Die Araber: Teil 3 des „Universum History“-Dreiteilers „Große Völker der Geschichte“ am 10. November um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Als Förderer der Wissenschaften haben die Araber Europa im ausgehenden Mittelalter entscheidend verändert. Ihre Errungenschaften stehen am Freitag, dem 10. November 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2 im Mittelpunkt der dritten, von Sahar Eslah und Martin Carazo Mendez gestalteten Folge der „Universum History“-Reihe „Große Völker der Geschichte“. Durch die Ausdehnung des arabischen Reichs im 8. Jahrhundert gelangt das Wissen der Antike und des Alten Orients nach Europa. Ob es sich um Heilkunst, Mathematik, Astronomie oder Philosophie handelt – arabischsprachige Gelehrte sind ihrer Zeit weit voraus und ihr Einfluss auf die modernen Wissenschaften lässt sich nicht leugnen.

„Araber“ werden im 9. Jahrhundert vor Christus erstmals die Stämme genannt, die schon seit jeher die arabische Halbinsel bewohnen. Das Wort ist vermutlich von „abara“ abgeleitet, was im Arabischen und Hebräischen „umherwandern“ bedeutet. Tatsächlich sind damals viele Menschen Nomaden. Andere hingegen sind bereits sesshaft geworden – wie im legendären Königreich von Saba, das durch Handel mit Weihrauch und Myrrhe zu Reichtum und Macht gelangt.

Dennoch spielen die Araber auf der großen Weltbühne lange Zeit keine besondere Rolle, denn sie sind zerstritten. Außer der gemeinsamen Sprache verbindet sie wenig, es gibt weder einen einheitlichen Staat noch einen Führer, der sie zusammenhält. Zu Beginn des 7. Jahrhunderts nach Christus sind die Araber in Mitteleuropa weitgehend unbekannt. Das ändert sich erst mit dem Religionsgründer Mohammed. Nach Visionen in der Wüste schafft er die im arabischen Raum praktizierte Vielgötterei ab und eint alle arabischen Stämme im Glauben an einen einzigen Gott: Allah.

Mohammeds Nachfolger erobern innerhalb eines Jahrhunderts ein Reich, das von Indien über ganz Nordafrika bis nach Spanien reicht und etwa 60 Millionen Einwohner zählt. Aus Wüstennomaden werden Herrscher über ein gewaltiges Imperium. Und die Kalifen, die Nachfolger des Propheten Mohammed, wissen: Wenn sie ihre Vormachtstellung behalten wollen, dann brauchen sie fähige Mathematiker, Mediziner, Astronomen, Techniker, Mechaniker und Bauern. So beginnt von Bagdad bis Córdoba die Blütezeit der arabischen Wissenschaft. Kalifen füllen ihre Bibliotheken mit dem Wissen der Inder, Perser, Griechen und Römer. Sie nehmen Philosophen, Übersetzer, Mediziner, Astronomen, Dichter und Sänger in ihre Dienste. Ob im „Haus der Weisheit“ in Bagdad oder an den Medizinschulen Córdobas – oft arbeiten Christen und Juden, Perser, Turkmenen und Nordafrikaner gemeinsam. Es ist eine Zeit der intensiven Forschung, der Innovationen und Sammlerleidenschaft. Diese Gemeinschaftssprache, die alle Gelehrten nutzen, ist nun nicht mehr Griechisch oder Latein, sondern Arabisch.

Doch dieses goldene Zeitalter endet schon bald. Äußere Feinde und innere Streitigkeiten zerrütten das arabische Reich. Die Weltoffenheit des jungen Islam wird abgelöst von einer Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln und eine konservative Auslegung des Glaubens. Doch nach der Rückeroberung Spaniens durch die Christen geschieht in Andalusien etwas Einzigartiges: Die wissenschaftlichen Werke der Araber werden nicht vernichtet, sondern ins Lateinische übersetzt, der Sprache der Gelehrten, und finden so in ganz Europa Verbreitung. Auch hier beginnt man die indischen Zahlen zu verwenden – heute als „arabische Zahlen“ bekannt. Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik sowie die Werke der antiken Gelehrten und Philosophen von Aristoteles bis Pythagoras halten Einzug in die Stuben europäischer Gelehrter. So erlebt Europa durch die Araber einen enormen Aufschwung der Wissenschaften, der die rege Forschungstätigkeit der Renaissance maßgeblich beeinflussen wird.

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