Erster „kulturMontag“ 2018: Richards Löwenherz, Geigers Drachenwand, Golden Globes im Zeichen von #MeToo

Außerdem: Dokumentation „AUSGELACHT!? – Karikaturen und Pressefreiheit“

Wien (OTS) - Ein breites Themenspektrum beleuchtet der von Clarissa Stadler präsentierte erste „kulturMontag“ des Jahres 2018: am 8. Jänner um 22.30 Uhr in ORF 2. So setzt sich die Sendung anlässlich einer Ausstellung über Richard Löwenherz in Speyer mit dem spektakulärsten Kidnappingfall des vergangenen Jahrtausends auseinander, der u. a. die Entstehung von Wiener Neustadt begründete. Weitere Themen sind der neue Roman von Arno Geiger – „Unter der Drachenwand“ – sowie die diesjährige Verleihung der Golden Globes, die ganz im Zeichen der #MeToo-Kampagne steht.
Anschließend an das Magazin zeigt ORF 2 anlässlich des dritten Jahrestages des Anschlags auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ die Dokumentation „AUSGELACHT!? – Karikaturen und Pressefreiheit“ (23.15 Uhr).

Löwenherz, Leopold und das Lösegeld – DER Kidnapping-Fall des vergangenen Jahrtausends

Richard Löwenherz ging als Ideal des ritterlichen Herrschers in die Geschichte ein und ist – dank Hollywood – heute einer der bekanntesten Könige des Mittelalters. Großer Mut und wenig diplomatisches Geschick zeichneten den englischen Monarchen auf dem Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems von den Moslems aus. Er desavouierte den französischen König und brüskierte den Babenberger-Herzog Leopold. 1192 wurde er in Wien gefangen genommen und auf Dürnstein eingekerkert. Sechs Wochen feilscht man um Lösegeld – die exorbitante Summe von 100.000 Mark in Silber – stolze 23 Tonnen, rund das doppelte Jahressteueraufkommen Englands. Der kluge Babenberger Herzog Leopold V. investierte in Infrastruktur – Wiener Neustadt verdankt dem Lösegeld seine Gründung. Die Stadt eine englische Enklave? Denn zurückbezahlt wurde das Geld trotz anders lautender Versprechungen nie. Eine Ausstellung in Speyer, wo Richard einst ein Schauprozess gemacht wurde, sucht den Menschen hinter der Legende. Und was man in Wiener Neustadt über den englischen Finanzier denkt, dem geht der „kulturMontag“ nach.

„Unter der Drachenwand“ – das neue Buch von Arno Geiger

Für seinen Schlüsselroman zur Zweiten Republik „Es geht uns gut“ hat Arno Geiger 2005 den damals zum ersten Mal vergebenen deutschen Buchpreis erhalten. Alle drei Jahre erscheint durchschnittlich ein neues Buch des gebürtigen Vorarlbergers, der zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern der Gegenwart gerechnet wird. An seinem demnächst veröffentlichten neuen Werk „Unter der Drachenwand“ über das Jahr 1944 hat er ein Jahrzehnt gearbeitet. Die Geschichte eines Wehrmachtssoldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs und Leben und Lieben in finsteren Zeiten. Der „kulturMontag“ hat den Autor am Mondsee getroffen.

Golden Globes 2018 – im Zeichen der #MeToo-Kampagne

Die 75. Verleihung der Golden Globes am Sonntag in Beverly Hills wird ganz im Zeichen der #MeToo-Kampagne stehen. Auf dem roten Teppich sollen schwarze Abendroben getragen werden. Alle Trophäen in Form einer goldfarbenen Weltkugel in den 25 Film- und Fernsehkategorien sollen zudem von Frauen überreicht werden. Die #MeToo-Enthüllungen über sexuelle Übergriffe haben lange Jahre des Schweigens beendet und über die Grenzen der Filmbranche weltweit für eine Welle der Empörung gesorgt. Die Missbrauchsvorwürfe hatten auch längst direkte Folgen in der Filmbranche: Kevin Spacey etwa ist zur Persona non grata geworden – alle seine Szenen in „Alles Geld der Welt“ hat Regisseur Ridley Scott schlicht neu gedreht. Nun ist der Film dreifach nominiert – auch der neu besetzte Christopher Plummer als Milliardär J. Paul Getty darf hoffen. Als Kino-Favoriten gelten allerdings das siebenfach nominierte Fantasymärchen „Shape of Water“ von Guillermo del Toro und Steven Spielbergs sechsfachnominierter Politfilm „Die Verlegerin“. Der „kulturMontag“ bringt eine Zusammenfassung der Show.

Dokumentation „AUSGELACHT!? – Karikaturen und Pressefreiheit“

In einer Welt, in der sich Geschichte, Wissen und Mentalitäten ständig verändern und neue Technologien erfunden werden, muss das Recht auf freie Meinungsäußerung immer wieder neu erstritten und verteidigt werden. Wie es um die Meinungsfreiheit eines Landes bestellt ist und welche Tabus dort herrschen, lässt sich am Umgang mit den Karikaturen von Pressezeichnern ablesen, wie der Dokumentarfilm „Ausgelacht!? – Karikaturen und Pressefreiheit“ von Olivier Malvoisin an Beispielen aus in Israel, Palästina, Deutschland, Tunesien, Frankreich, Belgien oder den Vereinigten Staaten skizziert. Zu Wort kommen u. a. der Franzose und Mitbegründer der Initiative „Cartooning for Peace“, Plantu, der Berliner Karikaturist Rainer Hachfeld und der amerikanische Karikaturist und Kolumnist Jeff Danziger. Dabei geht es um politische Korrektheit, Tabus und Tabu-Brüche, die nach dem Anschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ vor drei Jahren wieder die Diskussion neu aufflammen ließen.

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