APA-DeFacto-Politikerranking: Wer hat die Top-Medienpräsenz?

Jahresranking im Politik-Channel von APA-OTS: die Top 20 der österreichischen Politikerinnen und Politiker – Kurz, Kern und Strache vorne.

Wien (OTS) - Die stärkste Medienpräsenz des Jahres 2017 verzeichnete Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Nachdem Reinhold Mitterlehner, ÖVP-Parteivorsitzender und Vizekanzler in der rot-schwarzen Koalition, in der Nacht auf den 10. Mai mit den Worten „Ich finde, es ist genug“, seinen Rücktritt verkündete, übernahm Kurz, damals noch Außenminister, den Parteivorsitz. Mitterlehner bestätigte im Zuge seines Rücktrittes auch zuvor kursierende Gerüchte, wonach es zwischen ihm und Kurz die Vereinbarung gegeben hätte, Kurz bei der kommenden Nationalratswahl als Spitzenkandidat den Vortritt zu lassen. Am 14. Mai designierte der ÖVP-Parteivorstand Kurz einstimmig zum Parteiobmann – und akzeptierte die von Kurz daran geknüpften Bedingungen, wie eine Nationalratswahlkandidatur mit formell eigenständiger Liste sowie klare personelle Entscheidungskompetenzen. Mit seiner „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ startete Kurz im Spätsommer in einen gut orchestrierten Wahlkampf, der für ihn mit 31,5% und dem ersten Platz bei den Nationalratswahlen am 15. Oktober endete. Zusammen mit der drittplatzierten FPÖ trat er kurz darauf in Koalitionsverhandlungen. Am 18.12. wurde die aus 14 Ministern bestehende schwarz-blaue Regierung von Bundespräsident Alexander van der Bellen angelobt.  

In das neue Jahr startet die Regierung unter Bundeskanzler Kurz mit einer Regierungsklausur am 4. Jänner auf Schloss Seggau bei Leibnitz. Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) kündigte an, dass man um eine "gute Mischung" aus Entlastungen für die Menschen, Maßnahmen im Sicherheitsbereich und Sparen im System“ bemüht sein werde. 

Auf dem zweiten Platz im Jahresranking liegt der SPÖ-Parteichef Christian Kern. Kern ging als Bundeskanzler in das Jahr 2017 und startete in Wels mit einer Präsentation des "Plan A". Das vorgelegte Programm sollte eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Neuordnung Österreichs initiieren, Punkte aus dem auf 8,5 Milliarden Euro budgetierten Maßnahmenpaket fanden sich dann auch im neuen Regierungsprogramm, das Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner kurze Zeit später präsentierten. Der Neustart war eine Reaktion auf inner-koalitionäre Turbulenzen und ein Versuch, Neuwahlen abzuwenden. Zu vorgezogenen Wahlen kam es nach dem Rücktritt Mitterlehners aber dann doch. Überschattet wurde der folgende Wahlkampf durch die "Affäre Silberstein": Der für die SPÖ tätige Politik-Berater Tal Silberstein wurde Mitte August in Israel wegen Geldwäscheverdacht verhaftet; kurz danach wurden Dirty-Campaigning-Aktivitäten gegen Sebastian Kurz bekannt, die Silberstein orchestriert hatte. Die Vorwürfe schädigten Kern schwer, er bezeichnete die Zusammenarbeit mit Silberstein als "politischen Fehler". Das Kanzleramt verlor Kern nach der Nationalratswahl zwar an Kurz, aber zumindest eine Wahl konnte er für sich entscheiden: Das im Wahlkampf gefallene Kern-Wort "Vollholler" - gemünzt auf die Forderung Kurz', die Fluchtrouten über das Mittelmeer zu schließen - wurde im Dezember zum "Wort des Jahres" gekürt. 

FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache liegt im Jahresranking auf Platz 3. Strache beendet das Jahr 2017 als Vizekanzler in einer schwarz-blauen Regierung und Minister für die Ressorts öffentlicher Dienst und Sport. In den Nationalratswahlkampf stieg die FPÖ relativ spät ein, gab sich dann aber umso staatstragender und präsentierte mit dem im August lancierten Wirtschaftsprogramm eine neue Parteilinie, die sich auf „Fairness“ und Strache als „Vordenker“ fokussierte. Bei der Nationalratswahl erreichte die FPÖ 26% der Stimmen und somit Platz drei – knapp hinter der SPÖ. Gut zwei Monate dauerten die Koalitionsgespräche mit der ÖVP, am Ende stand aber ein 182 Seiten starkes Regierungsprogramm, das unter anderem mit der Aufhebung des allgemeinen Rauchverbotes in der Gastronomie, das ursprünglich im Mai 2018 in Kraft treten sollte, für medialen Wirbel sorgte.

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