Liste Pilz/Bohrn Mena: Regierung muss jetzt bei Pelz-Stopp aktiv werden

Initiative für EU-weites Pelzfarmverbot und nationale Kennzeichungspflicht nötig

Wien (OTS) - Eine erfreuliche Meldung kam jüngst aus Norwegen, wo bis zum Jahr 2025 alle Fuchs- und Nerzfarmen geschlossen werden sollen. Derzeit werden in Norwegen jährlich über 700.000 Nerze und Füchse gezüchtet und getötet. Die Zustände in den Pelzfarmen sind erschreckend, Tierschutzorganisationen haben vielfach das unerträgliche Leid der Tiere dokumentiert. Weitere wichtige europäische Produzentenländer sind Polen und Dänemark. 

„Es ist sehr erfreulich, dass sich die norwegische Regierung letztlich zu diesem Schritt durchgerungen hat. Nun gilt es auf europäischer Ebene Druck zu machen, dass wir dieses Vorbild für die EU übernehmen und ein generelles Pelzfarm-Verbot für die Europäische Union erwirken. Ein erster Schritt hierzu könnte die Aufnahme von amerikanischen Nerzen in die Liste der invasiven Arten darstellen, die derzeit rund 80 Prozent der Tiere in Pelzfarmen ausmachen. Ich fordere daher die neue Landwirtschaftsministerin auf, sich auf europäischer Ebene entsprechend einzusetzen“, so der Tierschutzsprecher der Liste Pilz, Sebastian Bohrn Mena. 

In Österreich sind Pelzfarmen seit 1998 endgültig Geschichte. Seit 2005 ist ihr Verbot auch durch das Bundestierschutzgesetz entsprechend verankert. Dennoch stammen nach wie vor schätzungsweise über 50 Prozent der in Österreich gehandelten Pelze aus Fallenfang. Die Kennzeichnung bei Echtpelzprodukten funktioniert nicht, wie eine Studie der Fur Free Allliance in Europa und Recherchen der Vier Pfoten in Österreich zeigen. 

„Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung (1007/2011) bringt nicht die gewünschten Erfolge. Selbst wenn sie eingehalten werden würde, was nachweislich viel zu oft nicht der Fall ist, ist sie nicht geeignet um KonsumentInnen eine bewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen. Wir sollten daher auf nationaler Ebene eine Kennzeichnungspflicht nach Schweizer Vorbild umsetzen, wo umfangreiche Informationen echte Transparenz befördern“, meint Bohrn Mena. 

Bei einem solchen Modell der Kennzeichnung müsste die Tierart mit korrektem Artnamen, das Herkunftsland und die Art der Pelzgewinnung im Etikett des Kleidungsstücks angeführt werden. Das ermöglicht den KonsumentInnen auf einen Blick profunde Information. Bislang sind bis zu 50 Prozent aller Textilien (bspw. Hauben), in denen Pelze verwendet werden, nicht entsprechend beschriftet. Dadurch kaufen KonsumentInnen Echtpelz ohne es zu wissen. 

„Ich träume von einem Europa ohne Pelzfarmen und ohne Pelzmode. Um das zu erreichen, müssen wir endlich mit konkreten Maßnahmen anfangen. Das heißt für die Regierung, die Bewusstseinsbildung anzuregen und über Kennzeichnung echte Entscheidungsmöglichkeit zu gewährleisten. Und gleichzeitig gilt es Schritt für Schritt den europäischen Ausstieg aus dieser Qualpraxis auf den Weg bringen“, hält Bohrn Mena fest.

Rückfragen & Kontakt:

Liste Peter Pilz im Parlament
Eva Kellermann
06648818 1042
eva.kellermann@listepilz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LPP0001