FVA: Freiwilligenwesen und Gemeinnützigkeit im neuen Regierungsprogramm

Fundraising Verband Austria begrüßt Bekenntnis der neuen Bundesregierung zum Ausbau der Gemeinnützigkeit, fordert aber rasche Konkretisierung und Umsetzung angekündigter Maßnahmen.

Durch die Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit auf alle Zwecke und eine ernsthafte Entbürokratisierung könnte das Spendenaufkommen hierzulande bis 2022 auf 800 Mio. gesteigert werden und die Gemeinnützigkeit in Österreich ungemein fördern.
Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria
Als Dachverband Österreichs Spendenorganisationen begrüßen wir dieses Bekenntnis, einige längst notwendige Weiterentwicklungen des gemeinnützigen Sektors in Österreich anzugehen. Umso mehr hoffen wir auf eine rasche und konsequente Umsetzung dieser und weiterer wichtiger Schritte.
Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria

Wien (OTS) - Heute hat die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen. Im Regierungsprogramm haben ÖVP und FPÖ einige zentrale Forderungen des Fundraising Verbands Austria zur Stärkung von Freiwilligenwesen und Gemeinnützigkeit aufgegriffen. Der Fundraising Verband begrüßt das Bekenntnis zur Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit sowie zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Ehrenamt. Gleichzeitig fordert der Dachverband Österreichs Spendenorganisationen den vielfach unkonkret formulierten Vorhaben rasch konkrete Pläne und Maßnahmen in der Regierungsarbeit folgen zu lassen.

„Der Wille zur Unterstützung des privaten Engagements für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen lässt sich im neuen Regierungsprogramm herauslesen.
“, schickt Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands, voraus. In ihrem Programm für die kommenden fünf Jahre sieht die gestern angelobte Bundesregierung eine Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit für Spenden an gemeinnützige GmbHs und Stiftungen sowie weitere Felder wie Bildung und Kultur vor. Die Absetzbarkeit soll außerdem für Sport und andere Bereiche gemeinnützigen Engagements geprüft werden. Für das Ehrenamt sollen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden und ein Ehrenamt-Gütesiegel eingeführt werden, durch das im Zuge des Freiwilligeneinsatzes erworbene Qualifikationen dokumentiert und zertifiziert werden. Als Dachverband Österreichs Spendenorganisationen begrüßen wir dieses Bekenntnis, einige längst notwendige Weiterentwicklungen des gemeinnützigen Sektors in Österreich anzugehen. Umso mehr hoffen wir auf eine rasche und konsequente Umsetzung dieser und weiterer wichtiger Schritte., gibt sich Lutschinger optimistisch.


Spendenabsetzbarkeit für alle und Entbürokratisierung gefordert:

Hunderte Bildungseinrichtungen, Tierschutzvereine sowie große Teile der Kultureinrichtungen sind aufgrund nicht nachvollziehbarer Bestimmungen derzeit von der Spendenabsetzbarkeit ausgeschlossen. Der FVA fordert von der neuen Bundesregierung, dass dieser Benachteiligung durch die dringend notwendige Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsgesetzes ein Ende gesetzt wird.
"Durch die Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit auf alle Zwecke und eine ernsthafte Entbürokratisierung könnte das Spendenaufkommen hierzulande bis 2022 auf 800 Mio. gesteigert werden und die Gemeinnützigkeit in Österreich ungemein fördern.“, so Günther Lutschinger.
Dass innerhalb des Regierungsprogramms in Zusammenhang mit Gemeinnützigkeit und Freiwilligenwesen der Schwerpunkt eindeutig auf das Thema Sport gelegt wird, sieht der Fundraising Verband kritisch und weist auf die Wichtigkeit gleichwertiger Rahmenbedingungen und Regelungen für alle Bereiche hin.


Bedeutung des gemeinnützigen Sektors in Österreich:

Fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung ist ehrenamtlich tätig. Damit leisten Freiwillige das Äquivalent von rund 200.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Am häufigsten engagieren sich Menschen zwischen 50 und 59 Jahren, gefolgt von den über 60-jährigen. Trotz der 3,5 Millionen Menschen, die in Österreich ehrenamtlich tätig sind, spielte der Sektor in der Politik bislang nur eine untergeordnete Rolle. Dringend notwendig sind der Ausbau der Infrastruktur durch Freiwilligenzentren und –messen sowie die Bereitstellung einer Unfall- und Haftpflichtversicherung für alle ehrenamtlichen Tätigkeiten.


Chaos bei Neuregelung der Spendenabsetzbarkeit befürchtet:

Über 6500 Organisationen, von den Freiwilligen Feuerwehren bis zu den großen Hilfswerken, sind ab heuer verpflichtet, Namen und Geburtsdaten ihrer Spender zu sammeln und nach einem komplizierten Verfahren verschlüsselt an das Finanzamt zu melden. Nur so können die Spenden der Österreicher künftig steuerlich abgesetzt werden. Bislang wurde seitens des BMF allerdings noch immer kein einfaches und unkompliziertes Verfahren für die Spendenmeldung umgesetzt, was ein Chaos bei der Arbeitnehmerveranlagung für 2017 befürchten lässt. Zudem wurden die Spender nach wie vor nicht ausreichend über die Neuerungen informiert.

Der Fundraising Verband Austria appelliert an den neuen Finanzminister Löger hier rasch eine Lösung herbeizuführen, um ein Chaos bei der Spendenmeldung im Jahr 2018 zu verhindern.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Andreas Anker, Presse Fundraising Verband, T: 0676/4214706,
E: presse@fundraising.at

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