Neues Mündl-„Universum“ über „Kitz & Co. – Die Kunst des Verschwindens“ – am 31. Dezember um 17.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Warum hat ein Rehkitz weiße Flecken – und warum verschwinden sie, wenn es älter wird? Wieso sind Frischlinge gestreift und erwachsene Wildschweine nicht? „Somatolyse“ heißt das Zauberwort – der Begriff aus dem Griechischen bedeutet „Auflösung des Körpers“ und bezeichnet eine besondere Schutzfunktion, die für viele Jungtiere in den ersten Lebenswochen wie eine „Tarnkappe“ wirkt. „Universum“-Regisseur Kurt Mündl begleitet in seiner neuen Dokumentation „Kitz & Co. – Die Kunst des Verschwindens“ am Sonntag, dem 31. Dezember 2017, um 17.05 Uhr in ORF 2 das Heranwachsen eines Rehkitzes und seine gefahrenvollen Wege, zeigt, wie Tierkinder das Versteckspiel im Wald meisterlich beherrschen und welche ausgefeilten Tarnstrategien Kitz & Co. das Überleben in der Natur sichern sollen.

Rehgeißen beispielsweise lassen ihre Jungen oft über Stunden allein. Das Kitz ist noch nicht stark genug, um seiner Mutter zu folgen, diese aber muss genug Futter für sich selbst finden, um Milch für das Junge produzieren zu können. Die einzige „Waffe“ des kleinen Rehs ist, quasi unsichtbar für Feinde zu sein. Und weiße Flecken inmitten einer Wiese voller Löwenzahn oder Gänseblümchen scheinen da keine schlechte Strategie zu sein.

Kurt Mündls Film zeigt, dass oft gerade die hilflos Wirkenden am stärksten sind, wenn es um „Unauffälligkeit“ geht. Sie sind die wahren Meister in der „Kunst des Verschwindens“. Manche tragen ihr „Tarnkleid“ nur in ihren ersten Lebensmonaten, andere aber auch ein Leben lang. Die Dokumentation zeigt aber auch, dass sich viel mehr Tierarten dieser speziellen Tarn-Variante bedienen, als man für möglich hält: Der Feldhase etwa ist ein Meister der Tarnung, obwohl er eigentlich nur ein schlichtes, braunes Haarkleid trägt. Doch dieses hat so feine Hell- und Dunkel-Nuancen, dass man Hasen-Babys oft aus einem Meter Entfernung nicht erkennen kann.
Oder junge Wildschweine, die in ihrer Jugend gestreift sind: Auch bei ihnen ist das Tarnkleid ein „Schutz auf Zeit“. Wie bei den Jung-Rehen verschwinden die speziellen Tarnmuster im Laufe ihres ersten Lebensjahres. Doch dieser evolutionäre Vorteil reicht aus, diese Arten seit Jahrtausenden auf der „Bühne des Lebens“ zu bewahren.

„Kitz & Co.“ zeigt diese Phänomene nicht nur bei Säugetieren: Auch Wildvögel wie die Wachtel oder der Habicht bedienen sich einer speziellen Farbmusterung zwischen getropft, gestreift oder quer gewellt, um in ihrem Lebensraum so wenig wie möglich aufzufallen. Fantastische Phänomene, die man sogar bei Insekten beobachten kann – wie zum Beispiel beim Großen Wiener Nachtpfauenauge – dem größten Schmetterling Mitteleuropas, der mittels Nachahmung von Flecken und Mustern besser durchs Leben kommt.

Wesentlich ist bei allen „Verschwindungskünstlern“ ihr Verhalten:
Viele Wildtiere, wie eben Feldhase oder Jung-Reh, harren völlig unbewegt aus, auch wenn Menschen oder Tiere in ihre Nähe geraten. Dieses spezielle Verhalten ist Teil ihrer Überlebensstrategie. Die Kombination aus Tarnfarbe und starrem Liegeverhalten am Boden sind angeborene Verhaltensmuster, die von den Jungen nicht erlernt werden müssen.

Der Film wurde in Niederösterreich, Oberösterreich, Wien, Tirol, Kärnten, in der Steiermark und im Burgenland gedreht. Die Produktion ist mit 4K-Technik produziert und mit extrem langbrennweitigen Teleobjektiven gefilmt. Nur so war es möglich, schnelle und scheue Fluchttiere wie Rehe und Wildschweine nahe genug vor die Linse zu holen. Zum Einsatz kamen sowohl die Steady-Cam und Kran-Aufnahmen sowie aufwendige Flug-Aufnahmen.

Die „Universum“-Dokumentation ist eine Produktion von Power of Earth Productions im Auftrag des ORF in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise und ARTE G.E.I.E. mit Unterstützung der Filmförderung des Landes Niederösterreich.

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