Flashmob zum Equal Pay Day: Mit Krawatte gegen die Lohnschere

Wiener SPÖ Frauen fordern aktive Frauenförderung und Gehaltstransparenz

Österreich liegt bei der Gehaltsschere weit hinter dem EU-Durchschnitt. Ich bin überzeugt, dass wir mehr über Geld sprechen müssen. Unser Plan A: Gerechtigkeit durch ein Gesetz für echte Lohntransparenz.
BMin Pamela Rendi-Wagner

Wien (OTS/SPW) - Wer Krawatte trägt, erhält 21,7 Prozent mehr Gehalt. Ab heute arbeiten Frauen in Österreich statistisch gesehen gratis. Der Gehaltsunterschied sinkt, aber ein beträchtlicher Unterschied bleibt bestehen, der sich nicht durch Faktoren wie Überstunden, Führungspositionen oder Branchenungleichheit erklären lässt, sondern nur durch das Geschlecht. Die Weiberei, eine Initiative der SPÖ Wien Frauen, macht darauf am heutigen Equal Pay Day mit der Aktion „#tieday“ aufmerksam. Frauen tragen heute am Arbeitsplatz Krawatte, um Kolleginnen und Kollegen auf die Lohnschere hinzuweisen. Gestartet wurde die Aktion mit einem Flashmob am Jonas-Reindl.

Mit dabei war Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner: „Österreich liegt bei der Gehaltsschere weit hinter dem EU-Durchschnitt. Ich bin überzeugt, dass wir mehr über Geld sprechen müssen. Unser Plan A: Gerechtigkeit durch ein Gesetz für echte Lohntransparenz.“ Im Bundesdienst wird diese Transparenz bereits vorgelebt, berichtet Staatssekretärin für den öffentlichen Dienst, Muna Duzdar: „Im öffentlichen Dienst wird die Einkommensschere kleiner, weil wir Frauen fördern. Wir müssen auch die Betriebe in die Pflicht nehmen, aktiv einen Beitrag zur Gleichstellung zu leisten.“

„In Wien findet der Equal Pay Day österreichweit am spätesten statt, weil die Lohnschere hier am geringsten ist. Wir nehmen trotzdem nicht hin, dass Frauen in Österreich knapp 11.000 Euro im Jahr weniger verdienen als ihre Kollegen. Auch ohne Krawattenpflicht, hängt das Einkommen immer noch am Geschlecht und das ist mehr als ungerecht“, so die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, Stadträtin Renate Brauner am Rande der Aktion. „Dank frauenfördernder Maßnahmen hat sich die Schere in den letzten zehn Jahren um 5,6 Prozent verringert. Das geht uns zu langsam. Wir fordern echte Lohntransparenz, damit Frauen ihr Recht auf gleiche Bezahlung auch durchsetzen können“, betont die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.

Die SPÖ Frauen setzen sich auf allen Ebenen für gerechte Einkommen ein: „Von der Steuerfreiheit für den 1500 Euro-Mindestlohn profitieren vor allem Frauen. Wir lassen nicht locker, bis auch die Lohnschere der Vergangenheit angehört“, unterstreicht SPÖ-Bundesgeschäftsführerin und Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner.  „Wir SPÖ Frauen setzen uns für eine echte Verteilungsgerechtigkeit ein. Unbezahlte Arbeit wird immer noch zu einem großen Teil von Frauen erledigt, was das Fortkommen im Beruf beeinträchtigt. Erst, wenn halbe-halbe gelebte Realität ist, haben Frauen die gleichen Chancen“, sagt Wiener Frauensekretärin, LAbg. Nicole Berger-Krotsch abschließend.   

Der Equal Pay Day wird in Österreich heuer am 13. Oktober begangen, in Wien fällt er 17 Tage später auf den 30.Oktober. Der Einkommensnachteil von Frauen gegenüber Männern beträgt österreichweit 21,7 Prozent, in Wien 17,1 Prozent. Für Österreich ist das im Vergleich zum Vorjahr eine Veränderung von 0,6 Prozent, in Wien um 0,9 Prozent.  


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