GLOBAL 2000 sieht ländlichen Raum bei Klimafonds-Kahlschlag bedroht

Energiewende-Impulse des Klimafonds stärken ländlichen Raum und schaffen Arbeitsplätze

Wien (OTS) - Zuletzt verdichteten sich die Gerüchte, dass in den Verhandlungen um eine schwarz-blaue Regierung eine Abschaffung des Klimafonds im Raum steht. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor den Folgen: „Wenn ein Kahlschlag beim Klimafonds kommt, hätte das massive Folgen für den ländlichen Raum. Wichtige Energiewende-Projekte können dann nicht mehr realisiert werden, Arbeitsplätze in oft ohnehin strukturschwachen Gebieten gehen verloren. Die Chefverhandler Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache haben jetzt Erklärungsbedarf, denn für derart unüberlegte und rückwärtsgewandte Veränderungen hat sicher niemand seine Stimme am Wahlabend abgegeben“, sieht Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000, nun die beiden Chefverhandler gefordert, ein klares Bekenntnis für die Weiterführung wichtiger Initiativen abzugeben.

Konkret wird derzeit in 91 Klima- und Energiemodellregionen in 811 Gemeinden daran gearbeitet, erneuerbare Energien, zukunftsfähige Formen der Mobilität und nachhaltige Gebäudekonzepte umzusetzen. Weil erneuerbare Energien dezentral verfügbar sind, ist die Energiewende gerade für ländliche Regionen eine große Chance. Gleichzeitig ist hier die Abhängigkeit vom PKW, zum Beispiel für Pendler besonders hoch. „Der Klimafonds ist weit mehr als eine Stelle für die Vergabe von Förderungen. Er arbeitet an den Schaltstellen für zukunftsfähige Energieversorgung, saubere Mobilität und nachhaltige Gebäude direkt bei den Menschen. Eine Aushöhlung des Klimafonds, heißt, dass die Menschen im ländlichen Raum mit vielen Zukunftsfragen allein gelassen werden“, erklärt Wahlmüller.

Erst vor wenigen Wochen hat der Klima- und Energiefonds den renommierten Preis SHC Solar Award der Internationalen Energieagentur für sein Förderprogramm für Solarthermie-Großanlagen erhalten. Es wird als wegweisend auch für andere Staaten angesehen. Wichtige Forschungsprojekte, unter anderem dazu wie ein Ausstieg aus fossiler Energie im Industriebereich gelingen kann, nehmen hier ihren Ausgang. Er ist damit eines der zentralen Instrumente der Bundesregierung, um das Klimaschutzabkommen von Paris umzusetzen. Aktuell hat Österreich hier noch großen Handlungsbedarf, denn die Treibhausgasemissionen sind zuletzt gestiegen, man ist weit weg von den vereinbarten Zielen. „Derzeit findet die Klimakonferenz in Bonn statt, bei der viele Staaten ihre Fortschritte beim Klimaschutz präsentieren. Viele beneiden uns um ein integratives Instrument wie den Klimafonds.  Ein Kahlschlag wäre auch international ein fatales Zeichen, welches Österreich in die Nähe von rückschrittlichen Verhinderern rückt. Anstatt über eine Aushöhlung des Klimafonds zu diskutieren, sollte seine Rolle gestärkt werden und der Fonds als Motor für Energiewende, saubere Mobilität und nachhaltige Gebäude verstanden werden“, betont Wahlmüller abschließend.

Der GLOBAL 2000 Klimasprecher, Johannes Wahlmüller, ist als langjähriger Beobachter der Weltklimakonferenzen auch heuer wieder vor Ort in Bonn und wird die Verhandlungen der COP23 von 13. bis 17. November nahe am Geschehen beobachten und kommentieren.

 

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