„matinee“ am 12. November: Neues Barenboim-Porträt zum 75er, Doku über Franz Joseph I.

Außerdem: „Die Kulturwoche“

Wien (OTS) - Zum 75. Geburtstag von Daniel Barenboim (am 15. November) würdigt die „matinee“ am Sonntag, dem 12. November 2017, um 9.05 Uhr in ORF 2 den Stardirigenten mit einem neuen Filmporträt:
„Daniel Barenboim – Mein Vaterland“ von Martin Suchanék. Die anschließende Dokumentation „Der letzte große Kaiser – Franz Joseph I. zwischen Macht und Ohnmacht“ (9.50 Uhr) von Ronald und Roswitha Vaughan erinnert an den längstdienenden Habsburger Regenten. Den von Clarissa Stadler präsentierten ORF-Kulturvormittag beschließt „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps zum kulturellen Geschehen.

„Daniel Barenboim – Mein Vaterland“ (9.05 Uhr)

Maestro Daniel Barenboim wird am 15. November 75 Jahre alt, der ORF und das tschechische Fernsehen feiern ihn mit einem Film, der sich ganz auf seine Arbeit mit zwei der besten Orchester der Welt konzentriert: die Wiener Philharmoniker und die Staatskapelle Berlin. Gemeinsam mit Barenboim studieren sie jeweils unabhängig voneinander Bedřich Smetanas symphonischen Zyklus „Má vlast – Mein Vaterland“ ein und bringen diesen in den schönsten Konzertsälen Europas zur Aufführung. Die Dokumentation spürt der Entstehungsgeschichte des Zyklus nach und zeigt, wo das Werk entstand: im tschechischen Jabkenice, wo Smetana schließlich während der Arbeit an „Má vlast“ ertaubte – seine Musik hat er nie mehr wieder gehört. In Jabkenice verbrachte er viele Stunden damit, in den umliegenden Wäldern zu wandern, wo er sich auch Inspiration für den Musik-Zyklus holte. Die Natur rund um seinen Heimatort ändert sich auch im Laufe des Films gemäß dem Fortschreiten der Jahreszeiten und endet schließlich im kalten Winter. Die Aufnahmen zeigen damit eindrücklich Smetanas letzte Umgebung und wie sein weltberühmtes Werk unter den kundigen Händen von Dirigent Daniel Barenboim lebendig wird. Als Kontrapunkt dazu sinniert Barenboim über die Musik, den Komponisten und die beiden Spitzenorchester.

„Der letzte große Kaiser – Franz Joseph I. zwischen Macht und Ohnmacht“ (9.50 Uhr)

Mit 18 Jahren hat er den Thron bestiegen und 68 Jahre lang regiert:
Franz Joseph I. war der am längsten dienende Herrscher der Habsburger-Dynastie und bereits zu Lebzeiten eine Legende. Er wurde zur Symbolfigur der Monarchie, eines Vielvölkerreichs mit all seinen Potenzialen und Problemen. In seine lange Regierungszeit fallen Kriege und militärische Niederlagen sowie persönliche Schicksalsschläge wie die Hinrichtung seines Bruders Maximilian in Mexiko, der Selbstmord seines Sohnes Kronprinz Rudolf sowie die Ermordung seiner Frau Elisabeth und jene des Thronfolgers Franz Ferdinand. Andererseits erlebte die Donaumonarchie in der Ära Franz Joseph wirtschaftlichen Aufschwung und eine kulturelle Hochblüte. Die Prachtbauten der Wiener Ringstraße sind Zeugen dieser Epoche. Schon zu Lebzeiten wurde der Kaiser nostalgisch verklärt, nicht zuletzt wegen der Beziehung zu seiner Frau, der sagenumwobenen Kaiserin Sisi. Die offensichtlich problematische Ehe tat der Glorifizierung des Kaiserpaares durch das Volk keinen Abbruch. Im Winter 1916 starb Franz Joseph an einer Lungenerkrankung.
Die Dokumentation wirft einen Blick auf den Menschen hinter der politischen Figur. Briefe des Monarchen an seine Frau und seine Kinder zeigen einen sensiblen, liebevollen Menschen, der unter seiner Macht litt, darauf mit Ohnmacht reagierte und diesen Umstand mit amtlicher Würde überdeckte.

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