„Am Schauplatz“: Obdachlos in Innsbruck

„Am Rand“ am 14. Dezember um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Der Innsbrucker Gemeinderat hat im Oktober 2017 nach intensiven Debatten ein Nächtigungsverbot beschlossen, das österreichweit für Aufsehen sorgt: Es untersagt Obdachlosen ab sofort in bestimmten Teilen der Innenstadt zu übernachten. Der Strafrahmen beträgt bis zu 2.100 Euro. Für die aktuelle „Am Schauplatz“-Reportage „Am Rand“ – zu sehen am Donnerstag, dem 14. Dezember 2017, um 21.05 Uhr in ORF 2 – hat Simon Schennach Obdachlose, Sozialarbeiter/innen, Kaufleute und Politiker/innen mit der Kamera begleitet. Die Reportage geht am Beispiel Innsbruck der Frage nach, wie in Österreichs Städten mit Obdachlosigkeit und sichtbarer Armut umgegangen werden kann und soll.

Einer der Betroffenen ist Robert, er ist seit 16 Jahren obdachlos:
„Wenn du auf der Straße lebst, bist du eh schon das Letzte. Man weiß einfach nicht mehr wohin.“ Regelmäßig hatten Menschen in den Arkaden der Altstadt nachts Unterschlupf gesucht. Beschwerden über Lärm, Urin oder Fäkalien waren die Folge. „Das kann nicht das Bild sein, das wir unseren Gästen aus aller Welt präsentieren wollen“, meint Peter Paul Bloder, Pelzhändler in der Altstadt. Die Situation sei „unerträglich“.

Michael Hennermann vom Verein für Obdachlose hingegen schlägt Alarm:
„Jene zu bestrafen, die in einer akuten Notlage im öffentlichen Raum schlafen, ist keine Lösung.“ Zudem gebe es für die rund 300 Menschen, die in Innsbruck alternativlos auf der Straße stehen, derzeit zu wenige Notschlafstellen. „Bettelverbot, Alkoholverbot in der Altstadt und jetzt ein Nächtigungsverbot, noch dazu in der Vorweihnachtszeit“ – für Markus Koschuh ist Innsbruck „die Stadt der Verbote und der politischen Ideenlosigkeit“.

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