Briefmarathon 2017: Geballte Kraft für Menschen in Gefahr

Amnesty International mobilisiert mit dem Briefmarathon vom 4.-18. Dezember für Menschenrechtsverteidiger*innen in China, Jamaika und der Türkei.

Seit 15 Jahren gibt der Briefmarathon Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung. Stellen Sie sich vor, sie sitzen krank im Gefängnis und plötzlich bekommen Sie Nachrichten von Menschen, die sich für Sie einsetzen. Oder Sie finden heraus, dass weltweit Hunderttausende hinter Ihnen stehen, weil Sie sich für Gerechtigkeit einsetzen. Briefe können Leben verändern – das beweist der Briefmarathon jedes Jahr
Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich
Ich bedanke mich in vollster Demut und von ganzem Herzen für euren unerschütterlichen Beistand und eure Unterstützung. Mehr als eine Million von euch drückten mit einer Stimme aus, dass die Wahrheit wichtig ist. Meine Dankbarkeit kennt keine Grenzen.
Edward Snowden, Menschenrechtsverteidiger und Briefmarathonfall 2016

Wien (OTS) - Jeden Dezember schreiben Amnesty-Unterstützer*innen Millionen Briefe für Menschen, deren Menschenrechte in Gefahr sind. Der Erfog spricht für sich: Jedes Jahr werden Menschen aus dem Gefängnis befreit oder Menschenrechtsverteidiger*innen besser beschützt. Amnesty International Österreich mobilisiert diese Jahr für Menschenrechtsverteidiger*innen in China, Jamaika und der Türkei.

Seit 15 Jahren gibt der Briefmarathon Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung. Stellen Sie sich vor, sie sitzen krank im Gefängnis und plötzlich bekommen Sie Nachrichten von Menschen, die sich für Sie einsetzen. Oder Sie finden heraus, dass weltweit Hunderttausende hinter Ihnen stehen, weil Sie sich für Gerechtigkeit einsetzen. Briefe können Leben verändern – das beweist der Briefmarathon jedes Jahr", sagt Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.

Ni Yulan ist eine ehemalige Anwältin aus China und vertrat Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden. Die Wohnrechtsaktivistin ertrug fast 20 Jahre lang gewalttätige Schikanen: Sie wurde von der Regierung beobachtet, festgenommen und wiederholt von den Behörden delogiert. Bei einer Festnahme wurde sie so schwer am Knie verletzt, dass sie nun auf den Rollstuhl angewiesen ist. Ni Yulan setzt sich jedoch weiterhin für Menschen und ihre Rechte ein. 

Shackelia Jacksons Bruder Nakiea wurde 2014 von der Polizei erschossen, weil er einem Verdächtigen ähnlich sah. Seitdem setzt sich Shackelia dafür ein, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die 35Jährige wird dafür von den Behörden bedroht und schikaniert. Das ist kein Einzelfall in Jamaika: Über 2.000 Menschen wurden in den letzten zehn Jahren von der Polizei getötet – ohne Konsequenzen. Wenn ihre Familien Gerechtigkeit fordern, werden sie eingeschüchtert. Doch Shackelia kämpft weiter dafür, dass ihre Stimmen gehört werden. 

Istanbul10 – das Schlagwort steht für zehn Menschenrechtsverteidiger*innen, die lediglich wegen ihres Einsatzes für Gerechtigkeit inhaftiert wurden – unter ihnen Idil Eser, Direktorin von Amnesty Türkei. Gemeinsam mit neun weiteren Menschenrechtsaktivist*innen nahm sie an einem Workshop zum Thema ITSicherheit teil, als die Polizei den Saal stürmte und sie alle verhaftete. Der Vorwurf: Unterstützung einer terroristischen Organisation. Auch der Vorsitzende von Amnesty Türkei Taner Kilic ist aufgrund ähnlicher Vorwürfe seit Juni 2017 in Haft. Die Verhandlungen werden Ende Jänner fortgesetzt. 

Rekordjahr 2016

2016 wurden über 4,6 Millionen Appellbriefe, EMails, Tweets und Postkarten verschickt – so viele wie noch nie in der Geschichte des Briefmarathons. Unter anderem setzten sich Tausende für Edward Snowden ein: Amnesty International überreichte letztes Jahr mit ihren US-amerikanischen NGO-Partnern Präsident Barack Obama mehr als eine Million Unterschriften und forderte ihn dazu auf, den Whistleblower zu begnadigen. Snowden sagte dazu: „Ich bedanke mich in vollster Demut und von ganzem Herzen für euren unerschütterlichen Beistand und eure Unterstützung. Mehr als eine Million von euch drückten mit einer Stimme aus, dass die Wahrheit wichtig ist. Meine Dankbarkeit kennt keine Grenzen.

Kunstinstallation Menschenrechte von Erik Tannhäuser

Am 10. Dezember ist Tag der Menschenrechte. An diesem Tag installiert der Künstler Erik Tannhäuser eine rund sechs Meter hohe, interaktive Skulptur in Wien Mitte. Die Installation verbildlicht, dass jede*r einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der weltweiten Lage von Menschenrechtsverteidiger*innen leisten kann.

Erik Tannhäuser steht am 10. Dezember vor Ort für Interviews zur Verfügung.

Datum: 10.12.2017, 11:00 - 19:00 Uhr

Ort: Landrstrasser Hauptstrasse
Landstraßer Hauptstraße 1A, 1030 Wien, Österreich

Url: http://amnesty.at/veranstaltungen

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Gesine Schmidt-Schmiedbauer
Amnesty International Österreich
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