„Orientierung“: Kontroverse in Ägypten – IS-Terroristen zu Ungläubigen erklären?

Am 21. Jänner um 13.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 21. Jänner 2018, um 13.05 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Kontroverse in Ägypten: IS-Terroristen zu Ungläubigen erklären?

Die islamische Al-Azhar-Universität in Kairo gilt als eine der wichtigsten Rechtsautoritäten im sunnitischen Islam. Auf die mehr als tausend Jahre alte Institution wird also ganz besonders geachtet, wenn es um die Frage geht, wie sie mit radikalen und militanten islamistischen Strömungen umgeht. Regelmäßig verurteilt der Großscheich der Al-Azhar die Terroranschläge des sogenannten „Islamischen Staates“. Doch das alleine reiche nicht aus, sagen Kritiker der Al-Azhar. Sie fordern von der altehrwürdigen islamischen Institution, sie müsse die Terroristen des IS zu „Ungläubigen“ erklären. Darüber ist in Ägypten eine theologische Debatte entbrannt. Die einen fordern, IS-Anhänger sozusagen zu exkommunizieren, um sie weiter zu isolieren. Die Al-Azhar sieht das anders: Sie argumentiert, man wolle sich nicht auf die gleiche Ebene wie militante Islamisten stellen, die ja selbst alle Andersdenkenden zu „Ungläubigen“ erklären. Die Entscheidung, wer gläubig oder ungläubig sei, liege nicht in menschlicher, sondern in Gottes Hand, argumentiert die Al-Azhar. Bericht: Karim El-Gawhary.

Papst in Chile: Jubel, Protest und Kritik

Am vergangenen Montag traf Papst Franziskus in der chilenischen Hauptstadt Santiago ein. Das war der Auftakt zu einem einwöchigen Besuch in Chile und Peru und damit zu seiner 22. Auslandsreise, seinem bereits sechsten Besuch in Lateinamerika. Auffallend bei der Chile-Visite des Papstes, die auch von viel Jubel begleitet wurde:
Immer wieder war Papst-Franziskus auch mit scharfer Kritik konfrontiert. Das wurde vor allem bei einem sechsstündigen Besuch in der Region der Mapuche, einer indigenen Bevölkerungsgruppe Chiles, deutlich. Auch wenn die katholische Kirche seit Jahrzehnten auf Seiten der indigenen Minderheit steht: Ihre Rolle in früheren Jahrhunderten war wenig rühmlich. Das prägt die Wahrnehmung bis heute. Und auch die katholische Haltung zu Abtreibung und gleichgeschlechtlicher Ehe stößt im mehrheitlich katholischen Chile teils auf heftigen Widerstand: Seit 2015 sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkannt, im Herbst 2017 wurden per Gesetz Abtreibungen teilweise legalisiert – beides mit breitem Rückhalt in der Bevölkerung.
Womit die katholische Kirche in Chile außerdem zu kämpfen hat:
Missbrauchsfälle etwa durch Priester haben auch dort für Diskussionen – und für Proteste gegen den Papstbesuch – gesorgt. Dass ein umstrittener Bischof, dem „Vertuschung“ vorgeworfen wird, gemeinsam mit dem Papst auftrat, löste zusätzlich Irritation aus. Daran konnte auch ein „Entschuldigungs-Treffen“ von Franziskus mit Missbrauchsopfern – „gebetet und geweint“ habe der Papst dabei – wenig ändern. Bericht: Mathilde Schwabeneder.

Paul Chaim Eisenberg: Witz und Weisheit eines Oberrabbiners

„Auf das Leben“ – das ist der Titel eines neuen Buches von Paul Chaim Eisenberg, bis 2016 Oberrabbiner von Wien. Nun in Pension, hat er versucht, einen Teil des Erfahrungsschatzes aus seiner Wiener Rabbinatszeit, aber auch von anderen Rabbinern, niederzuschreiben. Im Rahmen des „Yiddish Culture Festival Vienna“ wurde das Werk vor einigen Wochen präsentiert. „Ich denke gern daran zurück, dass ich neben dem Gottesdienst mit den Leuten auch gerne gesungen habe, gelacht habe, Geschichten erzählt habe. So ist auch das Buch entstanden“, erzählt Paul Chaim Eisenberg im Theater am Spittelberg, kurz vor seinem Auftritt mit dem Künstler Roman Grinberg.
Vor ausverkauftem Haus begaben sich die beiden dann auf eine musikalische Reise durch die Geschichte der jüdischen Kultur und der jiddischen Sprache. Dazwischen wurde aus dem neuen Buch vorgelesen und die eine oder andere Anekdote erzählt, garniert mit viel Witz und ein paar „rabbinischen Weisheiten“. Bericht: Marcus Marschalek, Mitarbeit: Dorit Muzicant.

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