2. Leistungsbilanz der oö. Beschäftigten: Die wichtigsten Leistungsträger im Land

Linz (OTS) - Oberösterreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die wichtigsten Leistungsträger im Land – ob sie nun in der Reinigung tätig sind, am Bau, in der Produktion, im Büro oder in der Forschung. „Diese enormen Leistungen sind noch immer viel zu wenig bekannt“, stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. „Deshalb hat die Arbeiterkammer Oberösterreich jetzt neuerlich die Leistungsbilanz der oberösterreichischen Beschäftigten erstellt.“

 

Im August 2017 waren in Oberösterreich 661.223 Arbeitnehmer/-innen beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigung um 1,6 Prozent gestiegen.  366.695 Beschäftigte sind Männer, 294.528 Frauen – der Frauenanteil beträgt rund 45 Prozent.

 

Mehr als eine Milliarde Arbeitsstunden haben Oberösterreichs Beschäftigte im Vorjahr geleistet, um fast fünf Prozent mehr als 2015!  Davon waren 40 Millionen Überstunden. Mehr als ein Fünftel von diesen, etwa 8,2 Millionen Stunden, wurde in keiner Weise abgegolten, weder in Geld noch in Zeitausgleich, auch nicht eins zu eins. Diese rechtswidrig unbezahlten Überstunden entsprechen einem Wert von rund 175 Millionen Euro oder aber rund 4.700 Arbeitsplätzen.

 

Etwa ein Drittel aller oberösterreichischen Beschäftigten legt als Arbeitsweg jeden Tag mehr als 40 Kilometer zurück, über 20 Prozent mehr als 60 Kilometer und immerhin gut zehn Prozent täglich mehr als 100 Kilometer (beide Richtungen).

 

Neben der Erwerbsarbeit leisten viele Arbeitnehmer/-innen Enormes durch die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger daheim. 2015 haben in Oberösterreich von 70.225 Pflegegeldbezieher/-innen mindestens 30.052 keine professionellen Dienste in Anspruch genommen. Mindestens 40 Prozent der Pflegegeldbezieher/-innen werden also in den eigenen vier Wänden betreut. 

 

2015 haben die rund 723.000 Arbeitnehmer/-innen (einschließlich der öffentlich Bediensteten und Beamten/-innen) in Oberösterreich rund 3,5 Milliarden Euro (unter Berücksichtigung der Arbeitnehmerveranlagungen geschätzt 3,3 Milliarden Euro) an Lohnsteuer und weitere rund 3,6 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen geleistet, insgesamt also 6,9 Milliarden.

 

Die AK Oberösterreich hat 347 heimische Mittel- und Großbetriebe (einschließlich Non-Profit-Unternehmen) im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2016 untersucht. Diese Betriebe beschäftigen rund 19 Prozent aller Arbeitnehmer/-innen in unserem Bundesland. Banken und Versicherungen waren nicht dabei. Die Beschäftigten in den untersuchten Unternehmen erwirtschafteten 2016 eine durchschnittliche Produktivität in Höhe von rund 90.195 Euro pro Person und Jahr. Damit überstieg die durchschnittliche Pro-Kopf-Produktivität die gesamten Pro-Kopf-Personalaufwendungen um etwa 28.870 Euro pro Person und Jahr.

 

2015 wurden beim Österreichischen Patentamt 2.574 Erfindungen angemeldet. Aus Oberösterreich kamen wie in den Jahren davor die meisten, nämlich 616.

 

Die vorliegende Leistungsbilanz beweist, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die mit Abstand wichtigsten Leistungsträger/-innen in Oberösterreich sind. Es ist höchste Zeit, diese Tatsache nicht nur öffentlich bewusst zu machen und auf allen Ebenen anzuerkennen, sondern daraus auch die angemessenen wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen zu ziehen. Die AK Oberösterreich fordert für die Beschäftigten Lohngerechtigkeit (u.a. durch rasche Anhebung der Mindestlöhne), Steuergerechtigkeit (u.a. durch Senkung der viel zu hohen Abgaben auf Arbeit) und Bildungsgerechtigkeit (u.a. durch mehr Förderung von Weiterbildung). „Die hohe Produktivität der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss ihnen selbst wesentlich stärker zugutekommen. Das hebt auch die Kaufkraft und kurbelt die Konjunktur an. Geht es den Beschäftigten gut, geht es allen gut!“, betont AK-Präsident Kalliauer.

 

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