Karas: Zu wenig Europa, daher zu viele Steueroasen

Auch Steueroasen innerhalb der EU auf schwarze Liste setzen

Straßburg (OTS) - "Der EU gehen durch Steuertricks vieler Firmen jedes Jahr 1.000 Milliarden Euro verloren", erklärte der Europaabgeordnete Othmar Karas heute im EU-Parlament in Straßburg. Die ÖVP werde dafür stimmen, dass auch Steueroasen innerhalb der EU auf eine Schwarze Liste gesetzt werden.

"Es ist haarsträubend, dass wir bei jeder neuen Enthüllung, bei jedem neuen U-Ausschuss immer wieder den mangelnden politischen Willen, die mangelnden Sanktionsmechanismen und neue Steuerschlupflöcher entdecken", so Karas anlässlich des Beschlusses des Endberichtes des Panama-Papers-Untersuchungsausschusses.

Das Problem seien nicht nur Steueroasen außerhalb der EU, sondern der Mangel an europäischer und internationaler Zusammenarbeit sowie der "Egoismus mancher Mitgliedstaaten der EU". "Wegen zu wenig Europa haben wir zu viele Steueroasen und zu wenige Handlungsmöglichkeiten", betonte Karas.

Gleichzeitigt fordert er, dass Unternehmen dort besteuert werden sollen, wo die Wertschöpfung stattfindet. "Wir müssen die Mitgliedstaaten, die sich nicht an die Regeln halten, und die Hintermänner von Briefkastenfirmen offen legen", sagte der Europapolitiker.

Karas fordert auch eine Änderung der Entscheidungsverfahren in der EU-Steuerpolitik. "Dadurch, dass jedes Land ein Vetorecht hat, blockieren die europäischen Steueroasen-Länder den Kampf gegen Steuerflucht. Die Einstimmigkeitserfordernis muss fallen", erklärte Karas.

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