Vorläufige Feinstaubbilanz 2017

Wien (OTS) - Die vorläufige Feinstaubbilanz des Umweltbundesamtes für das Jahr 2017 zeigt kein einheitliches Bild: In den nördlichen Teilen Österreichs und im Süden wurde an deutlich mehr Tagen eine Feinstaubkonzentration (PM10) von mehr als 50 µg/m³ (Tagesmittelwert) als in den letzten Jahren (2013 bis 2016) festgestellt, im Westen war die Feinstaub-Belastung vergleichbar niedrig wie in den Vorjahren. Überschreitungen des Tagesmittelwerts von 50 µg/m³ traten im Nordosten vor allem während der Belastungsepisoden im Jänner und Februar 2017 auf, im Süden Österreichs und insbesondere in der Steiermark auch im November und Dezember 2017. Überschreitungen des Grenzwertkriteriums nach IG-L, Immissionsschutzgesetz Luft (mehr als 25 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³) wurden 2017 in Graz und in der südlichen Steiermark registriert.

Das Grenzwertkriterium der EU-Luftqualitätsrichtlinie für PM10 für den Tagesmittelwert (in einem Kalenderjahr dürfen nicht mehr als 35 Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ liegen) wurde entsprechend der vorläufigen Daten im Jahr 2017 in Graz überschritten (Graz Don Bosco an 49 Tagen, Graz Süd an 44 Tagen). Die Jahresmittelwerte für Feinstaub (PM10) dagegen lagen, ähnlich den letzten drei Jahren, auf einem sehr niedrigen Niveau. Abgesehen von den hoch belasteten Monaten Jänner und Februar lagen die PM10-Konzentrationen während des restlichen Jahres 2017 fast durchwegs deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Die vorläufige Feinstaubbilanz 2017 beruht auf vorläufigen Daten aus den Luftgütemessungen der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes. Die Qualitätssicherung der Daten wird im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen, erst dann können Grenzwertverletzungen definitiv festgestellt werden. Grenzwerte für Feinstaub, sowie Vorgaben für die Messung und Berichterstattung sind im Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) festgelegt. Im Fall von Grenzwertüberschreitungen sind entsprechende Maßnahmen zur Minderung der Belastung durch die Landeshauptleute umzusetzen.

Belastungsepisoden 2017 und langjähriger Trend

Ausschlaggebend für die Belastungsepisoden am Beginn des Jahres 2017 waren längere Zeiträume im Jänner und Februar mit niedrigen Temperaturen sowie mit dem häufigen Auftreten von Wetterlagen mit regionaler Schadstoffakkumulation und mit Fernverfrachtung von Feinstaub von Osten. Der langjährige Trend hingegen zeigt eine sinkende Belastung, verursacht durch Emissionsreduktionen in Österreich, aber auch in den Nachbarländern.

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