Schieder zu Novemberpogrom-Gedenken: Aktives Erinnern ist unsere Pflicht

Tragen Verantwortung, uns zu bilden und gegen das Vergessen der Opfer zu kämpfen

Wien (OTS/SK) - „In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden jüdische BürgerInnen in ganz Österreich Opfer von Ausschreitungen, die den Beginn des Holocaust markieren. Unser Gedenken an die Opfer soll verhindern, dass diese Tat in Vergessenheit gerät oder verharmlost wird. Dieses Gedenken ist jedoch kein Selbstzweck. Wer sich mit der faschistischen Vergangenheit Österreichs befasst, kommt nicht umhin, sich mit Täterschaft, Gewalt und Schuld auseinanderzusetzen. Auch wenn es unbequem sein mag, aktives Erinnern ist unsere Pflicht“, macht Andreas Schieder, gf. Klubobmann der SPÖ, heute deutlich. ****

In Wien war die NS-Machtübernahme von Beginn an von der Demütigung und Beraubung der jüdischen Bevölkerung begleitet. In Österreich wurden in der Pogromnacht 1938 30 JüdInnen getötet, 7.800 verhaftet und allein aus Wien rund 4.000 sofort ins Konzentrationslager Dachau deportiert. In der Hauptstadt wurden über 4.000 Geschäfte geplündert, 42 Gebetshäuser und Tempel zerstört. Hunderte JüdInnen begingen Selbstmord.

„Antifaschismus ist für uns SozialdemokratInnen ein wesentlicher Teil unseres Weltbildes und unserer politischen Kämpfe“, so Schieder. Stimmen, die einfordern, einen „Schlussstrich“ zu ziehen und die Gedenkkultur ins Lächerliche ziehen, sind für Schieder „gefährlich“. „Es obliegt nicht nur jener Generation, die Leid und Täterschaft miterlebt hat, zu erinnern und zu mahnen. Auch nachfolgende Generationen tragen Verantwortung, nämlich jene, sich zu bilden, gegen das Vergessen der Opfer zu kämpfen und zu verhindern, dass sich Unrecht wiederholt“, mahnt Schieder. (Schluss) sc/kg/mp

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