Kyoto-Protokoll: 20 Jahre vergingen - Österreichs Schande bleibt

Wien (OTS) - Anlässlich des 20. Jahrestags der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls weist die Umweltorganisation VIRUS auf die kontraproduktive Entwicklung der österreichischen Treibhausgasemissionen hin und fordert Ursachenforschung ein. "Entgegen der Verpflichtung den Ausstoß von Treibhausgasen um 13 Prozent zu reduzieren, sind die Emissionen durch die Decke gegangen, dieselbe Mischung aus Ignoranz und untauglichen Ansätzen darf nicht Blaupause für die kommenden Jahrzehnte sein," so Sprecher Wolfgang Rehm.

 

Es sei wenig glorreich, während der Kyoto-Periode von 1995 bis 2012 niemals auch nur das Niveau des Basisjahrs erreicht zu haben. Nicht nur wurde keine Reduktion erzielt sondern stiegen die Emissionen bis 2005 um rund 18 Prozent bevor auch nur eine Trendwende erzielt werden konnte. Wie die Klimaschutzberichte des Umweltbundesamtes zeigen würden, sei es erst in den letzten beiden Bilanzjahren 2014 und 2015 gelungen, das Ausgangsniveau geringfügig zu unterschreiten. Da die jüngeren Emissionsziele der EU auf dem Spitzenjahr 2005 aufsetzten, werde verschleiert, dass man mit einer bis 2020 geplanten 16 %igen Reduktion in etwa erst wieder dort stehen würde, wo man mit Kyoto begonnen habe. "Das ist aber nicht einfach nur ein vergebliches im-Kreis-laufen, in diesen Jahrzehnten wurden kumuliert rund 255 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zuviel ausgestoßen, die nun auf lange Zeit in der Atmosphäre verweilen werden," kritisiert Rehm. VIRUS warnt die kommende Bundesregierung davor, dieselben Fehler wieder zu machen, die von untauglicher Schwerpunktsetzung bis zum völligen Ignorieren gereicht hätten. "Verstärkt auf Wasserkraft setzen hat nachweislich nichts gebracht obwohl Kyoto-Minister Bartenstein 1995 noch geglaubt hat, dass das angeblich so gesegnete Österreich locker 25 % Reduktion anbieten kann, was daraus geworden ist, ist bekannt", so Rehm. Nachdem Strom nur etwa 20% des Endenergieeinsatzes ausmache, sei es auch verfehlt sich überhaupt auf den Elektrizitätssektor zu konzentrieren. Die aus den Regierungsverhandlungen bekannt gewordenen Überschriften zeigten aber das Fortbestehen jener alten Muster, die sich bereits als untauglich erwiesen hätten. "Den motorisierten Verkehr weiter als unantastbare heilige Kuh zu betrachten und diesen darüber hinaus mit allen Mitteln, darunter milliardenschweren Straßenbauvorhaben sogar noch zu fördern, sei der Schlüssel zum nächsten klimapolitischen Misserfolg, noch hat die nächste Regierung Zeit zu bedenken," warnt Rehm abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VIR0001