AK: Kampagne für automatische Anhebung der Altersgrenzen für Pensionen geht an Zahlen des Finanzministers vorbei

Prognosen sollten akzeptiert werden, auch wenn sie gut sind

Wien (OTS) -  "Wer seriös erarbeitete Prognosen ohne nachvollziehbare Begründung für unrealistisch hält, mit dem ist schwer zu diskutieren“, reagiert AK Direktor Christoph Klein auf die Zweifel von Proponenten der „Aktion Generationengerechtigkeit“ an den langfristigen Budgetprognosen. Tatsächlich wurde die solide Finanzierungssituation vom Finanzminister an die EU Kommission gemeldet und von dieser geprüft und übernommen. Der Bundesbeitrag zu den Pensionen ist in den letzten Jahren deutlich geringer ausgefallen als prognostiziert. Die finanzielle Entwicklung der gesetzlichen Alterssicherung ist auch langfristig sichergestellt. Auch kurzfristig zeigen die Reformen der letzten Jahre große Wirkung. Das Verhältnis Pensionsversicherte zu Pensionsbezieher ist im Jahr 2017 so gut wie zuletzt Mitte der 80iger Jahre. Der Bundesbeitrag in Prozent des BIP entspricht nach aktuellen Annahmen für 2017 jenen aus dem Jahr 1970. Klein: „Wenn die ´Aktion Generationengerechtigkeit` dieses 1:1-Verhältnis auf den Kopf stellt, indem sie einfach den Nominalbetrag aus dem Jahr 1970 mit dem heutigen Nominalbetrag vergleicht, kann man das beim besten Willen nicht ernst nehmen.“

 Eine Koppelung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters an die steigende Lebenserwartung steht nicht nur im Widerspruch zum Beschäftigungs- und Einstellungsverhalten der Unternehmen. Alleine schon aus demokratiepolitischen Gründen lehnt die AK eine Pensionsautomatik ab. „Grundlegende Entscheidungen, wie die Frage, ab welchem Alter man in Pension gehen kann, sollen von der Mehrheit des Parlaments getroffen und nicht von einem Computer berechnet werden“, verlangt Klein.

 Noch nie zuvor hatten ArbeitnehmerInnen so lange Erwerbskarrieren wie derzeit (50 Prozent der Männer haben im Zeitpunkt des Pensionsantritts 45 Versicherungsjahre und mehr; 1970 waren es 16 Prozent).

 Kaum Chancen für Ältere

Die aktuelle Auswertung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger für Betriebe ab 25 ArbeitnehmerInnen zeigt, dass in rund 6.500 Betrieben der Anteil älterer Beschäftigter (55+) gering oder kaum vorhanden ist: Rund 2.900 Unternehmen beschäftigen nicht einmal 3 Prozent Ältere, rund 3.700 Betriebe rund 8 Prozent. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass rund ein Drittel aller Älteren im öffentlichen Dienst beschäftigt sind.

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