AKV-Kukacka-Appell anlässlich Stephanitag an Kanzler Kurz und Außenministerin Kneissl

Bundesregierung soll im Jahr 2018 Christenverfolgung und sichere Rückkehr der Christen auf die Agenda der europäischen Außenpolitik setzen

Wien (OTS) - Anlässlich des Stephanitages, dem Festtag des hl. Stephanus, der als erster Märtyrer der Kirche verehrt wird, zeigte sich der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) Helmut Kukacka tief betroffen, dass Christen auch nach 2.000 Jahren in verschiedenen Regionen der Welt getötet, eingesperrt und aus Ihren angestammten Siedlungsgebieten vertrieben werden. 

Gerade im Nahen Osten, besonders im Irak und in Syrien wurden tausende Christen getötet. Mehr als 100.000 Christen mussten Hals über Kopf aus ihrer Heimat fliehen und ein klägliches Leben in Flüchtlingslagern und provisorischen Unterkünften in der Türkei und im Libanon fristen. Nun, nach der Befreiung und der Vertreibung des IS aus den christlichen Dörfern steht die Existenz der Christen wieder an der Kippe. Wenn die Christen in ihrer angestammten Heimat eine Zukunft haben wollen, dann müssen sie möglichst rasch zurückkehren können, um ihre Dörfer und Siedlungen wieder aufzubauen, stellte Kukacka fest. 

Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den Appell des Wiener syrisch-orthodoxen Chorepiskopos Emanuel Aydin, der anlässlich des „Fackelzugs gegen Christenverfolgung“ am 13. Dezember in Wien an alle Verantwortungsträger in den Kirchen und der Politik appelliert hat, „der Christenverfolgung ins Auge zu sehen, sie ehrlich zu benennen und politisch zu bekämpfen. Das orientalische Christentum schrumpft zusammen. Die Geopolitik der führenden Mächte hat kein Interesse an den Christen im Orient, in Syrien, im Irak, in der Türkei.“ 

Kukacka begrüßte in diesem Zusammenhang aber, dass im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ festgehalten wird, dass sich „die Bundesregierung international gegen die Verfolgung religiöser Minderheiten – insbesondere christlicher Minderheiten – einsetzen und zugleich gegen religiös-extremistische Ideologien (z.B. politischer Isam) auftreten wird.“ 

Sebastian Kurz hat sich beim „Fackelzug gegen Christenverfolgung“ dafür ausgesprochen, sich auch künftig im Rahmen der heimischen Politik wie auch auf EU-Ebene für weltweite Religionsfreiheit einzusetzen. „Der Schutz von Christen muss einen stärkeren Bezug für unser außenpolitisches Handeln erhalten – bilateral und auf EU-Ebene“, so Kurz wörtlich. 

Es gehe nun darum, dieser positiven und erfreulichen politischen Absicht auch die entsprechenden Taten folgen zu lassen, erklärte Kukacka. Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Afrem II. Karim hat nämlich vor kurzem zum Ausdruck gebracht, dass er sich von der österreichischen Regierung mehr Engagement auch in Syrien erwarte: „Österreich könnte durch seine Neutralität eine wichtige Rolle spielen, um zwischen unterschiedlichen Positionen zu vermitteln. Wir würden ein stärkeres Engagement Österreich sehr begrüßen“ (kathpress vom 07.11.2017). 

Insbesondere sei es nötig, erklärte AKV-Vorsitzender Kukacka, dass die EU den vernachlässigten Schutz der orientalischen Christen bei der Rückkehr und beim Wiederaufbau ihrer bisherigen Wohn- und Siedlungsgebiete auf die Agenda der europäischen Nahost-Politik setze. Es gehe in erster Linie darum, dass staatliche Grundrechte, die Religionsfreiheit und die gleichberechtigte Stellung der Christen in Syrien und im Irak sichergestellt werden. 

Kukacka appellierte deshalb auch an die neue Außenministerin Dr. Karin Kneissl - eine ausgewiesene Nahost-Expertin - dieses Thema im Jahr 2018 zu einem primären Anliegen der österreichischen Außenpolitik zu machen, es auf die Agenda der europäischen Politik zu setzen und dabei eine Führungsrolle zu übernehmen. 

Gerade das christlich geprägte Europa müsse den verfolgten und vertriebenen Christen eine moralische und politische Stütze sein, damit ihre Präsenz in ihren angestammten Siedlungsgebieten auch in Zukunft gesichert ist und das Erbe des Urchristentums bewahrt bleibt, schloss Kukacka.

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