Stadt Wien ist bestens auf eine Grippewelle vorbereitet

Schneller Infoaustausch hilft Gangbetten vermeiden. Bis jetzt nur vereinzelt Grippefälle in den KAV-Spitälern registriert

Wien (OTS) - Spätestens im Februar, wenn die Semesterferien in den Bundesländern anlaufen, wird klar sein, ob über Österreich und Wien eine Grippewelle rollen wird. Bis jetzt wurden in den Wiener Spitälern nur vereinzelt echte Grippefälle registriert. Doch wenn die Grippewelle in Wien tatsächlich ausbricht – also mehr als 10.000 Neuerkrankungen in einer Woche – dann sind die städtischen Spitäler gut vorbereitet. Wie jedes Jahr setzt die Stadt ein engmaschiges Netz an Aktivitäten in Gang, das alle PartnerInnen im Gesundheitswesen einschließt: niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, der Gesundheitsdienst der Stadt Wien, Magistratsabteilung 15 und die Gemeindespitäler. „Nur im Zusammenspiel aller Beteiligten kann es in einer großen Stadt gelingen, die jährlich auftretenden Grippewellen gut in den Griff zu bekommen“, betont Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin-Stellvertreterin und Direktorin für Organisationsentwicklung und Personal im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV).

Flu-Boards steuern und kontrollieren die Abläufe

Die Spitäler des KAV haben seit vielen Jahren Erfahrungen mit Grippewellen und haben dafür schon immer verschiedene Maßnahmen wie Grippepläne, präzise Beobachtung der Lage bei Grippewellen, Definition von Grippestationen und mehr festgelegt. „Die Akutspitäler versorgen im Zuge von Grippewellen den größten Teil der PatientInnen. Damit das auch in Zukunft bestens funktioniert, haben wir schon im Frühjahr 2017 die Grippepläne der Spitäler und der Generaldirektion auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und einige Neuerungen eingeführt“, sagt Michael Binder, Direktor für den Bereich Health Care Management im KAV. Wesentliche Maßnahmen seien zum Beispiel die engmaschige Abstimmung aller Häuser zu einem einheitlichen Grippeplan, intensivierter Austausch der Spitäler untereinander und die verstärkte Zusammenarbeit mit Abteilungen für Akutgeriatrie und Remobilisation, das entlastet die Akutspitäler.

Sobald eine Grippewelle besteht, treten die Grippepläne des KAV und der einzelnen Häuser in Kraft:

- Bereits im Vorfeld haben die Spitäler Stationen als „Grippestationen“ definiert, auf diesen Bettenstationen werden dann bevorzugt die GrippepatientInnen versorgt. Das verringert die Ansteckungsgefahr für PatientInnen, die nicht an der Influenza erkrankt sind.

- In den Spitälern werden die Flu-Boards aktiviert, Mitglieder sind die Direktion, VertreterInnen von Medizin und Pflege, aus den Hygieneteams, je eine Ärztin/ein Arzt und ein/e Mitarbeiter/in des Belagsmanagements.

- Die Flu-Boards treten in jedem Spital zumindest einmal täglich zusammen, um die aktuelle Lage zu beurteilen, was das PatientInnenaufkommen, die Bettensituation und die Personalsituation betrifft. Die Generaldirektion wird über die Entwicklung laufend informiert und unterstützt die Abstimmung in und zwischen den Häusern.

- Die Spitäler tauschen sich im Bedarfsfall auch untereinander aus. Auf den Intranet-Seiten der einzelnen Spitäler wird zusätzlich tagesaktuell über die jeweilige Lage berichtet, so haben alle Häuser Zugang zu Informationen über die Situation.

- Es ist sichergestellt, dass an allen Häusern die Labordiagnostik State of the Art erfolgt.

- Im Bedarfsfall könnte auch Personal aus dem Urlaub zurück gerufen werden.

Grippe-Schnelltests

„Die KAV-Spitäler sind heuer noch besser vernetzt als bisher. So kann jetzt zeitnah festgestellt werden, in welchen Häusern die Grippestationen rascher voll werden. Mit dieser Info hat der KAV die Chance, die GrippepatientInnen besser auf die KAV-Spitäler aufzuteilen und die Etablierung von Gangbetten zu minimieren“, sagt Brigitte Ettl, Ärztliche Direktorin im KAV-Krankenhaus Hietzing. Zusätzlich seien in den Wiener Gemeindespitälern alle Maßnahmen darauf ausgerichtet, dass Grippeerkrankte schnell identifiziert werden und niemanden weiteren mit Influenza anstecken.

Und in den Spitälern des KAV stehen heuer erstmals neue Schnelltests zur Verfügung, mit denen rasch und sicher festgestellt wird, ob es sich um die echte Influenza handelt oder nicht. „So können wir rasch entscheiden, ob die betroffenen PatientInnen auf den Grippestationen aufgenommen werden müssen“, sagt Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin im KAV-Kaiser-Franz-Josef-Spital. Man sei sehr gut vorbereitet, auf den Grippestationen würden die Kolleginnen und Kollegen aller Berufsgruppen höchst engagiert zusammenarbeiten. Der Wiener KAV ist eine der ersten Krankenanstalten in Österreich, die die neuen Tests einsetzen.
Die Grippe-Testergebnisse werden systematisch der Spitals-Direktion gemeldet und täglich evaluiert. Dadurch können organisatorische Maßnahmen im Krankenhaus frühzeitig angepasst werden (zusätzliche Grippestationen, Bestellwesen für Medikamente und Artikel, tägliches Flu-Board, Personalverstärkung, Personalausgleichsmaßnahmen).

Falls die Grippewelle wieder ein größeres Ausmaß erreichen sollte, dann sind weitere Stationen darauf vorbereitet, als Grippestationen geführt zu werden. Ob eine Grippewelle wieder besonderes heftig ist, wird durch Monitoring-Maßnahmen rechtzeitig erkannt werden. In diesem Fall wird wieder ein eigens eingerichtetes ExpertInnen-Board täglich zusammentreffen, um zeitnah wichtige Maßnahmen zu ergreifen, z.B. zusätzliche Grippebetten, Personalausgleichsmaßnahmen, Personalverstärkung, Transportverstärkung und mehr. Die Krankenhausleitung hat einen Stufenplan festgelegt, wie man zusätzliche Grippestationen durch Verschieben von planbaren Spitalsbehandlungen einrichten und betreiben kann.

Viele können die Grippe zuhause auskurieren

In den meisten Fällen ist auch eine echte Influenza eine Erkrankung, die gut zuhause behandelt werden kann. Manche Personen werden aber so krank, dass sie stationäre Aufnahme benötigen, erst dann kommt das Krankenhaus ins Spiel. Die Grippepläne unterstützen die Planung und Durchführung in Zeiten hoher Belastungen des Krankenhaussystems, dadurch wird die Versorgung der PatientInnen gesichert, die eine stationäre Versorgung benötigen.
Sogenannte „Notbetten“ werden mit vorausschauender Planung zwar weitaus unwahrscheinlicher. Für den KAV gilt aber: Alle PatientInnen werden behandelt, auch bei hoher – und manchmal zu hoher Auslastung. Die Spitäler des KAV sind für alle PatientInnen da, die einen stationären Aufenthalt brauchen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche 365 Tage im Jahr.

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