Warum das österreichische Pensionskassen-System keine sichere Altersvorsorge bietet

Die österreichische betriebliche Vorsorge ist kein “Geheimtipp“

Wien (OTS) - Das österreichische Pensionskassen-System als betriebliche Altersvorsorge hat ihr oberstes Ziel einer nachhaltigen, wertgesicherten Ergänzung zur staatlichen Vorsorge gravierend verfehlt.

Das dem Pensionskassen-System zu Grunde liegende Modell, die Einzahlungen der Arbeitgeber am Kapitalmarkt langfristig mit Ertragserwartungen von bis über 7 Prozent zu vermehren, ist hinlänglich gescheitert.

Die Konsequenz für viele Leistungsberechtigte sind spürbar niedrigere Pensionszahlungen von mehr als 50% und deutlich geringere Anfangspensionen für heute noch Erwerbstätige.

Verlässlich kalkulierbare Betriebspensionen sind aufgrund vieler Unsicherheitsfaktoren in Zukunft ausgeschlossen.

Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass die Pensionskassen-Berechtigten in Österreich dem vollen Risiko der volatilen Kapitalmärkte ohne irgendein Auffangnetz ausgeliefert sind.

Für 900.000 Österreicher mit Anspruch auf eine Betriebspension kann nur eine ernsthafte, echte Reform des österreichischen Pensionssystems Abhilfe schaffen.

„Daher fordert pekabe als Interessensvertretung der Pensionskassen-Berechtigten von der neuen Regierung dringend die Änderung des Pensionskassen-Gesetzes. Dieses soll vor allem die Pensionskassen und ihre Aktionäre durch eine maßgebliche Risikobeteiligung zur Ergebnisverantwortung verpflichten und eine Ausfallshaftung des Staates beinhalten. Nur so kann der ursprüngliche Zweck der zweite Säule der Altersvorsorge auch erreicht werden und nur unter dieser Voraussetzung kann eine an sich sinnvolle Ausweitung des Pensionskassen-Systems von pekabe unterstützt werden“, bringt es pekabe Obmann Josef Kronemann auf den Punkt.

Die Forderungen des Fachverbands der Pensionskassen zur Steigerung des Anteils der PK-Berechtigten über die Verankerung in Kollektivverträgen und die Förderung der Eigenbeiträge über steuerliche Maßnahmen sind daher ohne vorhergehende PK-Reform nicht zielführend. Diese Vorschläge des Fachverbands helfen nur der Vermögensvermehrung der Pensionskassen und ihrer Aktionäre, garantieren aber den Arbeitnehmern keine gesicherte Altersvorsorge.

Auch das Versprechen des Fachverbands mit einer „heilen Pensionskassenwelt“, die langfristige Erträge von 5,5% suggeriert, muss entschieden widersprochen werden. Dieser Wert gilt nur mehr für die rund 25.000 Berechtigten der ersten Stunde im Jahr 1991 und das sind maximal 2 Prozent der heutigen PK-Berechtigten.

Die in diesem Zusammenhang seitens des Fachverbands dargestellten, ungewichteten Statistiken verfälschen das Gesamtbild. Im Interesse der PK-Berechtigten fordert pekabe den Fachverband der Pensionskassen auf, gemeinsam für eine Verbesserung des PK-Systems einzutreten.

„Wir appellieren daher an die zukünftigen Regierungspartner diesbezügliche Reformvorhaben nicht nur – wie ihre Vorgänger – in das jeweilige Regierungsprogramm aufzunehmen und dann zu schubladisieren, sondern diese auch endlich umzusetzen“, so Kronemann.

In diesem Zusammenhang bietet pekabe an, seine fundierte Expertise durch Vertreter in eine Reformkommission einzubringen.

„Knapp eine Million Österreicher warten auf eine politische Lösung“, betont Kronemann abschließend.

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Günter Braun
Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Tel. 0699 - 111 58 699
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