AKW-Ausbau in Dukovany verhindern: Jetzt Einwendung an das tschechische Umweltministerium senden!

GLOBAL 2000 stellt Musterstellungnahme für UVP-Verfahren zur Verfügung, die mit einem Klick an die zuständigen Behörden geschickt werden kann

Wien (OTS) - Nur 31 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt soll im tschechischen Dukovany der Atompark mit vier Uralt-Atomkraftwerken um eins bis zwei neue Blöcke erweitert werden. Im Katastrophenfall könnten auch weite Teile Österreichs verstrahlt werden. „Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Menschen von ihrem Recht Gebrauch machen, sich gegen dieses Projekt mit einer Stellungnahme zu wehren“, sagt Dr. Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Wir haben eine Musterstellungnahme für Sie vorbereitet, die Sie abändern oder übernehmen und mit einem Klick an die zuständige Behörde übermitteln können. Und wir werden uns mit rechtlichen und politischen Mitteln gegen diesen unnötigen Ausbau einer gefährlichen und wirtschaftlich gescheiterten Technologie einsetzen.“

Nach einer Analyse von GLOBAL 2000 zeigen sich massive Mängel in der vorgelegten UVP-Dokumentation für das AKW-Projekt Dukovany: 

- so fehlt völlig die Alternativenprüfung – wie könnte die vorgestellte Kraftwerkskapazität außer durch ein AKW gedeckt werden, z.B. durch Energieeinsparungen oder Erneuerbare Energieträger – und es fehlt auch die Bedarfsbegründung – warum braucht es überhaupt Atomreaktoren in diesem Leistungsumfang? Die im Vorverfahren noch vorgesehene Leistung von 3500 Megawatt wurde jetzt auf 2400 Megawatt gesenkt – diese Bedarfsänderung wird an keiner Stelle erläutert: Die Leistung der Reaktoren scheint unwesentlich zu sein – der Erhalt von Dukovany als AKW-Standort ist offenbar die zentrale Begründung für das ganze Verfahren 

- als Referenzprojekte werden unter anderem bereits aufgegebene AKW-Projekte in den USA angeführt – ein weiterer als Referenz angegebener Reaktortyp (südkoreanische APR1400) erfüllt nicht die Anforderungen der europäischen Aufsichtsbehörden an Generation III+ Reaktoren 

- grenzüberschreitende Auswirkungen selbst im Katastrophen-Szenario werden bestritten: Die Umweltverträglichkeitsprüfung erfasst nicht, welcher Reaktortyp wirklich gebaut werden wird – und welche Unfälle mit ihm möglich sind. Schon die angespannte Kühlwasser-Versorgungssituation aus dem einzigen zur Verfügung stehenden kleinen Fluss ist ein Sicherheitsrisiko, welches allerdings nicht bewertet wurde. Daher ist der Aussage der UVP-Dokumentation, dass „(…) die Entstehung von grenzüberschreitenden Auswirkungen praktisch ausgeschlossen“ ist, eine reine Annahme ohne jeden Beleg 

- Atommüll: Vollkommen inakzeptabel ist es im Jahre 2017, ein neues Atomkraftwerk errichten zu wollen, wenn weder die Finanzierung, noch der Standort, noch die Technologie für ein Atommüllendlager als geklärt betrachtet werden können. 

- Wasserversorgung: Der AKW-Standort Dukovany wird über den Fluss Jihlava mit Wasser versorgt, auch das aufgewärmte Kühlwasser und die Abwässer werden eingeleitet. Die Jihlava führt immer weniger Wasser, daher ist die Kühlwasserversorgung der AKW bedroht und gleichzeitig werden die mit den Abwässern eingeleiteten Schadstoffe (radioaktive, nicht-radioaktive) immer geringer verdünnt. 

„Wir sagen: Abschalten, nicht ausbauen – die bestehenden vier alten Reaktoren gehören stillgelegt, die Neubaupläne sind unvollständig, unschlüssig und unnötig“, so Uhrig abschließend. 


Link zur Stellungnahme: https://www.global2000.at/sites/global/files/StellungnahmeDukovanyUVP.pdf


Link zum E-Protest: https://www.global2000.at/akw-ausbau-dukovany-verhindern


Rückfragen & Kontakt:

Dr. Reinhard Uhrig, GLOBAL 2000 Atom-Sprecher, reinhard.uhrig@global2000.at , 0699 14 2000 18,

Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher, michael.lachsteiner@global2000.at , 0699 14 2000 20

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