Regierungserklärung – Hammerschmid kritisiert „Retro-Pädagogik“

„Schwarz-Blau setzt auf Aussondern und Selektion“ – SPÖ-Anträge zu Noten und Inklusion

Wien (OTS) - Massive Kritik an den bildungspolitischen Plänen der Regierung übt SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid heute, Mittwoch. „Ich will in einem Land leben, in dem alle Kinder die Chance auf die beste Bildung haben, unabhängig von ihrer Herkunft – im Regierungsprogramm zeigt sich leider ein ganz anderes Bild, es geht nicht um Förderung der Talente, sondern um Aussondern, Selektion, Bestrafen und Disziplin“, sagt Hammerschmid zur heutigen Regierungserklärung. Die SPÖ bringt deshalb auch zwei Anträge ein, die die Beibehaltung der Möglichkeit zu alternativer Leistungsbeurteilung und den Ausbau der schulischen Inklusion fordern. ****

Was es brauche, sei ein modernes zukunftsweisendes Bildungssystem und eine Pädagogik, die Talente fördert und den Schulen Autonomie gibt. Die schwarz-blaue Regierung gehe aber den gegenteiligen Weg. Das zeigt sich besonders bei der Verpflichtung zu Ziffernnoten, die im Regierungsprogramm verankert ist. Dabei ist die alternative Leistungsbeurteilung in ihrer heutigen, ausdifferenzierten Form das Ergebnis langjähriger pädagogischer Arbeit. In rund 2.000 Schulversuchen zur alternativen Leistungsbeurteilung wurden sehr gute Erfahrungen damit gemacht. 2016 wurde - mit der ÖVP – beschlossen, die Form der Leistungsbeurteilung in die Autonomie der Schulstandorte zu legen, erinnert die Abgeordnete. Jetzt soll das wieder abgeschafft werden – „eine Entscheidung, die über die Köpfe von PädagogInnen, Eltern und SchülerInnen hinweg getroffen wird und von ElternvertreterInnen auch massiv kritisiert wird“, so Hammerschmid. Diese Politik sei „Retro-Pädagogik“, kritisierte die SPÖ-Bildungssprecherin und brachte einen entsprechenden Entschließungsantrag ein. Darin fordert die SPÖ, „die Möglichkeit am Schulstandort autonom über eine alternative Leistungsbeurteilung in der Volksschule zu entscheiden, fortzusetzen und weiterzuentwickeln“.

Ein weiterer massiver Kritikpunkt der SPÖ an den bildungspolitischen Plänen der Regierung betrifft die Inklusion. „Anstatt sich auf die Stärkung der Strukturen in inklusiven Schulen zu konzentrieren, wird leider der Retourgang eingelegt, es wird separiert anstatt integriert“, kritisiert Hammerschmid. Sie erinnert daran, dass Österreich die UN-Behindertenkonvention ratifiziert hat; sowohl dort als auch im Nationalen Aktionsplan Behinderung von 2012 ist ein inklusives Schulsystem als Ziel verankert. „Bereits jetzt werden 70 Prozent der Kinder mit Behinderung inklusiv unterrichtet; ohne Niederösterreich wären es 80 Prozent im Österreichschnitt. Aber Schwarz-Blau will jetzt die Sonderschulen wieder stärken – ein bedauernswerter Rückschritt, der uns beim Ziel Inklusion zurückwerfen wird“, warnt Hammerschmid. Die SPÖ bringt deshalb auch zum Thema Inklusive Bildung einen Antrag ein, der im nächsten Unterrichtsausschuss beraten wird.

SERVICE: Der SPÖ-Entschließungsantrag zum Thema Noten, der heute eingebracht werden soll: https://tinyurl.com/y7b6gjyb
Der Antrag zum Thema Inklusion: https://tinyurl.com/ycseogqf

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