VSStÖ ad Bundesregierung: Nein zu Numerus clausus light!

Für einen freien und offenen Hochschulzugang für alle.

Wien (OTS) - Wie der Kurier heute berichtete, plant die Regierung Schwarz-Blau die Einführung von Studierenden-Quoten bei höher frequentierten Studienrichtungen mitsamt verpflichtenden Aufnahmetests. Als großes Vorbild gilt hier die ETH-Zürich, eine Elite-Universität mit einem engen Naheverhältnis zur Schweizer Wirtschaft. Geplant ist ein „dreistufiges Verfahren“, das zum Studienbeginn greifen soll. Frei nach dem ETH-Zürich Modell soll es ein "Basisjahr" geben, in dem man Grundlagen des Studiums und verwandter Fächer lernt. Dieses schließt man dann mit einer Abschlussprüfung ab, wofür auch ein gewisser Notenschnitt nötig ist, um weiterstudieren zu dürfen. 

„Trotz der vagen und beschwichtigenden Worte der Bundesregierung muss uns eines klar sein: Schwarz-Blau möchte Numerus clausus light an den österreichischen Hochschulen einführen“, so Katharina Embacher, Vorsitzende des Verbands Sozialistischer Student_innen. 

„Die schwarz-blauen Schwärmereien im Bezug auf das ETH-Zürich Modell lassen erahnen, wie Kurz und Strache das Hochschulsystem umbauen wollen: Elite-Hochschulen, wo nur „die Besten der Besten“ zum Wohle der österreichischen Wirtschaft studieren sollen. „Die Besten der Besten“ sind dabei allerdings nur diejenigen, die es sich leisten können zu studieren, also nicht auf Förderungen oder Lohnarbeit angewiesen sind. Hier wird uns ein Hochschulsystem vorgezeichnet, in dem nur Platz für die Sprösslinge der oberen fünf Prozent ist“, betont Embacher. 

„Als VSStÖ haben wir ein Konzept für eine echte Orientierungsphase entwickelt: Im ersten Semester soll es Studienanfänger_innen möglich sein, Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Studien (an verschiedenen Hochschulen) zu besuchen, um vor einer endgültigen Entscheidung die konkreten Inhalte besser kennenzulernen. Die bereits absolvierten Lehrveranstaltungen sollen dann auf das gewählte Studium anrechenbar sein“, erklärt Embacher. 

„Kommende Nationalratssitzung könnten schon die Schienen für den Umbau des Hochschulwesens gelegt werden. Würde Schwarz-Blau die erforderlichen Gesetzesänderungen ohne Begutachtungsfrist durch den Nationalrat jagen, würde dies die undemokratische Tradition der Schüssel-Ära fortführen. Ein ordentlicher parlamentarischer Prozess würde den geplanten neoliberalen Umbau der Hochschulen offenlegen und Schwarz-Blau zu einem klaren Statement zwingen. Es ist unsere Pflicht mit allen demokratischen Mitteln gegen die Abschaffung des freien und offenen Hochschulzugangs zu kämpfen“, so Embacher abschließend. 

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