Allianz gegen Anwohnerparkzonen: Parken darf kein Privileg für Wenige sein!

Wiener Wirtschaftskammer, Ärztekammer und Landwirtschaftskammer fordern Öffnung der Anwohnerparkplätze von 8 bis 16 Uhr – 64 Prozent der City-Unternehmer sind für Öffnung

Wien (OTS) - Stadt Wien und Wirtschaftskammer Wien haben im Frühjahr 2017 die Öffnung der Anwohnerparkplätze für alle von 8 bis 16 Uhr paktiert. Bis dato wurde diese Vereinbarung aber noch nicht umgesetzt. Dagegen formiert sich jetzt eine Allianz aus Interessensvertretern. Die Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, der Ärztekammer Wien, Thomas Szekeres und der Landwirtschaftskammer Wien, Franz Windisch fordern ein Ende der Blockade und die rasche Öffnung der Anwohnerparkzonen für alle.

Deutliche Mehrheit für Öffnung der Anwohnerzonen

Aktuell läuft im 1. Bezirk eine von der Bezirksvertretung initiierte Befragung der Bewohner – also der privilegierten Profiteure – zum Anwohnerparken. Um auch die Meinung einer großen Gruppe von Verkehrsteilnehmern zu hören, hat die WK Wien MAKAM Research mit einer Umfrage beauftragt. Befragt wurden Ende Dezember die Wiener Unternehmer – also jene, die Jobs schaffen, Wohlstand sichern und die Stadt lebenswert machen. Und die Ergebnisse sind recht eindeutig: 64 Prozent der Unternehmer in der Innenstadt und 75 Prozent der Unternehmer in den Bezirken 2 bis 23 sprechen sich für die Öffnung der Anwohnerparkplätze für alle in der Zeit von 8 bis 16 Uhr aus. Bereits Anfang 2017 sprachen sich in einer MAKAM-Umfrage 77 Prozent der Wiener Bevölkerung für eine Öffnung der Anwohnerparkzonen aus.

„Jeder freie Anwohnerparkplatz ist eine Verschwendung. Und leider stehen tagsüber viele dieser Parkplätze ungenutzt leer. Zudem schließt das exklusive Reservieren von vielen Parkplätzen für wenige Nutznießer die große Mehrheit an Verkehrsteilnehmern aus. Das ist nicht nur ineffizient, sondern auch zutiefst ungerecht“, sagt Walter Ruck und fordert die Öffnung der Anwohnerparkzonen für alle. Befragungen einzelner Bezirke zur Thematik hält Ruck für wenig sinnvoll, weil hier das große Ganze und nicht nur der eigene Vorteil zählen: „Der einzelne Bezirksbewohner wird immer für den reservierten Parkplatz vor der Haustür stimmen. Aber man fragt ja auch nicht Lewis Hamilton, ob er auf Lebenszeit aus der fix reservierten Pole-Position starten möchte“, zieht Ruck einen Vergleich.

Ärztekammer fordert Parkpickerl für Ordinationen

Auch die Wiener Ärztekammer hat sich der Allianz zur Öffnung der Anwohnerparkzonen angeschlossen. Thomas Szekeres übt heftige Kritik an der Stadt und fordert Änderungen: „Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ist es derzeit nicht erlaubt, mit dem Arzt-im-Dienst-Schild während der Ordinationszeiten vor der Ordination zu parken. Gleichzeitig weigert sich die Stadt Wien seit Jahren, Ärztinnen und Ärzten ein Parkpickerl analog zu anderen Unternehmern und den Bedingungen der Bewohner des Bezirks auszustellen. Damit verwehrt man uns Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, flexibel unser Auto zu vernünftigen Konditionen in der Nähe der Ordination zu parken, während man gleichzeitig die wohnortnahe Betreuung der Bevölkerung sowie eine hohe Visitentätigkeit insbesondere der Hausärzte einfordert.“ 

Landwirtschaft: "Geht um Versorgung mit regionalen Lebensmitteln"

„Die tägliche Versorgung der Wienerinnen und Wiener mit saisonalen und regionalen landwirtschaftlichen Produkten ist uns ein wesentliches Anliegen. Dafür bedarf es funktionierender Vertriebswege in der Stadt. Diese erfolgen einerseits durch Belieferung und Betreuung der Marktstände auf den Wiener Märkten und andererseits durch steigende Direktzustellungen an Feinkostläden, die Gastronomie bis hin zum Konsumenten“, so Franz Windisch, „Um diese Lieferqualität auch in Zukunft gewährleisten zu können ist es wichtig, dass die für den Transport erforderlichen Fahrzeuge in den Kurzparkzonen abgestellt und auch tagsüber freie Anwohnerparkplätze dafür herangezogen werden können. Derzeit werden Antragstellungen für „Parkpickerl“ wie Servicekarte, Parkkleber, Tagesparkschein oder Parkkarte durch landwirtschaftliche Betriebsführer aber abgewiesen, da dies nur für Gewerbetreibende, aber nicht für landwirtschaftliche Betriebe möglich ist. In diesem Sinne müssen im ersten Schritt die rechtlichen Voraussetzungen zur Gleichstellung mit Gewerbetreibenden getroffen werden. In weiterer Folge werden die vorgeschlagenen Maßnahmen der Wirtschaftskammer zur Öffnung der Anwohnerparkzonen in der Zeit von 8 bis 16 Uhr unterstützt.“


Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Wien

Martin Sattler

01 51450 1561 martin.sattler@wkw.at

Ärztekammer Wien

Lisa Sophie Lukitsch-Dittlbacher, BA

01 51501 1407 lukitsch-dittlbacher@aekwien.at

Landwirtschaftskammer Wien

Mag. Natalie Weiß

01 5879528 31 natalie.weiss@lk-wien.at

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