SPÖ: Landärzte: Verbesserungen auf Schiene

Seiser: Seit 2013 laufende Verbesserung in der Allgemeinmedizin. Finanzielle Anreize, Neuerung bei Hausarztapotheken und Ausbau des Landarzt-Systems gesichert.

Klagenfurt (OTS) - „Kärnten bietet all seinen Bewohnern eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung rund um die Uhr. Damit das so bleibt, wurden insbesondere im Feld der Allgemeinmedizin seit 2013 wesentliche Verbesserungen umgesetzt – sowohl für die praktizierenden Ärztinnen und Ärzte wie auch für die Patientinnen und Patienten“, hebt SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser hervor.
 
Seiser betont als Maßnahmen auf Seiten der Ärzte die Erhöhung der Honorierung von Visiten im Jahr 2013 um satte 13,8 % und die zugehörige Erhöhung des Kilometergelds, die aktuelle Einführung des Gruppenpraxen-Gesamtvertrags, sowie die laufende Erhöhung der Ordinationshonorierung, die zuletzt mit Beginn 2018 erneut angehoben worden ist.

Auch für die Patientinnen und Patienten konnten Qualitätssteigerungen durchgesetzt werden: Etwa die ärztliche Koordinierungstätigkeit, die die weitere Versorgung von Patienten durch andere Leistungsbringer vereinfacht, das Wundmanagement oder Schwerpunktmaßnahmen zu Diabetes sowie Nieren- und Suchtkrankheiten.  

Kärnten ist aber nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ gut aufgestellt: „Die Zahl der berufsausübenden Ärztinnen und Ärzte steigt permanent. Kärnten verzeichnet mittlerweile  einen Höchststand. Im Bereich der Allgemeinmedizin gibt es zusätzlich zu den 256 Kassenärzten weitere 387 Allgemeinmediziner ohne Kassenvertrag. Insgesamt also 643. Binnen der letzten Jahre wurden außerdem vier neue Planstellen geschaffen, um auch in exponierten Gemeinden die ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Wir reden also nicht von einem definitiven Ärztemangel, sondern von einem Problem der Verteilung“, so Seiser weiter, der darauf verweist, dass es sich hierbei um ein österreichweites Phänomen handelt.

Folglich müssen strategische Überlegungen angestrengt werden, wie ein entstehendes Problem bei den Landärzten in Abstimmung mit dem Stellenplan der GKK effektiv bekämpft werden kann und wie sich der Beruf des Landarztes als wertvoller Zukunftsberuf stärker in den Fokus rücken lässt. „Schließlich wird uns die demographische Entwicklung vor große Herausforderungen im Gesundheitsbereich stellen. Aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung sind darum schon heute Handlungen erforderlich, um zukünftig auf genug hochqualifizierte Allgemeinmediziner in Österreich und Kärnten zurückgreifen zu können. In diesem Zusammenhang muss auch über die Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium nachgedacht werden“, stellt Seiser in Aussicht.

„Etliche Maßnahmen für die Attraktivierung des Landarzt-Berufes laufen und greifen bereits. Das umfasst die Schaffung von ökonomischen Anreizen und finanzieller Unterstützung bei der Eröffnung einer eigenen Praxis, oder die Erleichterungen für das Führen einer Hausarztapotheke. Denkbar ist auch, dass ein Teil der Betriebskosten von der GKK getragen und so die Belastung abgefedert wird“, führt Seiser aus. „Und natürlich muss das Tarifsystem ständig adaptiert werden, um diese wertvolle Tätigkeit fair zu honorieren.“

Auch für die bessere Vereinbarkeit von (Landarzt)Beruf und Familie wurden Vorkehrungen getroffen: „Zum Beispiel durch den Gruppenpraxis-Vertrag, der mit 1.1.2018 in Kraft getreten ist. Dieser bringt den Vorteil, dass sich zwei Ärzte eine Kassenstelle leichter teilen können. Das bedeutet, dass die Belastung für den Einzelnen sinkt und sich Ärzte flexibel ergänzen können – etwa bei Wochenenddiensten oder wenn es saisonal gesteigerten Bedarf nach ärztlicher Versorgung gibt“, so Seiser weiter.

Zudem verweist Seiser auf die Informationsangebote des Landes Kärnten, um mehr junge Menschen und angehende Mediziner für die Allgemeinmedizin zu interessieren und ihnen den Einstieg ins Studium zu erleichtern: „Hervorzuheben ist der Vorbereitungskurs für das Medizinstudium sowie das Klinisch Praktische Jahr, das in Kärnten von der Med-Servicestelle koordiniert wird. Zudem wurde der Kärntner Med Day im Jahr 2017 das erste Mal abgehalten. Ziel ist es, mehr Medizinstudenten und Jungmediziner für eine Ansiedelung in Kärnten zu begeistern.“

„Die Panikmache, dass sich ein Kollaps der Versorgung abzeichnet, ist unangebracht. Handlungsbedarf gibt es natürlich trotzdem, aber in ganz Kärnten sind gegenwärtig lediglich zwei Kassenstellen unbesetzt. Nicht umsonst attestiert die Ärztekammer-Präsidentin Petra Preiss dem Kärntner Gesundheitssystem eine hohe Qualität. Das ist gleichsam eine Bestätigung der erfolgreichen Gesundheitspolitik von Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin Beate Prettner“, schließt Seiser. 


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