Regierungsbildung: Videobotschaft des Holocaust-Überlebenden Rudolf Gelbard

„Partei, die von Burschenschaftern durchsetzt ist, gehört nicht in Bundesregierung!“

Wien (OTS) - Rudolf Gelbard gehört zu den letzten noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust. Jetzt wendet sich der 86-jährige, der als Jugendlicher in das KZ Theresienstadt deportiert wurde, mit einem Videoappell an die Öffentlichkeit. Gelbard zeigt sich tief betroffen darüber, dass in Österreich eine Partei in die Regierung kommen könnte, die von rechtsextremen Burschenschaftern durchsetzt ist.

„Wahlausgang trifft mich besonders“

„Meine Familie wurde zum Großteil ausgerottet. Und darum trifft mich das besonders, dass durch den jetzigen Wahlausgang eine Partei stark gewonnen hat, die von Burschenschaften durchsetzt ist. Ich möchte einige Beispiele bringen, warum mich das so irritiert“, startet Gelbard seine Videobotschaft.

„Nazi-Kriegsverbrecher auf Burschenschafter-Ehrenlisten“

Gelbard zählt Fälle von Burschenschaftern auf, die an Nazi-Kriegsverbrechen beteiligt waren und die nach wie vor in den Ehrenlisten und Ehrentafeln ihrer Burschenschaften stehen würden. Besonders erschüttert zeigt sich der Holocaust-Überlebende über den Skandal rund um die von der FPÖ mitfinanzierte freiheitliche Burschenschafterzeitschrift „Aula“, die ehemalige KZ-Häftlinge als „Massenmörder“ und „Landplage“ bezeichnet hatte und dafür zivilrechtlich verurteilt wurde.

„FPÖ gehört nicht in Bundesregierung!“

Zum Abschluss seiner von der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch aufgezeichneten Videobotschaft richtet Gelbard einen eindringliche Appell an die Menschen in Österreich und an die österreichische Politik: „Eine solche Partei, die von solchen Leuten durchsetzt wird, nämlich diesen Burschenschaftern, gehört nicht in die österreichische Bundesregierung!“

Hier finden Sie das Video von Gelbard auf Facebook: https://www.facebook.com/sosmitmensch/videos/10155897037019189/

Und hier auf Youtube: https://youtu.be/D1Z-o30OAwU

Zur Person

Rudolf Gelbard kam 1930 in Wien zur Welt. Er wurde im Alter von 12 Jahren von den Nazis in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Neunzehn Mitglieder seiner Familie wurden während der Nazizeit ermordet. Gelbard überlebte den Holocaust und setzte sich Zeit seines Lebens für Geschichtsaufklärung ein. Für seine Verdienste und seine Vortragstätigkeit wurde er von der Republik Österreich und der Zivilgesellschaft mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

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