„kulturMontag“: Sparkurs für OÖ-Kultur, Haderers „Schule des Ungehorsams“, Fatih Akins Oscar-Hoffnung „Aus dem Nichts“

Außerdem: Neue Doku „grazKUNST – 200 Jahre Kunstuniversität Graz“

Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 20. November 2017 um 22.30 Uhr in ORF 2 greift u. a. die Debatte rund um den Sparkurs im oberösterreichischen Kulturbetrieb auf, der u. a. von der Initiative „Rettet das Kulturland OÖ“ kritisiert wird. Weitere Themen sind außerdem Gerhard Haderers „Schule des Ungehorsams“ – ein neues Zentrum für Diskurs in Linz – sowie Fatih Akins neuer Film „Aus dem Nichts“, ein beklemmender Thriller über die NSU-Morde und Deutschlands Kandidat für den Auslands-Oscar 2018. Anschließend an das Magazin steht die neue Dokumentation „grazKUNST – 200 Jahre Kunstuniversität Graz“ (23.15 Uhr) auf dem Programm.

Oberösterreich im Fokus – Sparmaßnahmen in der Kultur

In Oberösterreich regt sich Kritik an umfangreichen Sparmaßnahmen in den Bereichen Soziales, Kinderbetreuung und Kultur. In der Kultur werden die Mittel um 3,56 Prozent auf 187,5 Mio. Euro zurückgefahren. Davon betroffen sind nicht nur die „freie Szene“ und die Volkskultur, sondern sind auch Institutionen wie etwa das Landestheater oder die Landesgalerie. Die Initiative „Rettet das Kulturland OÖ“ macht darauf aufmerksam, dass durch die Kürzungen im Kulturbereich ein wichtiger Wirtschaftssektor bedroht ist, der nicht nur Arbeitgeber und Werkzeug zur Regionalentwicklung ist, sondern auch soziales Bindeglied und vor allem ein kritischer Spiegel. Macht das kulturbegeisterte Bundesland vor, was vielleicht ganz Österreich blüht? Zur aktuellen Debatte nehmen die mehrfach preisgekrönte Linzer Medienkünstlerin Valie Export, der Chef des Landestheaters, Hermann Schneider, und Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) Stellung.

Gerhard Haderers „Schule des Ungehorsams“ – Der kritische Künstler live im Studio

Für kritische Geister wie Gerhard Haderer ist es längst Zeit, das Augenmerk wieder intensiv auf die Heimat zu lenken. Seit mehr als 40 Jahren setzt sich der Linzer Karikaturist mit den Gehorsamen der Gesellschaft auseinander, hat sie entlarvt und kritisiert. Jetzt eröffnet er in der Linzer Tabakfabrik seine „Schule des Ungehorsams“ – ein Denklabor zur Förderung der Demokratie. Auslöser für das Projekt waren schon die wiederholten Wahlen zum österreichischen Bundespräsidenten. Haderer, der sich selbst als Schulwart sieht, will damit die Menschen aufstacheln, zum Einmischen anregen und sie auffordern, sich eigene Gedanken zu machen. Mehr als vier Jahre hat es gedauert, bis Haderer sein „Ermutigungsprojekt zum Einmischen“ realisieren konnte. Die geplanten Aktivitäten reichen von Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen und Workshops bis hin zu Publikationen. „Kern der „Schule“ bildet eine Ausstellung mit Werken von Haderer, das „Drumherum“ sehen die Organisatoren als einen dynamischen Prozess. Der Künstler ist live zu Gast im Studio.

Recht und Rache „Aus dem Nichts“ – Fatih Akins Thriller über die NSU-Morde

In seinem jüngsten Film, der als Deutschlands Kandidat für den Auslands-Oscar 2018 ins Rennen geht, thematisiert Regisseur Fatih Akin die Verbrechen der NSU. Bei einem Anschlag zweier Neonazis sterben ein kurdischer Vater und dessen Sohn. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Opfer und ihre Familien Dreck am Stecken hatten – einfach aufgrund ihrer Herkunft. Die NSU-Mordanschläge aus den Jahren 2000 bis 2007 sind der reale Hintergrund für Akins neues, zielsicheres Werk. Noch immer läuft der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter. Für den Filmemacher, Sohn von türkischen Einwanderern, ist das blanker Rassismus. Akin erzählt auf beklemmende, intensive Weise, die an seinen großen und mehrfach ausgezeichneten Erfolg „Gegen die Wand“ erinnert, vom scheinbar aussichtslosen Kampf der Ehefrau und Mutter um Gerechtigkeit sowie von ihrer Rache – eindrucksvoll dargestellt von Hollywoodstar Diane Kruger. Der Film startet am 24. November in den heimischen Kinos.

Neue Dokumentation „grazKUNST – 200 Jahre Kunstuniversität Graz“ (23.15 Uhr)

Das 200-jährige Bestehen der Kunstuniversität Graz ist Anlass für einen Film, der sich nicht nur mit der Tradition, sondern vor allem mit dem Ist-Zustand der steirischen Institution beschäftigt. Studierende aus allen Abteilungen entwarfen rund einminütige Miniaturen, die an entsprechend vielen Schauplätzen in Graz gedreht wurden. Die steirische Landeshauptstadt als Kulisse und Kulturhauptstadt wird als aufgeschlossene und moderne Metropole dargestellt. Als Zwischenebene fungieren Zitate über Musik und Kultur quer durch die Jahrhunderte. Für die Regie zeichnet Felix Breisach verantwortlich.

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