Kinder in Syrien: Zum Konflikt kommt nun auch der Winter

UNICEF plant 700.000 Kinder in Syrien und weitere 800.000 Kinder in der Region mit lebensrettender Winterhilfe zu erreichen.

Das Ausmaß der von Menschen gemachten Zerstörung ist unvorstellbar
Geert Cappelaere, UNICEF Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika
Die Folgen von Gewalt, Belagerung und Entbehrung sind überall deutlich sichtbar – vor allem für die Kinder und die Mütter, die von dem Konflikt besonders hart getroffen sind. Kein Kind in Syrien bleibt von dem Horror dieses brutalen Krieges verschont.
Geert Cappelaere, UNICEF Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika
Die syrischen Kinder haben schon viel Schreckliches erlebt. Sie brauchen dringend unsere Hilfe.
Andreas Knapp, Leiter UNICEF-Wasserprogramme in Syrien

Wien (OTS) - Angesichts des bevorstehenden siebten Kriegswinters ruft UNICEF dringend zur Hilfe für syrische Kinder auf. Trotz eines Rückgangs der Kämpfe in Teilen Syriens sind der Konflikt und die Not der Zivilbevölkerung noch lange nicht beendet. Über fünf Millionen Kinder innerhalb Syriens sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Weiterhin sterben Kinder in umkämpften Gebieten und leiden unter Belagerung, Vertreibung und Gewalt. Vielerorts ist die Infrastruktur zerstört: 70 Prozent der syrischen Bevölkerung haben derzeit keine verlässliche Strom- und Trinkwasserversorgung. Nur die Hälfte der Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen ist voll funktionsfähig.

Hinzu kommt nun der eisige Winter. Im Norden des Landes liegen die Temperaturen nachts schon um den Gefrierpunkt. In den Ruinen ihrer Häuser und notdürftigen Unterkünften sind Kinder und ihre Familien kaum vor Nässe und Kälte geschützt. In den nächsten Wochen plant UNICEF rund 700.000 Kinder in Syrien und weitere 800.000 Kinder in der Region mit warmer Winterkleidung, Decken und Heizöfen für Klassenräume auszustatten. UNICEF und seine Partner können an vielen Orten innerhalb Syriens die Not lindern. Doch über 200.000 Kinder in belagerten Gebieten sind davon zum Teil seit Jahren abgeschnitten.

Noch immer keine Sicherheit für Kinder in Syrien

Auch in Städten wie Aleppo, in denen sich die Situation in den vergangenen Monaten etwas stabilisiert hat, kann von echter Sicherheit für Kinder und Familien keine Rede sein. Vor allem im Ostteil der Stadt liegen ganze Wohnviertel in Trümmern. Große Gefahren drohen Kindern außerdem durch Landminen und Blindgänger.

„Das Ausmaß der von Menschen gemachten Zerstörung ist unvorstellbar“, so Geert Cappelaere, UNICEF Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika, der vor Kurzem in Aleppo war. „Die Folgen von Gewalt, Belagerung und Entbehrung sind überall deutlich sichtbar – vor allem für die Kinder und die Mütter, die von dem Konflikt besonders hart getroffen sind. Kein Kind in Syrien bleibt von dem Horror dieses brutalen Krieges verschont.“

Alltägliche Not von Familien

Die meisten Familien haben ihre letzten Ersparnisse längst aufgebraucht und auch Verwandte, Freunde und Nachbarn haben oft keine Ressourcen mehr, um ihnen beizustehen. Der Tiroler Andreas Knapp leitet die UNICEF-Wasserprogramme in Syrien und bittet um Unterstützung: „Die syrischen Kinder haben schon viel Schreckliches erlebt. Sie brauchen dringend unsere Hilfe.“

Fast 85 Prozent der Bevölkerung in Syrien leben mittlerweile in Armut. In jeder dritten Familie fehlt ein Familienmitglied, häufig der Hauptverdiener. In der Folge sind viele Familien darauf angewiesen, dass die Kinder arbeiten und zum Unterhalt beitragen. Wasserwerke, Krankenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen funktionieren vielfach nicht mehr.

1,75 Millionen Kinder in Syrien im Schulalter gehen aktuell nicht in die Schule. Bei weiteren 1,35 Millionen Mädchen und Buben sieht UNICEF die Gefahr, dass sie aus dem Bildungssystem herausfallen könnten.

Über fünf Millionen Menschen sind aus Syrien in die Nachbarländer Türkei, Irak, Jordanien und Libanon geflohen – die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Letzten Schätzungen zufolge gehen über 40 Prozent der syrischen Kinder in den Nachbarländern nicht in die Schule.

UNICEFs Hilfe für Kinder in Syrien und der Region

UNICEF hat ein breites Netzwerk von eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Partnerorganisationen in der Region, die Hilfe für syrische Kinder und Familien organisieren. Allein in Syrien sind über 200 UNICEF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. UNICEF unterstützt unter anderem die Wasserversorgung in Syrien, in Flüchtlingslagern und Gastgemeinden in Jordanien und Libanon, stellt Impfstoffe und Hygieneartikel bereit und richtet Notschulen und Kinder- und Jugendzentren ein.

UNICEF plant allein in Syrien 700.000 Kinder mit Winterhilfe zu erreichen. So verteilt UNICEF warme Decken, Pakete mit Winterkleidung oder Gutscheine, mit denen Familien sich in lokalen Geschäften selbst Kleidung für die Kinder kaufen können. Klassenräume sollen mit kleinen Heizöfen ausgestattet werden, damit der Unterricht auch im Winter fortgesetzt werden kann. Dafür werden dringend Spenden benötigt.

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