Frauenberger/Binder zu Gangbetten: Maßnahmen des KAV greifen – Anstrengungen zur Vermeidung von Gangbetten werden fortgesetzt

Sinkende Bettenanzahl ist Folge des medizinischen Fortschrittes und Ausbau der tagesklinische Leistungen

Wien (OTS) - „Jedes Gangbett ist eines zu viel, daher werden wir unsere Anstrengungen, Gangbetten zu vermeiden, weiter fortsetzen“, unterstreicht Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger zum heute veröffentlichten Bericht des Stadtrechnungshofes zum Thema Gangbetten. Seit 2006 – dem Beginn des Prüfzeitraums – wurde zur Vermeidung von Gangbetten vom Krankenanstaltenverbund (KAV) eine Vielfalt an Maßnahmen gesetzt. Die in den letzten Monaten des Prüfzeitraums vorgenommenen Maßnahmen und deren Verbindlichkeit hat der Stadtrechnungshof ausdrücklich begrüßt. Nunmehr sind einheitliche Vorgangsweisen in Kraft (SOPs) und ein aussagekräftiges Monitoring vorhanden, das im Bedarfsfall sofortige Maßnahmen nach sich zieht, sagen Frauenberger und der medizinische Direktor des KAV, Michael Binder.

Dass es in Ausnahmesituationen zu Gangbetten kommen kann, ist weder ein österreichisches noch Wiener Phänomen, betonte Binder. „Zu bestimmten Zeiten lassen sich Gangbetten leider nicht vermeiden. Das ist auf der ganzen Welt so. Der KAV nimmt das Thema Gangbetten nicht auf die leichte Schulter, ein Bündel an Maßnahmen trägt dazu bei, diese für Patientinnen und Personal die Situation möglichst kurz zu halten“, sagte Binder.

Dass die Zahl der Betten in den Gemeindespitäler im Vergleich zu 2006 trotz steigender Einwohnerzahl in Wien gesunken ist, ist dem medizinischen Fortschritt und den Spitzenleistungen der Wiener Spitalsmitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken, so Binder. „Dadurch ist die Verweildauer in den Spitälern viel kürzer ist als noch vor ein paar Jahren“, erläuterte der medizinische KAV-Direktor. Viele medizinische Leistungen werden mittlerweile tagesklinisch durchgeführt, minimalinvasive Eingriffe und neue OP-Methoden bewirken eine schnellere Genesung und somit einen kürzeren Spitalsaufenthalt.

Es könne vorkommen, dass Betten tageweise gesperrt werden, wie vom Stadtrechnungshof angemerkt. Gründe dafür sind unter anderem Umbauarbeiten, Reinigungen oder die Tatsache, dass wegen ansteckender Krankheiten von PatientInnen weitere Betten in deren Zimmern nicht zur Verfügung stehen. Wenn zum Beispiel in einem Zweibettzimmer eine hochansteckende Person liegt, muss das zweite Bett zur Vermeidung von Ansteckung gesperrt werden. Die Grippewelle in der letzten Saison ist sehr früh aufgetreten und der Verlauf war sehr schwer, daher kam es in diesem Zeitraum zu einer ungewöhnlich angespannten Bettensituation und auf Grund vieler notwendiger Aufnahmen, erläuterte Binder.

Neben den bereits gesetzten Maßnahmen – darunter forciertes Entlassungsmanagement, interdisziplinäre Verlegungen, Zusammenarbeit mit Nachsorgeeinrichtungen – setzt der KAV weitere Schritte, um Gangbetten zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem die Reduktion der Verweildauern, verstärkte Zusammenarbeit von unfallchirurgischen Abteilungen mit Abteilungen für Akutgeriatrie und Remobilisation, verstärkte interdisziplinäre Belegung, forciertes Entlassungsmanagement wo medizinisch möglich, und zusätzliches Monitoring der Überbelegung. Mit der Rettung wurde vereinbart, die Zufahrten unter den Krankenanstalten ausgewogener zu steuern.

Der Stadtrechnungshof hat die Aufstellung von Betten aber auch anderer Gegenstände in Gängen aus sicherheitstechnischer Sicht geprüft. Generell kam der Stadtrechnungshof dabei zum Schluss, dass der Einsatz von Gangbetten dann nicht unzulässig ist, wenn so dem Versorgungsauftrag nachgekommen wird und kein anderes Mittel, um das zu erreichen, zur Verfügung steht. Das Thema Sicherheit – etwa Brandschutzbestimmungen und vorgeschriebene Fluchtwegbreiten – ist für den KAV dabei ein zweiter ganz wesentlicher Aspekt“, so Binder.

Als größter Spitalsbetreiber in Wien steht der Krankenanstaltenverbund den PatientInnen an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden, 365 Tage im Jahr zur Verfügung. Es werden alle PatientInnen aufgenommen, die stationäre Pflege benötigen, niemand wird abgewiesen. Das führt in manchen Fällen – vor allem bei Grippewellen besonderen Ausmaßes wie 2016/2017 – dazu, dass PatientInnen kurzzeitig nicht in Zimmern, sondern auf Gängen untergebracht sind.

Auf die heurige Grippesaison ist der KAV sehr gut vorbereitet, versicherten Frauenberger und Binder. „Es wurden eigene Grippestationen eingerichtet, es gibt ein Flu-Board, Kooperationen mit den Pflegewohnhäusern und eine vorausschauende Bettenplanung. Das wichtigste ist jedoch: alle Menschen, die eine Spitalsbehandlung benötigen, werden diese im KAV auch bekommen. Die Wienerinnen und Wiener können sich zu jeder Zeit auf beste Betreuung und Pflege in Wien verlassen“, so Frauenberger und Binder abschließend.

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