Das mumok drückt seine Anteilnahme zum Tod von Peter Gorsen aus

Wien (OTS) - Am 9. November 2017 verstarb der 1933 in Danzig geborene Kunst- und Mentalitätshistoriker Peter Gorsen. Mit ihm verliert nicht nur die Universität für angewandte Kunst Wien, wo Gorsen als Professor für Kunstgeschichte bis 2002 Generationen von Künstler_innen und Kunsthistoriker_innen maßgeblich prägte, einen ihrer mutigsten Denker und Lehrer, sondern die gesamte deutsche Geisteslandschaft einen intellektuellen und ethischen Leitstern. Für Gorsen war das Ineinandergreifen von Kunst und Leben zu keinem Zeitpunkt Plattitüde. Beschäftigte er sich bereits im Rahmen seiner Promotion bei Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas mit Fragen der Lebensphilosophie, so folgten darauf wegweisende Publikationen zum Verhältnis von Kunst und Psychiatrie, zu Sexualästhetik und Geschlechterbildern, zur Art Brut, zum russischen Proletkult und zum Feminismus (als einer der ersten Akademiker im deutschsprachigen Raum überhaupt). Neben seiner Lehre und Forschung war Gorsen auch langjähriger Kunstkritiker der FAZ und 1997 an der Konzeption der Ausstellung Kunst und Wahn im Kunstforum Wien beteiligt.

Für die Mitarbeiter_innen des mumok waren Gorsen und seine Partnerin Hanel Koeck zu Fragen des Wiener Aktionismus, der Körperkunst und der marxistischen Kunstgeschichte immer wieder wertvolle und herausfordernde Diskussionspartner_innen. Wenige Tage vor seinem Tod konnte Gorsens Beitrag zur Begleitpublikation der im nächsten Jahr im mumok stattfindenden Personale von Bruno Gironcoli noch finalisiert werden. Dieses letzte intellektuelle Geschenk eines in jeder Hinsicht unglaublich großzügigen Menschen erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und leiser Trauer. Wir drücken der Familie unsere tiefe Betroffenheit aus.

Karola Kraus, Generaldirektorin mumok, Manuela Ammer, Kuratorin und das Team des mumok

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