Lungenfachärzte warnen: "Verzicht auf Rauchverbot in der Gastronomie würde Menschenleben und viel Geld kosten!"

Lungenfachärzte schlagen erneut Alarm: Ein Kippen der bereits 2015 beschlossenen Novelle wäre unverantwortlich und würde Menschenleben und dem Gesundheitssystem viel Geld kosten

Wien (OTS) - Nach der gestrigen Protestaktion der Wirte* um den Gastronomen Heinz Pollischansky unter Teilnahme von FPÖ-Chef H.C. Strache schlagen Österreichs Lungenfachärzte erneut Alarm: Ein Kippen der bereits 2015 beschlossenen Novelle wäre unverantwortlich und würde Menschenleben und dem Gesundheitssystem viel Geld kosten.

Lungenfacharzt Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) betont erneut, dass die erwartbaren positiven Effekte eines generellen Rauchverbotes in der Gastronomie für die Gesundheit der Menschen so bedeutend und so vielfältig sind, dass ein Kippen des für 2018 geplanten Rauchverbots nicht in Frage kommen darf.

ÖGP-Generalsekretär Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht führt ins Treffen, dass bei der jetzt geführten Diskussion der Arbeitnehmerschutz eigentlich nicht vorkommt: „Es wird immer wieder das Recht der Raucher auf ihre ‚Freiheit‘ ins Treffen geführt. Was aber ist mit der Freiheit und dem Schutz der betroffenen Arbeitnehmer? Es gilt, den Blick auch auf den Schutz der in der Gastronomie Beschäftigten zu richten.“

Irland und Italien zeigten, dass es durch ein Rauchverbot in der Gastronomie bei Aktiv- wie auch bei Passivrauchern zu einer raschen Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen kommt – bis hin zum Herzinfarkt. Schenk: „Damit rettet ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie unmittelbar Leben.“

Eine Vielzahl langfristiger positiver Gesundheits-Effekte ist auf die Gesundheit der Menschen zu erwarten, wie weniger Lungenkrebs- und COPD-Neuerkrankungen. Es werden auch weniger Kinder geboren werden, deren Körpergröße aufgrund des – aktiven oder passiven – Rauchens der Mutter während der Schwangerschaft zu gering ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Vorbildwirkung: Wenn Jugendliche gemütliches Beisammensein in einem Lokal nicht mehr automatisch mit Zigarettenrauch assoziieren, werden sie weniger selbstverständlich zur Zigarette greifen. Und auch zuhause – so zeigen internationale Erfahrungen – wird als Folge eines Rauchverbots in der Gastronomie weniger geraucht. Und wenn die Eltern nicht rauchen, wirkt sich dies auch positiv auf das spätere Rauchverhalten der Kinder aus. Selbst die Mehrheit der Raucher begrüßt Rauchverbote in der Gastronomie, wie Umfragen zeigen. Denn für so manche Raucherin und so manchen Raucher ist das Rauchverbot auch eine Motivation zum Rauchstopp.

ÖGP-Präsident Schenk: „Ein Kippen des generellen Rauchverbotes in der Gastronomie wäre aus Sicht der Lungenfachärzte ein schwerer Fehler mit weitreichenden Konsequenzen.“

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen sowohl für Frauen als auch für Männer.

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