ORF-Schwerpunkt „500 Jahre Reformation“ mit „ZiB 2 History“ und „kreuz und quer“: „Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte“

Am 31. Oktober ab 22.25 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Vor 500 Jahren schreibt ein Mönch Weltgeschichte – mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen am 31. Oktober 1517 bringt Martin Luther die Macht der katholischen Kirche ins Wanken. Dieser Tag markiert den Beginn der Reformation. Warum war Martin Luther so erfolgreich? Warum sind die Evangelischen in Österreich heute nur noch eine Minderheit? Und welche Rolle spielen Religionen überhaupt noch? Diesen Fragen geht Lou Lorenz-Dittlbacher im Rahmen des ORF-Schwerpunkts zu „500 Jahre Reformation“ in der achten „ZiB 2 History“ am Dienstag, dem 31. Oktober 2017, um 22.25 Uhr in ORF 2 nach. Danach holt „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – um 23.10 Uhr in ORF 2 den Reformator und seinen lebensgefährlichen Kampf gegen die mächtigste Institution seiner Zeit in der Dokumentation „Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte“ in die Gegenwart.

„ZiB 2 History“ – 22.25 Uhr, ORF 2

Lou Lorenz-Dittlbacher meldet sich live aus der Evangelischen Schule am Karlsplatz in Wien und präsentiert Reportagen und Interviews, unter anderem mit der Reformationsbotschafterin und früheren deutschen Bischöfin Margot Käßmann. Live zu Gast sind der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. Michael Bünker und der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn. Die Sendung erinnert auch an den Einfluss Luthers auf die deutsche Sprache. Wortschöpfungen wie „Denkzettel“ und „erstunken und erlogen“ gehen auf den sprachgewaltigen Reformator und Bibelübersetzer zurück.

„kreuz und quer: Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte“ – 23.10 Uhr, ORF 2

Was ist schiefgelaufen hinter den Mauern des Vatikans? Warum hat die Zentrale der Kirche den Mönch aus Wittenberg dermaßen unterschätzt? Die Dokumentation „Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte“ von Thomas Furch und Florian Kröppel begibt sich auf die Spuren eines Konflikts, der wie kein zweiter die europäische Geschichte und das christliche Selbstverständnis geprägt hat. Die Kritik Luthers am Ablasshandel, an den „Höllengeschäften“, weitete sich bald zu grundlegen Reformforderungen aus, die schließlich zur Reformation führten. Die filmischen Reenactments mit modernen Requisiten holen die Handlung der Reformation in die Gegenwart. Alexander Beyer als Luther in Lebensgefahr macht den erbittert geführten Krieg um die Ausrichtung der katholischen Kirche erleb- und verstehbar. Wie würde Martin Luther heute handeln? Kann man heute nachempfinden, was es bedeutete, dass der Reformator mit Thesenanschlag und Buchdruck moderne Kommunikationsmöglichkeiten seiner Zeit nützte? Trotz aller Unterschiede zu heute spielt der Film – zum Teil mit Augenzwinkern – mit Vergleichen zur Gegenwart.

Die Geschichte der Reformation wird im Vorfeld des 500-Jahr-Jubiläums des Thesenanschlags (2017) somit erstmals aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. Dabei stellt die Dokumentation die Ereignisse nicht nur in einen gesamthistorischen Kontext, sie analysiert sie aus heutiger Sicht und erforscht, was die damals Handelnden hätten anders machen können oder sollen. So zeigen sich die Abläufe als das, was sie waren: als politisches und religiöses Drama, das mit vielen Wendepunkten, einer technisch-medialen Revolution und populären Namen gewürzt ist.

Thomas Furch und Florian Kröppel werfen somit ein neues Licht auf die Fakten und auf den damaligen Blickwinkel des Vatikans auf die Causa Luther. Ein exklusiver Zugang zu den vatikanischen Archiven ermöglicht dabei die Suche nach bisher unveröffentlichten Akten. Auf der einen Seite die Metropole Rom mit der mächtigen und reformunwilligen römisch-katholischen Kurie. Auf der anderen Seite das kleine Universitätsstädtchen Wittenberg mit dem katholischen Revolutionär und Umstürzler Martin Luther, der Neuerung und Verbesserung sucht. Wissenschaftliche Expertise liefern namhafte Kirchenhistoriker, erfahrene Krisen-PR-Manager, Vatikan-Insider und Psychologen: Die evangelische Theologin und frühere Oberkirchenrätin Petra Bahr, der katholische Kirchenhistoriker Rolf Decot, der Kommunikationsexperte Kai vom Hoff und Christine Grafinger, österreichische Handschriftenexpertin im Vatikanischen Geheimarchiv, analysieren jeden Schritt aus heutiger Perspektive, während in spannenden Spielszenen mit moderner Bildsprache erzählt wird, was genau wann in Rom und Wittenberg passierte.

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