Sicherheit für wen?

Die europäische Grenzschutzpolitik und der Menschenhandel

Wien (OTS) - Die EU investiert im Namen verstärkter Sicherheitsbedürnisse vermehrt in den Grenzschutz in Nordafrika. Der mit 2,9 Milliarden Euro ausgestattete Emergency Trust Fund for Africa der EU soll unter anderem auch den Kampf gegen transnationalen Menschenhandel unterstützen. Dabei rücken jedoch die Ursachen von Menschenhandel wie Armut, Krieg, Arbeitslosigkeit oder Gewalt in den Hintergrund. Aufgrund der neuen Grenzschutzpolitik und fehlender legaler Migrationsmöglichkeiten wird das Risiko des Menschenhandels und der Ausbeutung für vulnerable Gruppen und Flüchtlinge – insbesondere Frauen und Kinder – deutlich erhöht. Zu den Profiteuren dieser Entwicklung zählen neben den Rüstungskonzernen auch Menschenhändler_innen, die nicht selten mit Grenzpolizei und Beamt_innen ‚kooperieren‘.

Uganda hat eine andere Richtung eingeschlagen und wurde damit zum ‘role model’ für eine Politik, die einen umfassenden, menschenrechtlichen Schutz von Flüchtlingen verfolgt. Gegenwärtig beherbergt das ostafrikanische Land etwa 1,3 Millionen Flüchtlinge. Das ist mehr, als alle 28 EU-Staaten 2015 am Höhepunkt der Flüchtlingskrise aufgenommen hatten. In Uganda erhalten Geflüchtete, sobald ihnen der Flüchtlingsstatus zuerkannt wird, ein Stück Land innerhalb eines Resettlements, Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und das Recht auf Arbeit.

Kann die EU von Uganda lernen? Wie wirkt sich die ‚Migrationskontrolle‘ auf die Vulnerabilität von betroffenen Frauen und Mädchen sowie ihren Zugang zu Rechten in Österreich aus? Diesen Fragen werden Isaac Arinaitwe (Platform for Labour Action, Uganda) und Evelyn Probst (LEFÖ-IBF) im Rahmen einer vom VIDC und LEFÖ-IBF organisierten Podiumsdiskussion nachgehen. Diese wird am 20. Oktober im Rahmen der Konferenz "Menschenhandel in Konflikt- und Krisensituationen" der österreichischen Task Force Menschenhandel stattfinden.

"Menschenhandel in Konflikt- und Krisensituationen" - Konferenz

Die Konferenz wird von der der österreichischen Task Force
Menschenhandel anlässlich des Tages der Europäischen Union zur
Bekämpfung des Menschenhandels veranstaltet.

Das VIDC hat gemeinsam mit LEFÖ-IBF die Podiumsdiskussion "A Gender
Perspective on Human Trafficking in the Context of Forced Migration"
und den Workshop "Access to Rights as Prevention of THB & Violence
against Women" konzipiert und organisiert.
Podiumsdiskussion: 13:00 - 15:00 Uhr
Workshop 15:30 - 17:30 Uhr

Datum: 20.10.2017, 09:00 - 18:30 Uhr

Ort:
Hofburg Kongresszentrum Neuer Saal
Heldenplatz, 1010 Wien

Url: http://www.vidc.org/themen/gender/human-trafficking/menschenhandel-im-kontext-von-migration/

Rückfragen & Kontakt:

Nadja Schuster,
Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation
Tel. 01 7133594-80, Email: schuster@vidc.org

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