ORF III am Wochenende: Schwerpunkt 100 Jahre Oktoberrevolution u. a. mit Hugo Portischs Reihe „Hört die Signale“

Außerdem: „Berggespräche“ mit Angy Eiter, „Kabarett im Turm: Flo und Wisch“, „Boris Godunow“ in der „matinee mit Barbara Rett“

Wien (OTS) - 100 Jahre russische Oktoberrevolution: Auch ORF III Kultur und Information widmet dem historischen Ereignis am Samstag, dem 21. Oktober 2017, und am Sonntag, dem 22. Oktober, einen umfangreichen Programmschwerpunkt. So sind u. a. die Neubearbeitung von Hugo Portischs vierteiliger Reihe „Hört die Signale“ sowie zahlreiche „zeit.geschichte Spezial“-Sendungen zu sehen, die die Geschichte Russlands dokumentieren – vom Sturz des Zaren bis hin zum amtierenden Präsidenten Wladimir Putin.

Samstag, 21. Oktober: „Gipfel-Sieg: Der Wille versetzt Berge: Zabine Kapfinger und Hansjörg Hofer“ (16.50 Uhr), „Berggespräche: Angy Eiter“ (17.35 Uhr), „Hört die Signale“ mit „Lenin I – Die Revolution, die noch keine war“ (20.15 Uhr) und „Lenin II – Der Kommunismus, der keiner war“ (21.40 Uhr)

Der Samstag startet mit der Gesprächssendung „Gipfel-Sieg: Der Wille versetzt Berge“ (16.50 Uhr), in der zwei Persönlichkeiten aufeinandertreffen, die auf unterschiedlichste Weise schwierige und ehrgeizige Lebensabschnitte zu ihren persönlichen Höhepunkten gemacht haben. Diesmal bei Barbara Stöckl zu Gast sind Volksmusikerin Zabine Kapfinger und Behindertenanwalt Hansjörg Hofer. Danach folgt eine neue Ausgabe der „Berggespräche“ (17.35 Uhr), in der sich die Sportkletterin Angela Eiter gemeinsam mit ORF-III-Moderator Andreas Jäger auf den Weg macht, um die atemberaubende Bergregion Imst zu entdecken. Im Zuge des Interviews erfährt man Interessantes über Eiters Werdegang und ihre Erfahrungen als Sportlerin.
Im Hauptabend präsentiert die „zeit.geschichte“ anlässlich des 100. Jahrestags der russischen Revolution von Oktober 1917 die 2014 neu aufgelegte Zeitgeschichtereihe „Hört die Signale“ von Hugo Portisch, die Russlands Entwicklungen in Zeiten des Umbruchs dokumentiert. Der erste Teil „Lenin I – Die Revolution, die noch keine war“ (20.15 Uhr), führt zurück in das Jahr 1917, nach St. Petersburg. Der Zar wurde gestürzt, aber nicht von den Bolschewiken. Danach kam Lenin durch einen Staatsstreich an die Macht, mit dem er eine demokratisch gewählte Regierung beseitigte. Um sich an der Macht zu halten, musste er von Anfang an Gewalt anwenden. Alles, was danach in der Sowjetunion geschah, hat bereits hier seine Wurzeln. Im zweiten Film „Lenin II – Der Kommunismus, der keiner war“ (21.40 Uhr) scheint bei all der Gewaltanwendung eine neue Welt zu entstehen, die den Menschen eine bessere Zukunft verspricht. Lenin gibt Russland die erste sozialistische Verfassung der Welt, doch die Bolschewiken verankern darin Grundsätze, die Marx für den Sozialismus so nicht vorgesehen hat. Indes tobt der Bürgerkrieg und die große Idee degeneriert zum Kriegskommunismus. Ein Zustand, aus dem die Sowjetunion in Wahrheit nie mehr ganz herausfinden kann.
Zum Abschluss des Abends startet die dritte Staffel „Kabarett im Turm“ mit dem Kabarett-Duo „Flo und Wisch“ und ihrem Programm „Ameriga“ (23.15 Uhr). Mit viel Humor und Musik gehen sie dabei dem heimischen Phänomen der schwachen Konsonanten auf den Grund.

