der aktuellen Diskussion als ersten Reflex nach verschärften Strafen zu rufen, spiegelt die Sehnsucht nach Zucht und Sanktionen, die sich auch im aktuellen Regierungsprogramm findet, wider. In einer liberalen Demokratie sollten wir bessere Möglichkeiten finden, um ein gedeihliches Miteinander zu stärken,“ ist Strolz sich sicher.

Die Faktenlage zeige zudem ein Problem mit sogenannten „sozial schwachen Schichten“.  „Hier müssen wir endlich für mehr Chancengerechtigkeit sorgen, als die Schwächsten der Gesellschaft mit noch höheren Strafen zu bedrohen. Neben den bereits etablierten, aber weiter ausbaufähigen Angeboten des schulärztlichen Dienstes, der Schulpsychologie oder von spezialisierten Lehrkräften wurde in den letzten Jahren auch Schulsozialarbeit implementiert. Hier hinkt Österreich den internationalen Standards jedoch weit hinterher. Wir sollten daher zusätzlich verstärkt Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie  spezialisiertes Beratungslehrkräfte zum Einsatz bringen. Zudem müssen wir auch verstärkt die Möglichkeit von aufsuchenden Angeboten etablieren. Dort wo Schülerinnen und Schüler, aber auch Eltern nicht bereit sind, mit der Schule zu kooperieren, braucht es Fachpersonal, das zu den Betroffenen  nach Hause geht. Hier mehr zu investieren muss der ersten Schritt sein. Erhöhte Strafen sind die letzte Eskalationsstufe. Wir sollten das Pferd nicht von hinten umzäumen“, fordert Strolz. 

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