Eierkennzeichnung in verarbeiteten Lebensmitteln: Fachverband lehnt Landwirtschaftsforderung nach Alleingang Österreichs entschieden ab

Koßdorff: Europaweit geregelte Lebensmittelkennzeichnung nur im europäischen Gleichklang ändern

Wien (OTS) - „Die neuerlichen Behauptungen der Steirischen Landwirtschaftskammer über ‚untergeschobene Eier aus illegaler Käfighaltung´ in österreichischen Lebensmitteln sind immer noch grob unsachlich. „Diese Pauschalverurteilung der österreichischen Lebensmittelwirtschaft müssen wir daher entschieden zurückweisen. Hier erwarten wir uns im Rahmen einer fairen Partnerschaft entlang der Wertschöpfungskette von Eiern auch am heutigen Welteitag mehr Umsicht statt Skandalisierung“, betont Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie. „Eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Eiern in Lebensmitteln im nationalen Alleingang zu fordern, ist wenig durchdacht“, erklärt Koßdorff, Denn nur im europäischen Gleichklang können Kosten und Wettbewerbsnachteile für heimische Betriebe vermieden und der Exportmotor am Stottern gehindert werden. Außerdem ist Herkunft freilich nicht gleichbedeutend mit Lebensmittelsicherheit, wie der jüngste Fipronil-Skandal gezeigt hat. Da haben einzelne Landwirte in verschiedenen EU-Ländern ihre Sorgfaltspflicht nicht eingehalten und kontaminierte Eier als Rohstoffe geliefert.

Fakten zeigen ein anderes Bild

Lebensmittelkennzeichnung ist europäisches Recht und wenn einzelne Akteure in Österreich einmal mehr einen Alleingang bei der Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln fordern, ist das eine Gefahr für den Produktionsstandort Österreich. Solange die Landwirtschaft keine vollständige Selbstversorgung mit Eiern aus Österreich ermöglicht – der Selbstversorgungsgrad Österreichs liegt im Jahresdurchschnitt bei gerade einmal 86 % und sinkt massiv zu den Saisonspitzen wie Ostern und Weihnachten – ist eben der Import von Eiern bzw. Eiprodukten notwendig. Derzeit sind das pro Jahr über 300 Millionen Stück, die zu 99,9 % aus der EU importiert werden. Übrigens hat auch Österreich im Jahr 2016 fast 60 Millionen Stück Eier exportiert (ein Plus von fast 90 % gegenüber 2015).

Bereits jetzt informiert eine große Anzahl an Lebensmittelunternehmen freiwillig über Haltungsform und Herkunft der eingesetzten Eier in den Produkten. Dazu werden bei verarbeiteten Lebensmitteln das Etikett, die Website oder Verbraucherhotlines genutzt. Koßdorff betont aber: „In der EU ist die konventionelle Käfighaltung seit Jahren verboten. Wenn sich einzelne Anbieter von Eiern nicht an die Spielregeln halten, müssen die Behörden vor Ort endlich kontrollieren und strafen. Stattdessen aber von der Lebensmittelwirtschaft in Österreich zu fordern, noch mehr Information auf das Etikett zu packen, ist eine Alibiaktion der Landwirtschaft. Etiketten dürfen nicht zum Ersatz für mangelnden Vollzug von Rechtsvorschriften werden.“

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2016 ein Produktionsvolumen von 8,1 Mrd. €. Über 60 % davon werden in über 180 Länder rund um den Globus exportiert. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie
Tel.: +43 1 712 21 21 – 14
k.kossdorff@dielebensmittel.at

DI Oskar Wawschinek MAS MBA
Food Business Consult
Pressesprecher für den Fachverband der Lebensmittelindustrie
+43/664 5456350
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