Sonntag, 22. Oktober: Programmtag anlässlich 100 Jahre Oktoberrevolution mit „matinee mit Barbara Rett – Boris Godunow“ (8.25 Uhr) und elfmal „zeit.geschichte Spezial“ (ab 11.40 Uhr)

Der Sonntag steht ebenfalls ganz im Zeichen der Oktoberrevolution Russlands und präsentiert ab 8.25 Uhr einen umfangreichen Programmschwerpunkt mit elf Dokumentationen und dem Opernmeisterwerk „Boris Godunow“ (8.25 Uhr), das in der „matinee mit Barbara Rett“ den Schwerpunkttag eröffnet. Es handelt sich hierbei um eine der reichhaltigsten Opern, die je geschrieben wurde. Unter der Regie von Stephen Wadsworth und mit René Pape, der hier eine der herausragendsten Bass-Partien des Opernrepertoires übernahm, gelang der New Yorker Met im Jahr 2010 ein wahres Klassik-Highlight.
Danach folgen insgesamt elf Ausgaben von „zeit.geschichte Spezial“. In der ersten Dokumentation von Benjamin Epp, Peter Felch und Doris Kittler, „Kriegsgefangene in Russland – Österreicher im Ersten Weltkrieg“ (11.40 Uhr), werden anhand von Aufzeichnungen und Erinnerungen der Nachkommen Erlebnisse von Kriegsgefangenen rekonstruiert. Neben Interviews und historischen Fotografien zeigt der Film Aufnahmen von Originalschauplätzen in Kirgisistan und Tadschikistan.
Die darauffolgende Produktion „Putin und die Macht der Geschichte“ (12.45 Uhr) von Stefan Brauburger und Bärbel Schmidt-Sakic, blickt auf Ereignisse, Figuren und Wendepunkte der russischen Vergangenheit und lässt renommierte Experten, wie Putins „Chefhistoriker“ Wjatscheslaw Nikonow, Stellung beziehen.
„Der Mann, der die Welt rettete“ (13.35 Uhr) von Peter Anthony zeigt, wie ein einzelner Mann während der Kuba-Krise im Jahr 1962 den entscheidenden Schritt wagte, einen nuklearen Torpedo abzufeuern und damit die Welt rettete.
Danach zeichnet „Stalin in Farbe“ (14.20 Uhr) von Regisseur Mathieu Schwartz den rasanten Aufstieg des rebellischen Schustersohnes Josef Dschughaschwili zu einem der mächtigsten Männer der Welt nach. Seltene Archivbilder bieten einen eindrucksvollen Einblick in das System Josef Stalin.
Im nächsten Film „Der Kreml – Im Herzen Russlands“ (15.20 Uhr) von Eri Friedler und Natalia Kasperovich geht es um die Gebäude des Kreml, deren unterste Schichten bis ins zwölfte Jahrhundert zurückreichen. In den Kathedralen, Palästen und Regierungsgebäuden hinterließen Patriarchen und Großfürsten, Zaren und Revolutionäre, Verschwörer und Volkshelden ihre Spuren.
Danach folgt die Dokumentation „Königliche Dynastien: Die Romanows“ (16.20 Uhr) von Julia Melchior und Sebastian Dehnhardt. Keine andere Familie hat Russland so geprägt wie die Romanows. Mythen und Legenden ranken sich um das Herrschergeschlecht, das drei Jahrhunderte lang über das größte Land der Erde regierte.
Anschließend zeigt ORF III Dakapos der ersten beiden Teile der Reihe „Hört die Signale“ von Hugo Portisch, die bereits am Samstag gezeigt wurden: „Lenin I – Die Revolution, die noch keine war“ (17.10 Uhr) sowie „Lenin II – Der Kommunismus, der keiner war“ (18.45 Uhr). Im Hauptabend werden anschließend die letzten beiden Folgen des Vierteilers ausgestrahlt. Der dritte Teil „Stalin – Der Sozialismus, der keiner war“ (20.15 Uhr) berichtet über Lenins Nachfolger Josef Stalin, der versucht, den Sozialismus in Russland mittels brutaler Maßnahmen – Zwangsarbeit, Industrialisierung und Zwangskollektivierung – aufzubauen. Gerade diese Aufbauleistungen sind es, die außerhalb der Sowjetunion einst bewundert werden. Viele folgen daher dem kommunistischen Ruf nach Revolution. Am Höhepunkt der Entwicklung schließen Hitler und Stalin einen Pakt, der es Hitler erlaubt, den Zweiten Weltkrieg zu beginnen. Im finalen Film „Von Chruschtschow bis Putin“ (21.50 Uhr) ist mit Michael Gorbatschow das Ende des Sowjetimperiums gekommen. Als Gorbatschow nach dem Tod Stalins an die Macht kommt, steht die Sowjetunion vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Der Putsch 1991 gegen den regierenden Präsidenten und Generalsekretär ist der letzte Versuch, das alte System zu retten. Mit seinem Scheitern zerbricht auch der Sowjetkommunismus. Russland bleibt als Nachfolgestaat bestehen. Ausgezeichnet mit dem Friedenspreis der Internationalen Filmfestspiele von Berlin, erweist sich der abschließende Film „Rodina heißt Heimat“ (23.55 Uhr) von Helga Reidemeister als Dokument einer Umbruchsphase, deren Erschütterungen noch heute fortwirken, denn für manche Soldaten ist nach dem Moskauer Putschversuch die Ukraine ihre Heimat, für andere Moskau.

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