NEOS zu PIRLS: Mit dem Niveau von 2006 kann man nicht zufrieden sein

Matthias Strolz: „Nur ein echter Chancenbonus wird die drohende Spaltung der Gesellschaft verhindern können.“

Wien (OTS) - Besorgt zeigt sich Matthias Strolz, Klubobmann und Bildungssprecher der NEOS, angesichts der Resultate der aktuellen PIRLS Studie: „Auch wenn die Ergebnisse sich im Vergleich zu 2011 verbessert haben, sind wir trotzdem nur auf dem Niveau  von 2006. Immer noch zählt jeder sechste Volksschüler in Österreich zur sogenannten Risikogruppe. Damit kann man nicht zufrieden sein.“

Desaströs sei laut Strolz der Befund, dass in Österreich nach wie vor gilt: Je höher der Bildungsabschluss der Eltern, desto besser die Leseleistungen der Kinder. „Es ist untragbar, dass Kinder, bei denen zumindest ein Elternteil einen universitären Abschluss hat, so einen riesigen Vorsprung haben vor Kindern von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss. Der Vorsprung ist im Schnitt eine ganze Kompetenzstufe – das sind drei bis vier Lernjahre. Da gibt es aus Sicht der Kinder einfach keine Chancengerechtigkeit in Österreich. Das ist elend. Die Grundhypothese des österreichischen Schulsystems lautet: Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern sind weniger intelligent als Kinder aus Akademikerhaushalten. Diese Grundhaltung müssen wir brechen – im Sinne der Kinder und ihrer Talente.“  

Strolz fordert in diesem Zusammenhang neuerlich die Einführung eines Chancenbonus nach indexbasierter Verteilung ein: „Alle staatlichen und staatlich mitfinanzierten Schulen sollen ein Zusatzbudget lukrieren, über das sie autonom verfügen können. Als Kriterium für diese zusätzlichen Budgets wird der Bildungshintergrund der Eltern herangezogen. Dafür müssen wir 400 Millionen Euro in die Hand nehmen.“ NEOS zeigen sich davon überzeugt, dass damit die Chancengerechtigkeit für die Schülerinnen und Schüler massiv angehoben werden kann in Österreich und auch eine bessere soziale Durchmischung in den Schulen stattfinden würde, weil die Schulen dafür einen klaren Anreiz bekommen. 

Sehr kritisch sieht Strolz auch die Pläne der vermutlich zukünftigen Regierung in Bildungsfragen: „Ich sehe hier keine Veränderung zum Besseren. Im Gegenteil. Gerade erst eingeführte Reformen sollen wieder zurückgeschraubt werden, bevor sie ihre Wirkung entfalten konnten. Dabei brauchen wir gerade im Bildungsbereich - abgesehen von einer ausreichenden Finanzierung - mutige Schritte nach vorne. Aktuell zeichnet sich hier aber leider der Weg zurück in die Vergangenheit ab.“ 

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