KURT KOCHERSCHEIDT

Am 13. November jährt sich der Todestag des österreichischen Künstlers zum 25. Mal. Seine letzten Schaffensjahre werden nun im W&K - Palais Schönborn-Batthyány gezeigt.

Wien (OTS) - W&K - Wienerroither & Kohlbacher widmet dem Ausnahmekünstler Kurt Kocherscheidt ab 22. November eine Ausstellung in den Räumen des barocken Palais Schönborn-Batthyány. Der österreichische Maler und Bildhauer wird am 6. Juli 1943 in Klagenfurt geboren. Während er sich am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn vor allem mit der Darstellung von Landschaften auseinandersetzt, findet er später mit kraftvoll gemalten geometrischen Figuren einen eigenen Stil. Kocherscheidt ist bis zu seinem Tod am 13. November 1992 künstlerisch tätig. 

Zur Ausstellung Kurt Kocherscheidt

Im Fokus stehen die letzten Schaffensjahre des Künstlers beginnend mit einzelnen Werken der späten 1980er-Jahre, in denen die malerische Struktur intensiviert wird. Kocherscheidt löst sich endgültig von einer narrativen Bildkomposition zugunsten einer abstrahierten Einzelform die zumeist raumfüllend das Bild prägt. Die Motive seiner Stillleben und Genrebilder der Anfangszeit werden auf einprägsame Formen und eine tektonische Bildkonzeption mit kontrastierenden Farben reduziert. Kocherscheidt setzt unterschiedlich große Bilder zu Installationen zusammen, wie 1988 in „Sommerarbeit“, welche teils in der Ausstellung nachgestellt wird. Diese Schnittstelle zwischen Raum und Bild erweitert der Künstler auch um reale skulpturale Objekte. 

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Jahren 1990 bis 1992, in denen Kurt Kocherscheidt in seiner Malerei endgültig zu großer Reduktion und Radikalität vordringt. Jegliches erzählerische Moment ist ausgelöscht und Kocherscheidt setzt seine malerische Intention mit großer Selbstverständlichkeit und ohne Konzessionen an den Zeitgeist um. Versuchte er davor, die Erfahrung von Landschaft und die Wahrnehmung der Realität noch anhand von Motiven darzustellen, so wird nun die Malerei selbst zum Gegenstand des Bildes. Die Ölfarbe ist pastos aufgetragen, die Farbpalette erdfarben – Umbra, schwefliges bis leuchtendes Gelb, Orange-Rot, schillerndes Grün und Schwarz. Die Gleichwertigkeit von Figur und Grund ist ein Faktum und prägt das „Spätwerk“ des früh verstorbenen Künstlers. Doch die Farbe ist nie Selbstzweck und das Bild nie reine gestische Abstraktion. Basis des Bildes ist immer die Wirklichkeit, wenngleich diese nicht vordergründig dechiffrierbar ist. Es entstehen Masken, Köpfe, manches erinnert an Landschaftliches. Da es ihm jedoch nicht mehr um die Mimesis geht, sondern um die Präsenz des Bildes verzichtet Kocherscheidt auf jegliche Illusion von Räumlichkeit – und schafft auf der Leinwand eine eigene Realität – die des Bildes selbst.

Silvie Aigner, Kuratorin der Ausstellung.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit Elfie Semotan und setzt sich vorwiegend aus Beständen des Nachlasses und der großen Sammlungen Kurt Kocherscheidts des Morat-Instituts in Freiburg/Breisgau, wie auch diversen Leihgaben aus Privatbesitz zusammen.

Die Galerie setzt mit der Schau die monografische Ausstellungsreihe zur Kunst nach 1945 in der 2016 eröffneten Depandance fort. So wurden bereits höchst erfolgreich Arbeiten von Günter Uecker, Heinz Mack und Max Weiler. 

Pressepreview: 21. November 11 - 17 Uhr

Interviewtermine auf Anfrage

Laufzeit: 22. November 2017 bis 26. Jänner 2018
Palais Schönborn-Batthyány, Renngasse 4, 1010 Wien
Öffnungszeiten: DI–FR 11–17 Uhr | DO 11–20 Uhr

Rückfragen & Kontakt:

Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Irene Theuer
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