Handelsverband und Contrast EY präsentieren den Retail Barometer Österreich 2018

Österreichs Handel muss digitaler werden, um nicht den Anschluss an Amazon und Co zu verlieren

Der Handel befindet sich mitten im Übergang in eine neue Welt. Bislang war es die Aufgabe von Händlern, Filialen zu bauen, Regalmeter bereitzustellen, Regale mit Produkten zu befüllen und diese Produkte mit Massenmedien zu bewerben. Der Händler der Zukunft erhebt und nutzt Informationen aus vielfältigen Quellen, um Kunden individuell über mehrere verschränkte Kanäle - Stichwort Omnichannel - mit einem bedürfnisorientierten Angebot anzusprechen
Martin Unger
Die 250 größten Onlineshops in Österreich erwirtschaften mittlerweile 2,5 Milliarden Euro jährlich, allein im letzten Jahr sind die Umsätze um 8,6 Prozent gestiegen. Diese anhaltende Dynamik im E-Commerce führt zu einer immer stärkeren Marktkonzentration, das heißt immer weniger große Händler teilen sich einen immer größeren Anteil am Kuchen. So erwirtschaften die zehn größten Online-Händler Österreichs zusammen mit 1,2 Milliarden Euro fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 250, amazon.de allein kommt mit 556 Millionen Euro auf ein Viertel. Und 93 Prozent aller österreichischen Online-Shopper zwischen 15 und 60 Jahren haben bereits bei Amazon eingekauft
Rainer Will

Wien (OTS) - Österreichs Handelsunternehmen stehen vor weitreichenden Umwälzungen. Während der digitale Wandel Online-Händler wie Amazon und Alibaba unter die erfolgreichsten Unternehmen der Welt katapultiert hat, dominiert in Österreich nach wie vor der stationäre Handel. In keinem anderen europäischen Land ist die Dichte an Verkaufsfläche pro Kopf so hoch wie hierzulande: Mit 1,67 m2 pro Einwohner liegen heimische Händler vor Belgien (1,64 m2) und den Niederlanden (1,61 m2) in dieser Statistik auf Platz eins. Für viele Retailer in Österreich bedeutet der starke Fokus auf Filialen eine Gefahr - rückläufige Marktanteile und geringere Renditen drohen.

"Der Handel befindet sich mitten im Übergang in eine neue Welt. Bislang war es die Aufgabe von Händlern, Filialen zu bauen, Regalmeter bereitzustellen, Regale mit Produkten zu befüllen und diese Produkte mit Massenmedien zu bewerben. Der Händler der Zukunft erhebt und nutzt Informationen aus vielfältigen Quellen, um Kunden individuell über mehrere verschränkte Kanäle - Stichwort Omnichannel - mit einem bedürfnisorientierten Angebot anzusprechen", so Martin Unger, Partner Contrast EY und Sector Leader Consumer Products & Retail bei EY Österreich.

"Die 250 größten Onlineshops in Österreich erwirtschaften mittlerweile 2,5 Milliarden Euro jährlich, allein im letzten Jahr sind die Umsätze um 8,6 Prozent gestiegen. Diese anhaltende Dynamik im E-Commerce führt zu einer immer stärkeren Marktkonzentration, das heißt immer weniger große Händler teilen sich einen immer größeren Anteil am Kuchen. So erwirtschaften die zehn größten Online-Händler Österreichs zusammen mit 1,2 Milliarden Euro fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 250, amazon.de allein kommt mit 556 Millionen Euro auf ein Viertel. Und 93 Prozent aller österreichischen Online-Shopper zwischen 15 und 60 Jahren haben bereits bei Amazon eingekauft", ergänzt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Die heimischen Handelsunternehmen müssen sich dringend an die neuen Rahmenbedingungen anpassen - und wollen das auch: Fast drei Viertel (73%) passen ihr Vertriebsmodell in den nächsten drei Jahren an. Jeder Zehnte (9%) möchte sein Unternehmen sogar vollkommen neu erfinden. Das sind Ergebnisse des "Retail Barometers Österreich 2018", den Contrast EY, die Strategieberatungsmarke der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY Österreich, gemeinsam mit dem österreichischen Handelsverband erstellt hat. Dafür wurden 106 Entscheidungsträger von Handelsunternehmen und über 500 Konsumenten in Österreich befragt.

Alle Details zum Retail Barometer Österreich 2018 finden Sie HIER

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