Q21/MuseumsQuartier: Lesungen und Talks von SchriftstellerInnen aus der Westbalkan-Region

Wien (OTS) - Entfremdung und Isolation, das Gemeinsame und das Trennende, Migration und kulturelle Identität, Wahrnehmung und Wirklichkeit – mit diesen Themen beschäftigen sich Selma Asotić, Saša Ilić, Selma Kulović und Ervina Halili in ihren Werken. Als Writers-in-Residence im Rahmen des Künstlerstudioprogramms des Q21/MuseumsQuartier in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) sind sie 2018 im MuseumsQuartier zu Gast. Bei Lesungen und Talks stellen sie ihre Werke zudem persönlich dem deutschsprachigen Publikum vor, der Eintritt ist frei.

Selma Asotić ist Mitbegründerin von BONA, des ersten feministischen Magazins Sarajewos. In Wien wird die studierte Literaturwissenschafterin an ihrem neuen Lyrikband „San o vodi“ arbeiten, der sich den Themen Isolation, Entfremdung sowie der Unfähigkeit die Kluft zwischen dem Ich und der Welt zu überwinden, widmen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Element Wasser. Denn Wasser kann sowohl lebensbejahend als auch zerstörerische Wirkung haben. In „San o vodi“ steht die Tiefe des Wassers symbolisch für den Verstand: je mehr man darin eintaucht, desto mehr verliert man den Bezug zur Realität.

Der Autor, Aktivist und Journalist Saša Ilić lebt in Belgrad und ist Chefredakteur von „BETON“, Beilage der Tageszeitung „Danas“. Während seines Gastaufenthalts in Wien wird er für einen Roman über den kroatischen Psychiater Julius Dezider (1895 – 1953) recherchieren. Dieser arbeitete in der Klinik von Kovin, die zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie als Armeespital diente. Gleichzeitig ist Ilić Mitunterzeichner der „Deklaration über eine gemeinsame Sprache“. In dem Dokument geht es um die Überwindung der nach dem Zerfall Jugoslawiens von den politischen Eliten betriebenen nationalistischen Sprachpolitiken. Die Deklaration sieht die Unterschiede zwischen den heute als Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Montenegrinisch bezeichneten Sprachen als Bereicherung und nicht als trennende Elemente.

Selma Kulović ist Mitglied des „Sarajevo Writers’ Workshop“ und studierte Anglistik und Literatur in Sarajewo. In Wien plant sie einen Band mit fünf Kurzgeschichten fertigzustellen, in dem es zum einen um MigrantInnen aus Bosnien-Herzegowina geht, die als Flüchtlinge des Krieges nach Österreich gekommen sind sowie deren Kinder, die in Österreich geboren sind und die österreichische Staatsbürgerschaft haben. Kulović geht es darum herauszufinden, was die Leute mit ihrer alten Heimat verbindet und welche kulturellen Unterschiede es im alltäglichen Leben gibt. In einem weiteren Projekt widmet sich Kulović der österreichischen Kultur, ihrer Geschichte, Traditionen und Bräuche, als Beispiel für Wiens unstreitig multikulturelle Identität.

Ervina Halili stammt aus dem Kosovo. Die studierte Literaturwissenschafterin veröffentlichte bereits drei Gedichtbände. Halili beschäftigt sich in ihren Werken mit dem Surrealismus als eine physische Automatik bei der Auffassung der Dinge. Sie untersucht dabei den Begriff Zeit und die Wahrnehmung der Wirklichkeit. In ihrer poetischen Arbeit möchte sie die herkömmlichen Konventionen bei der Sicht der Dinge überwinden und zeigt dabei die Komplexität des menschlichen Gehirns auf sowie dessen Unfähigkeit, ein komplexes Umfeld zu erfassen.

Um die Werke der Writers-in-Residence der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird es von Jänner bis Juni Lesungen und Talks im Raum D/Q21 geben: Montag, 22.01., 19h (Selma Asotić), Montag 12.03., 19h (Saša Ilić), Dienstag 22.05., 19h (Selma Kulović), Mittwoch, 20.06., 19h (Ervina Halili). Der Eintritt ist frei.

Bereits seit 2015 bietet das Q21/MuseumsQuartier in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) ein eigenes Studio ausschließlich für SchriftstellerInnen aus dem Westbalkan an. Dabei stellt das Q21 das Studio zur Verfügung, während das BMEIA die Aufenthaltsstipendien finanziert. Die Ausschreibung erfolgt jeweils im Vorjahr für das laufende Jahr. Die Einladung der AutorInnen aus dem Westbalkan soll diesen ermöglichen, sich mit der österreichischen Szene zu vernetzen, ihre Arbeit weiterzuentwickeln und diese auch einem österreichischen Publikum zugänglich zu machen.

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