Streit um Heizkostenvergleich: Worauf kommt es wirklich an?

Es braucht einen lösungsorientierten und zeitgemäßen Ansatz - Heizkostenvergleiche zu erstellen die enkelfit sind

Die Energie Agentur hat zwar mit medientauglichen, plakativen Statements sehr erfolgreich kommuniziert, dabei allerdings auf Ihre Kernfunktion vergessen. Wofür ist die Österreichische Energieagentur denn zuständig, wenn nicht dafür, Impulse für eine zukunftstaugliche Energieversorgung in Österreich zu setzen?
DI Dr. Christian Rakos, Geschäftsführer proPellets Austria

Wolfsgraben (OTS) -

Streit um Heizkostenvergleich: Worauf kommt es wirklich an? 

Die Österreichische Energieagentur hat den bestehenden Normen entsprechend den momentanen Stand der Heizkosten berechnet. Ein neues Heizsystem ist allerdings eine Investition für Jahrzehnte. Eine jüngst von e7 erstellte Studie beispielsweise belegt, dass 2016 noch über 26.000 Ölheizungen in Betrieb sind, die vor 1971 (!) eingebaut wurden und damit über 36 Jahre alt sind. Entsprechend ist ein Heizkostenvergleich, der auf die augenblicklichen Kosten der einzelnen Energieträger abzielt, nur sehr bedingt aussagekräftig. 

Um diesem Manko, das auch der Energieagentur bekannt sein müsste, zu begegnen, hat die TU Wien eben eine Studie zu den Heizkosten erstellt, die langfristige Effekte und Risiken in die Betrachtung mit einbezieht. Nur über einen derartigen Zugang lässt sich eine Investition, die die Heizenergieversorgung eines Gebäudes über zumindest zwei Jahrzehnte bestimmen soll, realistisch bewerten. 

Unter anderem wurden zwei Risiken bei Investitionen in neue Heizsysteme näher betrachtet: 

  • die mögliche Preisentwicklung der Energieträger, wobei hier historische Daten für die Bewertung herangezogen werden und
  • die Risiken, die sich für einen Investor potenziell daraus ergeben, dass sich Österreich zu den Klimazielen von Paris bekennt. 

Die Klimaziele von Paris bedingen, dass Österreich bis Mitte des Jahrhunderts aus der Verbrennung fossiler Energieträger aussteigen muss. Da sich die Republik zu diesem Ziel bekennt, ist es riskant, jetzt noch in ein neues fossiles Heizsystem zu investieren.  

Christian Rakos zu der aktuellen Diskussion: „Die Energie Agentur hat zwar mit medientauglichen, plakativen Statements sehr erfolgreich kommuniziert, dabei allerdings auf Ihre Kernfunktion vergessen. Wofür ist die Österreichische Energieagentur denn zuständig, wenn nicht dafür, Impulse für eine zukunftstaugliche Energieversorgung in Österreich zu setzen?“ 

Jede Empfehlung für fossile Heizsysteme, noch dazu auf Basis minimaler Kostenunterschiede, muss sich die Kritik gefallen lassen, die Bevölkerung in die Irre zu führen. Es braucht einen lösungsorientierten und zeitgemäßen Ansatz, Heizkostenvergleiche zu erstellen die enkelfit sind. Ein Blick auf die Herausforderungen der Zukunft und die zentralen Ziele der heimischen Energiepolitik sollten das wichtigste Anliegen der Österreichischen Energieagentur darstellen.

Download der TU Wien Studie: http://bit.ly/2AQQkyF

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DI Dr. Christian Rakos
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