Mailath: "Uneingeschränkte Wissensvermittlung ist Basis unserer Demokratie"

Wiens Wissenschaftsstadtrat präsentiert neue Programmierung der Wiener Vorlesungen

Wien (OTS) - „Seit drei Jahrzehnten setzen die Wiener Vorlesungen Impulse für aktuelle Diskussionen, pointierte Antworten zu Kontroversen, Anstöße für notwendige Auseinandersetzungen und sind aus der Wiener Öffentlichkeit nicht mehr wegzudenken. Sie waren Initialzündung für einen offenen und öffentlichen Diskurs, der nicht nur innerhalb wissenschaftlicher Zirkel geführt wird, sondern breite Bevölkerungsschichten erreicht“, erklärt Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny anlässlich der Programmpräsentation. Freier Zugang zu Informationen und uneingeschränkte Wissensvermittlung seien Basis jeder funktionierenden Demokratie.
„Die Wiener Vorlesungen bieten in einer oft unübersichtlichen Situation von Fakten und Informationen ein Navigationssystem, das dabei hilft, Dimensionen abzuschätzen, Fragen zu bewerten und Entscheidungen zu treffen. Sie sind ein Informationskatalysator für neue Erkenntnisse aus unseren Forschungswerkstätten und leisten einen wichtigen Anteil für eine aufgeklärtere Gesellschaft“, so Mailath im Wiener Rathaus.

Neupositionierung der Wiener Vorlesungen

Die Veranstaltungen finden auf Einladung des Wiener Bürgermeisters statt, der bei freiem Eintritt die Tore des Rathauses öffnet. Als lebendiges und innovatives Wissenschaftsformat werden die Wiener Vorlesungen ab diesem Jahr nicht nur neue inhaltliche, sondern auch strukturelle Schwerpunkte setzen:

• Jahresschwerpunkt
Die jährlichen Programme fokussieren nun auf ein Jahresthema. Das Jahr 2018 steht unter dem Motto des Gedenk- und Erinnerungsjahres 2018 – 100 Jahre Republik Österreich. Im Wiener Rathaus erfolgt am 11. Jänner der Auftakt zum Gedenkjahr durch den ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer, der zusätzlich eine eigene Vorlesung für Kinder halten wird. 2018 kommt es im Format der Diskussionsrunden zu spannenden Positionen der Konferenz gegen Antisemitismus, zu kritischem Denken im Zeichen von Günter Anders, zu Zivilcourage als gesellschaftlichem Impuls, zu Journalismus über Flucht und Vertreibung sowie zum Komplex Geisteswissenschaften und Demokratie insgesamt.

• Urbanität und Öffnung
Die Wiener Vorlesungen gehen auch in die Bezirke im Sinne einer Öffnung für ein breiteres Publikum. Neben den großen Formaten im Rathaus und im RadioKulturhaus werden die Wiener Vorlesungen mit verschiedenen Kooperationspartnern in den Bezirken stattfinden. In der Brunnenpassage der Wiener Caritas in Ottakring wird es z.B. im April eine Veranstaltung zum Thema „Zivilcourage – Impulse für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ geben.

• Fokus Gesellschaftspolitik
Im Sinne von „Weniger ist mehr“ verringert sich die Zahl der Veranstaltungen bei einer inhaltlich verstärkten Konzentration auf die Dimensionen der Stadt und ihrer Zukunft. Die Themen sind politisch relevant und werden kontroversiell diskutiert. Gesellschaftspolitische Fragen stehen dabei im Vordergrund, sodass eine breitere Öffentlichkeit generationsübergreifend erreicht werden kann. Im März diskutiert im Rahmen der Verleihung des Günther Anders-Preises im RadioKulturhaus unter anderem Konrad Paul Liessmann zur Aktualität von Günther Anders.

• Perspektive Junge Wissenschaft
Wien verfügt über verschiedene wissenschaftliche Stärkefelder, in denen besonders junge, hoch talentierte Forscherinnen und Forscher tätig sind. Deren Tätigkeit soll unter anderem mit Formaten, die neben exzellenten Spitzenforschenden auch junge Nachwuchshoffnungen zu Wort kommen lassen, gezeigt und diskutiert werden. Dazu findet im Herbst 2018 im RadioKulturhaus eine Veranstaltung zum Thema „Junge Talente stellen sich vor“ statt.

• Wissenschaft anders
Ebenso sollen innovative Veranstaltungsformate, die Wissenschaft in einem anderen Licht positionieren, zur Öffnung für neues und jüngeres Publikum an anderen Orten beitragen. Im Frühsommer wird z.B. unter dem Motto „Lieder und Worte“ ein Auftritt des Chors der Universität für Bodenkultur Wien einen Vortrag zur Gestaltung von Natur in der Stadt umrahmen.

• Vernetzung und Kooperation
Es werden Partnerschaften mit wesentlichen Wiener Institutionen aus Wissenschaft und Kultur eingegangen bzw. erweitert. So wird in Kooperation mit mehreren Universitäten die Internationale Konferenz gegen Antisemitismus im Februar 2018 als Wiener Vorlesung eröffnet und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Zusätzlich zu den Veranstaltungen werden auch weiterhin ausgewählte Wiener Vorlesungen als Buchpublikation erscheinen.

Ein Teil der Veranstaltungen wird von ORF III aufgezeichnet und zu mehreren Zeitpunkten gesendet, damit wird einem noch größeren Publikum die Möglichkeit geboten, Teil von gelebter Wissenschaft zu werden.

Erste Wiener Vorlesung 2018

Heinz Fischer, Jan M. Piskorski
Demokratie in Österreich

Auftakt zum Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018 – 100 Jahre Republik Österreich

Wiener Rathaus, Festsaal, mit ORF III-Übertragung
Donnerstag, 11. Jänner 2018, 19.00 Uhr

Infos: www.wienervorlesungen.at
Fotos: auf Anfrage

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Mag. Alfred Strauch
Mediensprecher Stadtrat Kultur, Wissenschaft & Sport
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