Stadtakademie/Stadtforum: Von der anspruchslosen Stadt zur Stadt mit Anspruch

Podiumsdiskussion über die „Zukunft der Stadt“ mit Stadtrat Gernot Blümel, Oona Horx-Strathern, Gabriele Zuna-Kratky sowie Martin Giesswein in der Wolke 21

Wien (OTS) - Unter dem Titel „Von der anspruchslosen Stadt zur Stadt mit Anspruch“ diskutierten gestern Abend auf Einladung von Stadtakademie und Stadtforum Stadtrat Gernot Blümel, Trendforscherin Oona Horx-Strathern, die Direktorin des Technischen Museums Gabriele Zuna-Kratky sowie der Mitbegründer von DigitalCity.Wien Martin Giesswein in der Wolke 21. Nach der Begrüßung durch Stadtforum-Generalsekretär Gerhard F. Roth sowie den Präsidenten der Stadtakademie Bezirksvorsteher Markus Figl präsentierte Oona Horx-Strathern sechs große Trends und Faktoren für die „Stadt der Zukunft“: Smart Government City, Creative City, Human City, Knowledge City, Nature City und Health City. „Der Bürgermeister könnte dabei als Dirigent eines Orchesters agieren, um eine ambitionierte Stadt zusammenzubringen“, so Horx-Strathern. Auch präsentierte sie anhand einer „Megatrend-Map“ Trends wie etwa „Silver-Society“, „Individualisierung“ oder „Konnektivität“, die bereits jetzt massive Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche und das Zusammenleben der Menschen in den Städten haben. So sei etwa „Co-working“, „Co-living“, „Co-housing“ oder „Co-mobility“ der Gegenentwurf bzw. die Gegenströmung zur Individualisierung in den Städten, wo Individuen wieder nach Gemeinschaft suchen, um der Isolation zu entkommen. Damit werde in Zukunft die Nachfrage nach Wohnraum auch nicht mehr vordergründig von der Quadratmeterzahl bestimmt, sondern von der Qualität der „shared spaces“, die man in der Gemeinschaft teilen kann.

Auch Wien brauche Wohnkonzepte für die Zukunft, so Stadtrat und ÖVP Wien-Chef Gernot Blümel im Rahmen der Podiumsdiskussion. Wien habe schließlich einen jährlichen Zuzug von rund 30.000 Menschen, wofür intelligente Wohnideen notwendig seien. Wien sei definitiv eine lebenswerte Stadt, in der man gerne lebe. „Das soll allerdings nicht nur für ausländische Manager so sein, sondern für alle, die hier leben. Und damit das auch so bleibt, muss man aber agieren“, so Blümel. Zwar habe man in den Innergürtelbezirken sehr gute Voraussetzungen, während jedoch in den Flächenbezirken Donaustadt oder Floridsdorf, mit rund 360.000 Einwohnern immerhin die zweitgrößte Stadt Österreichs, größere Herausforderungen warten. „Es wäre wichtig, dass sich auch hier Grätzln und einzelne Stadtkerne entwickeln können“, so Blümel. Das gelinge oft mit Märkten und Nahversorgern, rund um die sich automatisch Leben bildet. Allerdings gehören gerade in Wien tausende jahrelang leerstehende Geschäftsflächen zur Realität. „Das hat einerseits mit den Mietpreisen, aber andererseits sehr viel auch mit der hohen Regulierungswut zu tun, wenn man etwa etwas umbauen oder an der Außenfassade ändern möchte. Es muss wieder attraktiver werden, leerstehende Geschäftslokale mit Leben zu füllen“, so Blümel. Auch die Verkehrsproblematik spiele bei der Entwicklung von neuen Entwicklungsgebieten wie etwa Aspern eine große Rolle. „Die U-Bahn ist dort, aber es fehlt die Stadtstraße, weil der Lobautunnel fehlt“, so Blümel. Nur mit dem Lobautunnel könne auch Aspern zu dem werden, was es sein könnte.

Vor allem die Talente einer Stadt bzw. die dort ausgebildeten Menschen stünden bei Standortentscheidungen von Unternehmen eine große Rolle, so der Mitbegründer von DigitalCity.Wien Martin Giesswein. „Hier haben wir in Wien große Vorteile, trotzdem fehlen uns in Zukunft zehntausende Fachkräfte in der Digitalökonomie“, so Giesswein. Digitalisierung sei schließlich in allen einzelnen Megatrends enthalten. „Wien kann in den nächsten 20 Jahren nicht alleine von Sissi, Fiaker und Schnitzel leben.“ Die Stadt müsse im Bereich der Digitalisierung noch viel stärker werden. Die Direktorin des Technischen Museums, Gabriele Zuna-Kratky, brach in der Podiumsdiskussion eine Lanze für „Nudging“ - mittels kleiner Innovationen Verhaltensweise der Stadtbewohner zu ändern. So habe das Technische Museum etwa eine Ampelanlage entwickelt, die mittels Spielen zum Stehenbleiben bei Rot motivieren soll, was auch sehr gut funktioniere.

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