ORF III am Wochenende: Premiere der zweiteiligen ORF-III-Neuproduktion „Arisierung“ in der „zeit.geschichte“

Außerdem: „Kabarett im Turm“ mit Thomas Maurer, „Künstlerporträt“ zu George London sowie „Don Giovanni“ in „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information präsentiert am Samstag, dem 11. November 2017, die TV-Premiere der zweiteiligen ORF-III-Neuproduktion „Arisierung“, die sich umfassend mit der Geschichte der Plünderung und Zwangsenteignung der jüdischen Bevölkerung während des NS-Regimes befasst. Glanzmomente der klassischen Musik sind am Sonntag, dem 12. November, in „Erlebnis Bühne“ zu sehen und zu hören, u. a. Mozarts „Don Giovanni“ im Hauptabend mit Star-Bariton Thomas Hampson.

Samstag, 11. November: Zweiteiler „Arisierung“ mit „Der große Raubzug“ (20.15 Uhr) und „Die verlorenen Jahre“ (21.00 Uhr) sowie „Geheimnisse des Dritten Reiches – Hitler und das Geld“ (21.50 Uhr) in der „zeit.geschichte“, „Kabarett im Turm: Thomas Maurer – Maurer ab Hof“ (22.40 Uhr)

Im Samstag-Hauptabend steht die Erstausstrahlung des neuen Doku-Zweiteilers „Arisierung“ auf dem Programm, beginnend mit der Dokumentation „Der große Raubzug“ (20.15 Uhr) von Sabrina Peer und Ernst Pohn. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Jüdinnen und Juden systematisch beraubt und enteignet. Ihr Vermögen, darunter Geschäfte, Wohnungen und andere Besitztümer, wurde „arisiert“. Unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 fanden regelrechte Plünderungsaktionen durch die Nazis statt. Der Film schildert mit umfangreichem Archivmaterial, Experten- und Zeitzeugeninterviews das Ausmaß dieses systematischen Diebstahls. So erinnert sich Künstler Arik Brauer an seine Zeit als jüdisches Kind in Wien, Zeitzeuge Hans Hacker, dessen Familie ein Silberwarengeschäft besaß, besucht die Stätten seiner Jugend im ersten Wiener Gemeindebezirk, und auch Christiane Wenckheim, heutige Aufsichtsratsvorsitzende der im Jahr 1938 „arisierten“ Ottakringer Brauerei, kommt zu Wort. Im Vordergrund der zweiten Dokumentation von Regisseur Kurt Mayer stehen „Die verlorenen Jahre“ (21.00 Uhr) der Aufarbeitung, die bis heute noch nicht aufgeholt sind. 1946 begann der nach wie vor andauernde Prozess der Restitution mit seinen vielfachen Formen der Verzögerung und Verweigerung – eng verknüpft mit der Identitätsfindung der Zweiten Republik. Die entscheidende Wende erfolgte in den Waldheim-Jahren, in der der Satz „Ich habe nur meine Pflicht getan“ zum Auslöser des Umdenkens wurde. Anhand exemplarischer Beispiele und Erzählungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen skizziert der Film Fallstudien des Massenraubs und seine Folgen. Der Film verfolgt außerdem die Verstrickungen der handelnden Personen in der Restitution „arisierter“ Betriebe und Vermögen nach dem Krieg.
Danach folgt eine weitere Ausgabe der „zeit.geschichte“, die sich mit dem Vermögen und der „Karriere“ Adolf Hitlers befasst. Der Film „Geheimnisse des Dritten Reiches – Hitler und das Geld“ (21.50 Uhr) von Alexander Berkel und Stefan Brauburger beleuchtet die mächtigen Gönner des Diktators, die ihm nicht nur im In- sondern auch im Ausland zu Reichtum verhalfen und als primäre Geldquelle des Reichkanzlers fungierten.
Zum Abschluss des ORF-III-Abends präsentiert der Wiener Kabarettist Thomas Maurer in einer neuen Folge „Kabarett im Turm“ (22.40 Uhr) amüsante Texte aus seinem Programm „Maurer ab Hof“.

Sonntag, 12. November: „Erlebnis Bühne“ mit Künstlerporträt „George London – Zwischen Göttern und Dämonen“ (19.10 Uhr) und „ Don Giovanni“ (20.15 Uhr)

Das Künstlerporträt „George London – Zwischen Göttern und Dämonen“ (19.10 Uhr) von Marita Stocker dokumentiert das ereignisreiche Leben des erfolgreichen Bassbaritons und Ausnahmekünstlers. Der Film zeigt seltenes Archivmaterial seiner bedeutendsten Auftritte als Opernsänger sowie als Interpret traditioneller Spirituals und Operettenschlager, weiters Interviews mit Londons Witwe und Opernstars wie Neil Shicoff, Catherine Malfitano und Deborah Polaski.

London war außerdem einer der legendärsten „Don Giovannis“ der Operngeschichte. Mozarts Oper um die faszinierende Gestalt eines skrupellosen Frauenverführers wurde vor 230 Jahren, genau am 29. Oktober 1787, uraufgeführt. Aus diesem Anlass zeigt „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ die 2006 aufgezeichnete Fassung des „Don Giovanni“ (20.15 Uhr) von den Salzburger Festspielen. In der Titelrolle brilliert Bariton Thomas Hampson unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding. Zusätzlich begrüßt Barbara Rett nach dem ersten Akt Universitätsprofessor und Psychoanalytiker Alfred Sprenger zum Gespräch und geht mit ihm dem Mythos Don Giovanni auf den Grund.

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