„Orientierung“ über die Rolle nationalistischer Pfarrer vor der Wahl in Katalonien

Am 17. Dezember um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Günter Kaindlstorfer präsentiert „Orientierung“ am Sonntag, dem 17. Dezember 2017, um 12.30 Uhr in ORF 2 mit folgenden Themen:

Katalonien vor der Wahl: Die Rolle nationalistischer Pfarrer

Kommende Woche findet in Katalonien eine vorgezogene Regionalwahl statt. Sie ist notwendig geworden, nachdem die Regierung unter Carles Puigdemont wegen eines illegalen Referendums und der einseitigen Unabhängigkeitserklärung entmachtet wurde. Puigdemont, der sich ins Ausland abgesetzt hat, kandidiert als Spitzenkandidat seiner Partei. Er hofft neuerlich auf eine separatistische Mehrheit im Parlament von Barcelona und will an seinem Ziel festhalten, Katalonien in die Unabhängigkeit zu führen. Mehr als 200 katalanische Priester haben in einem offenen Brief alle Katholiken Spaniens dazu aufgerufen, für einen geordneten Weg zu einem Unabhängigkeitsreferendum einzutreten. Ein „Orientierung“-Team hat einen der zahlreichen nationalistischen Pfarrer besucht, die Religion und Parteipolitik nicht trennen wollen. Ein Bericht von Josef Manola.

Hoffnung mit Hindernissen: Nepalesinnen als Arbeitsmigrantinnen

Bei umgerechnet 50 Euro liegt der monatliche Durchschnittsverdienst in Nepal. Das 30-Millionen-Einwohner-Land am Himalaya gilt als eines der ärmsten der Welt. Viele Frauen und Männer suchen daher Geld und Glück im Ausland. Neben dem Tourismus und der Landwirtschaft ist die Arbeitsmigration ein wichtiger Wirtschaftsmotor des Landes, da ein Großteil des Einkommens nach Hause überwiesen wird. Doch dieses System hat Schattenseiten: Viele Frauen erleben als Haushälterinnen in Indien, Saudi-Arabien oder etwa im Libanon auch Ausbeutung und Missbrauch. Die Hilfsorganisation „voices of women media“ dokumentiert die Schicksale solcher Frauen und hält deren Erfahrungen fotografisch fest. Zugleich tritt die Organisation für die Rechte von Arbeitsmigrantinnen ein. Unterstützt wird „voices of women media“ dabei auch aus Österreich – mit Spenden an die Sternsinger der Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar. Ein Bericht von Sandra Szabo.

Ein unbequemer Katholik: Erinnerungen an Heinrich Böll

Er galt als streitbarer Intellektueller und unbequemer Katholik: der Schriftsteller Heinrich Böll. Am 21. Dezember wird seines 100. Geburtstags gedacht. In den 68 Jahren seines Lebens schuf der gebürtige Rheinländer ein zeitloses literarisches Werk. Zu seinen bekanntesten Romanen und Erzählungen, die teilweise auch verfilmt wurden, zählen „Ansichten eines Clowns“, „Gruppenbild mit Dame“ und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. 1972 wurde Böll mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Wie kaum ein anderer, so würdigt es die Kritik, thematisierte er die Lebenssituation des „kleinen Mannes“, rückte die „Schattenexistenzen“ der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Geprägt von der eigenen Erfahrung der Gnadenlosigkeit des Zweiten Weltkriegs wurde er zum radikalen Pazifisten. In den 1970er und 1980er Jahren engagierte er sich gegen die „Nachrüstungspolitik“ in der Bundesrepublik Deutschland. Selbst gläubiger Christ, trat er aus der katholischen Kirche aus, blieb aber seinem Glauben treu. Die „Orientierung“ sprach mit dem Sohn Heinrich Bölls, René Böll, sowie mit dem Theologen und Literaturwissenschafter Karl-Josef Kuschel von der Universität Tübingen. Ein Bericht von Klaus Ther.

Grüß Gott im „’s Häferl“: Suche nach Sinn im Armenwirtshaus

Norbert Karvanek weiß, was es heißt, wenn es im Leben bergab geht. Der 51-Jährige hat aber auch erlebt, wie es wieder aufwärts gehen kann: Nach mehreren Haftstrafen leitet er seit nunmehr 15 Jahren das „’s Häferl“ im 6. Wiener Gemeindebezirk. An vier Tagen in der Woche hat das „Armenwirtshaus“, wie Karvanek die Einrichtung nennt, offen. Den Gästen wird ein kostenloses Menü angeboten, etwa Nudelsuppe, Schinkenfleckerln und Plundergebäck. Gekocht wird für rund 200 Menschen. Sie suchen in den Räumlichkeiten direkt unter der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch Trost und Zuspruch. Ursprünglich war das „’s Häferl“ eine Anlaufstelle für Haftentlassene. Mittlerweile kommen auch sehr viele Menschen hierher, die sich Lebensmittel des täglichen Bedarfs nicht mehr leisten können. Das „’s Häferl“ ist eine Einrichtung der evangelischen Stadtdiakonie Wien. Unter dem Motto „Orte der Hoffnung“ will man in der Adventzeit auf Initiativen wie diese aufmerksam machen. Ein Bericht von Sandra Szabo.

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