Kindergarten – Qualität von Anfang an!

Die Initiative „Auftrag Bildung. Trägerinitiative Kinderbetreuung“ fordert österreichweite, einheitliche und verbindliche Qualitätsstandards für die Elementarpädagogik

Wien (OTS) - Private Träger gestalten in ihrer Funktion als Betreuungs- und Bildungsinstitutionen maßgeblich die Landschaft der Kinderbetreuung in Österreich.

Von den 9.267 Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich (4.574 Kindergärten, 1.882 Kinderkrippen, 1.731 altersgemischte Betreuungseinrichtungen und 1.080 Horte – Stand 2016) werden 4132 von privaten Trägerorganisationen geführt.

Kinderfreunde, Hilfswerk, Volkshilfe, Caritas und St. Nikolausstiftung haben sich zusammengeschlossen und die Initiative „Auftrag Bildung. Trägerinitiative Kinderbetreuung“ gegründet, um gemeinsam Anliegen zu vertreten und als ExpertInnen im Bereich der Elementarpädagogik zur Verfügung zu stehen.  

Politikerinnen und Politiker der künftigen Regierung sind gefordert, endlich einheitliche und verbindliche Qualitätsstandards für die mehr als 360.000 Kinder, die aktuell hierzulande eine Krippe, einen Kindergarten oder eine altersgemischte Gruppe besuchen, einzuführen. Die Rahmenbedingungen in der Bildungseinrichtung dürfen nicht von der Region abhängig sein, in der ein Kind lebt.  

Reden wir endlich mit der Politik über Qualität und deren Finanzierung!

Welche Kriterien entscheiden über die Qualität frühkindlicher Bildung und Betreuung? Die Mitglieder der Trägerinitiative haben vor dem Hintergrund ihrer Praxiserfahrungen und mit Blick auf die Situation in Österreich klare Vorstellungen dazu: 

Fachkraft-Kind-Schlüssel: Entscheidend für die Qualität der Kinderbetreuung ist vor allem die Größe der Gruppe bzw. die Betreuungsdichte. Die Trägerinitiative regt daher einen bundesweit gültigen Betreuungsindex an. Die eigenen Erfahrungswerte und Richtlinien aus Wissenschaft und Forschung zeigen: Gruppen in Kinderkrippen der 0-3-Jährigen sollten idealer Weise mit maximal zehn Kindern begrenzt und in Abhängigkeit der Altersverteilung auf einen Fachkraft-Kind-Schlüssel von 1:3 bis maximal 1:5 festgelegt werden. Für Kindergartengruppen skizziert die Trägerinitiative eine maximale Gruppengröße von 20 Kindern (2,5- bis 6-Jährige) und je nach Altersverteilung einen Betreuungsschlüssel von 1:5 bis maximal 1:7. Bei einem hohen Anteil an Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache ist auch eine individuelle Anpassung des Betreuungsschlüssels an die Gruppenzusammensetzung notwendig. 

Die Anforderungen an die ElementarpädagogInnen steigen (Stichworte: Bildungskompass, Transition). Eine bundesweit grundlegende Rahmenorientierung und -struktur in Richtung modularer Ausbildung für alle pädagogischen Berufsbilder mit Verbreiterungs- und Vertiefungsmöglichkeiten ist zudem erforderlich.  

Als Mit-Erzieher spielt auch der Raum eine entscheidende Rolle. Richtig dimensionierte Räume verbessern die pädagogische Prozessqualität. ExpertInnen empfehlen mindestens sechs Quadratmeter pro Kind für Innenräume und zwischen sechs und zwölf Quadratmeter für das Außengelände. 

Fazit: Studien haben wiederholt gezeigt, dass sich frühkindliche außerfamiliale Betreuung, Bildung und Erziehung sowohl kurzfristig als auch langfristig positiv auf die Entwicklung eines Kindes auswirken. Unter anderem hat der Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckmann in seinen Langzeitstudien nachgewiesen, dass Investitionen im frühkindlichen Bereich den größten „return on investment“  haben – ein investierter Dollar entspricht einer Rendite von acht Dollar, bei benachteiligten Kindern beträgt diese sogar 16 Dollar. Jeder in frühkindliche Bildung investierte Euro lohnt sich, aber nur wenn die Qualität stimmt! Bei Kindern zählt jedes Jahr. Daher jetzt beginnen und nicht später beklagen. 

„Auftrag Bildung. Trägerinitiative Kinderbetreuung“ drängt im Sinne der betreuten Kinder auf einen offenen politischen Diskurs zu einer durchdachten Weiterentwicklung der Elementarpädagogik. Die Proponenten hoffen, als Gesprächs- und Umsetzungspartner in die weitere Diskussion miteingebunden zu werden.   

Kinderfreunde, Hilfswerk, Volkshilfe, Caritas und St. Nikolausstiftung haben sich unter dem Namen „Auftrag Bildung. Trägerinitiative Kinderbetreuung“ zusammengeschlossen, um Anliegen und Positionen im Bereich der Elementarpädagogik gemeinsam zu vertreten. Als bundesweit bzw. länderübergreifend tätige, gemeinnützige Träger privater Kinderbetreuungseinrichtungen ist es das Ziel, praktisches Know-how und fachliche Inputs gezielt einzubringen. Die Initiative bezieht gerne auch weitere Träger in den Zusammenschluss mit ein, Gespräche dazu laufen schon.

Rückfragen & Kontakt:

St. Nikolausstiftung
Mag. Gabriele Zwick
Öffentlichkeitsarbeit
0664 610 13 98
g.zwick@nikolausstiftung.at
www.nikolausstiftung.at

DI Roland Wallner
Medien und Öffentlichkeitsarbeit
Hilfswerk Österreich
Grünbergstraße 15/2/5, 1120 Wien
Tel. 01 / 4057 500-230
roland.wallner@hilfswerk.at

Mag. (FH) Daniel Bohmann
Bundesgeschäftsführer
Österreichische Kinderfreunde – Bundesorganisation
Rauhensteingasse 5/5, 1010 Wien
Tel: 01 / 5121 298-0
daniel.bohmann@kinderfreunde.at

Mag. Barbara Tschofenig
Leiterin Fachstelle Kinderbetreuung
Volkshilfe Steiermark
Gemeinnützige Betriebs GmbH
Albrechtgasse 7, 8010 Graz
Tel: 0316 / 8960-29102
barbara.tschofenig@stmk.volkshilfe.at

Mag. Edith Bürgler-Scheubmayr
Geschäftsführung
Caritas für Kinder und Jugendliche
Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz
Tel: 0732 / 7610 - 2081
edith.buergler-scheubmayr@caritas-linz.at

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