Pharmaindustrie: Gebarungsvorschau des Hauptverbandes zeigt dringenden Reformbedarf

Einsparungen durch Kassenreform im Sinne der Patienten nutzen

Wien (OTS) - Auch wenn die aktuelle Prognose des Hauptverbandes eine leichte Verbesserung im Vergleich zur letzten Vorschau gebracht hat, zeigt ein genauerer Blick auf die Zahlen den Reformbedarf der Sozialversicherung.

Der Fachverband begrüßt daher die Diskussionen um die Kassenfusion, die in den momentanen Koalitionsverhandlungen thematisiert wird. „Die Leistungsharmonisierung war zwar für die Patienten dringend notwendig, entsprach aber, wenn es um richtige Reformen im Gesundheitssystem geht, einer kosmetischen Behandlung“, kommentiert Hofinger die Behebung der Leistungsunterschiede bei den einzelnen Kassen. „Dass das wahre Einsparungspotenzial in einer Zusammenlegung der einzelnen Krankenkassen liegt, hat eine Studie der Wirtschaftskammer bestätigt. Und auch der Rechnungshof zielt mit seinen Empfehlungen in die gleiche Richtung ab. Durch die ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten."

Dass die Medikamentenkosten fälschlicherweise als Preistreiber dargestellt werden, belegen auch die endgültigen Zahlen für 2016: Während die Verwaltungsausgaben um 4,7% deutlich anstiegen, lagen die Medikamentenkosten mit einem Plus von 2,5% im unteren Bereich. Zusätzlich hat die Pharmaindustrie im letzten Jahr noch 125 Mio. Euro an Solidarbeiträgen gezahlt. Durch die im März beschlossenen gesetzlichen Änderungen bei der Erstattung von Medikamenten ist auch für heuer und die nächsten Jahre nur noch mit einem moderaten Wachstum bei den Arzneimittelausgaben zu rechnen. Dieses ist in erster Linie auf die Zuwächse an Versicherten zurückzuführen sowie auf die höhere Lebenserwartung und einhergehende Zunahme an chronischen Erkrankungen.

„Die ständigen Diskussionen um die Medikamentenpreise werfen ein falsches Licht auf die Pharmaindustrie und dienen vor allem zur Ablenkung der zahlreichen Baustellen im System “, so Hofinger. Denn sobald sich ein Medikament in der Erstattung befindet, gelten die Preise als eingefroren und dürfen nicht einmal an die Inflation angepasst werden. Die Produzenten erhalten somit Jahr für Jahr weniger Geld für die gleiche Leistung.

Österreich leistet sich eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit, doch der Patient spürt in den seltensten Fällen etwas davon. Um das heimische System tatsächlich zu einem der besten der Welt zu machen, muss die nächste Bundesregierung einerseits durch Strukturänderungen im Gesundheitswesen die vorhandenen Effizienzpotenziale ausschöpfen. Andererseits müssen durch eine innovations- und investitionsfreundliche Standortpolitik die heimischen Spitzenleistungen im Bereich der Medizin- und Pharmaforschung unterstützt werden. „Ziel muss es sein, das österreichische Gesundheitssystem zukunftsfit zu machen. Dazu müssen wir es schaffen, dass das durch die Reform eingesparte Geld dafür genutzt wird, dass Patienten – so wie es ihnen zusteht - Zugang zu modernsten Therapien erhalten“ so Hofinger abschließend.

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