Neues Volksblatt: "Rechtsruck?" von Markus EBERT

Ausgabe vom 17. Oktober 2017

Linz (OTS) - Als internationaler Beobachter hat man es leicht: Wenn ein Wahlergebnis nicht im erwünschten linken Mainstream liegt, dann muss das Bild vom Rechtsruck her. Ein solches Urteil ist plakativ, ob es profund ist, darf bei genauerem Hinsehen bezweifelt werden.
Denn: Könnte es nicht sein, dass Sebastian Kurz mit seiner neuen Volkspartei genau einen solchen Rechtsruck verhindert hat? Immerhin sahen die Meinungsforscher die FPÖ bis zum Antreten von Kurz als ÖVP-Parteichef und seiner Neuwahl-Ankündigung als die klare Nummer 1, mit 30 Prozent und mehr hing der blaue Himmel voller Geigen. Kurz hat jene Positionen, die ihm in den letzten Jahren im APA-Vertrauensindex stets Spitzenwerte bescherten, auch mit seinem Antreten als Parteiobmann und Spitzenkandidat nicht geändert. Den Wahlausgang kann man daher auch so sehen: Die Volkspartei hat mit ihrem neuen Obmann in der gesellschaftspolitischen Mitte klare Pflöcke eingeschlagen und damit den unvermeidbar scheinenden Sprung der FPÖ an die Spitze gestoppt. Mit dem Wahlergebnis hat die ÖVP der Linken das wohlig-schaurige Gruseln vor dem Durchmarsch der Rechten in Österreich genommen. Weil aber nicht sein kann, was nicht sein darf, muss Kurz das rechte Etikett umgehängt werden. Faktum ist: Dank einer starken ÖVP und den in Richtung SPÖ ausblutenden Grünen steht die FPÖ nicht auf Platz 1, sondern auf Platz 3.

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